Kinofilm

Femme Fatale - Kritik

Die Filmfestspiele in Cannes. Das Modell Veronica (Rie Rasmussen) trägt am Körper nur eine goldene Schlange, die über und über mit Diamanten besetzt ist. Diese biblische Kombination, Frau mit Schlange, zieht Blicke des Begehrens auf sich.

Laure Ash (Rebecca Romijn-Stamos) gibt sich als Fotografin aus und lockt das Modell in die Damentoilette. Hier vollführen die zwei Frauen hinter einer Milchglas-Scheibe einen Quicky, bei dem Laure den echten Körperschmuck gegen falschen vertauscht. Der ausgeklügelte Plan gelingt nur fast, im entscheidenden Moment kommt es zur Schießerei, der Kopf der Bande bleibt angeschossen auf der Toilette zurück.
Laure ist auf der Flucht vor dem Rest der Bande; sie schlüpft in die Identität einer anderen Frau, der sie zum Verwechseln ähnlich sieht. Erst nimmt sie deren Wohnung und Badewanne in Beschlag, dann findet sie ein Flugticket. Als Lily getarnt kann sie Frankreich verlassen und lernt auf dem Flug ihren zukünftigen Ehemann (Peter Coyote) kennen.
Ausgerechnet dieser Mann wird sieben Jahre später als US-Botschafter nach Paris kommen, an der Seite seine Ehefrau, Lily (Laure) Watts, von der es kein Foto gibt. Einem Paparazzo (Antonio Banderas) gelingt es durch einen fiesen Trick ein Bild von der bis dato unbekannten Gattin zu schießen. Dieses Bild wird im Kinofilm zum Titelfoto der "Gala" und prangt auch auf Litfasssäulen. Das bringt Laures ehemalige Komplizen auf ihre Fährte. Es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod bei der sich Laure aller Waffen bedient, auch der weiblichen, um ihre Gegner und Mitstreiter einem nach dem anderen reinzulegen. Was wäre, wenn das alles nur geträumt wäre? Kein Problem, dann vernasche ich eben den Paparazzo ...

Filmkritik

"Femme Fatale" ist ein Altherren-Traum, der spannend, temporeich, brutal und voller Wendungen inszeniert ist. Die unübersehbar konstruierte Handlung wurde im Hochglanz Look and Feel eines Herren-Hochglanz-Magazins gehalten und wird ebendiesen Lesern besonders entgegenkommen. Das Centerfold als sexlüsterner, eiskalter Vamp, der Männer wie Frauen vernascht und umlegt. Es gibt einen schönen lesbischen Quicky hinter einer Milchglas-Scheibe - damit hat sich der Regisseur einen Traum erfüllt. Auch nicht zu verachten: Die Verführungsszene in der Rocker-Kneipe. Die männliche Sicht gipfelt in Dümmlichkeit: Eine Hehlerin, die auf High Heels im Kampfanzug durch Paris stöckelt und deshalb im entscheidenden Moment auf den Absätzen nicht fliehen kann - um den Männern zu gefallen, tun Frauen einfach alles. Doch Vorsicht: Weil es eine Hommage an den Film Noir sein soll beißen die Kätzchen auch! Fazit: Bockmist in Hochglanzverpackung.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Frankreich / USA 2002

Laufzeit ca. 114 Min.

Kinostart / Filmstart: 27.03.2003

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: Brian De Palma

Schauspieler (Besetzung): Rebecca Romijn-Stamos (Laure und Lily), Antonio Banderas (Nicolas Bardo), Peter Coyote (Watts), Eriq Ebouaney (Black Tie), Edouard Montoute (Racine), Rie Rasmussen (Veronica), Thierry Fremont (Serra), Gregg Henry (Shiff), Fiona Curzon (Stanfield Phillips), Daniel Milgram (Pierre), Eva Darlan (Lilys Mutter)

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