Kinofilm

Alien - Director's Cut

Der Frachter Nostromo ist auf dem Rückflug zur Erde. An Bord liegt die Mannschaft im künstlichen Tiefschlaf - in einer weißen Kammer, spärlich bekleidet mit unschuldigem Weiß. "Mutter", der Bordcomputer des Schiffs, weckt die Mannschaft aus ihrem Tiefschlaf. Es gilt einem Signal nachzuspüren, das die Mannschaft zunächst für ein Notsignal hält. Die Besatzung ist nicht unbedingt erfreut, doch der Streit darüber, ob man dem Signal nachgeht oder nicht ist schnell beendet. Die Knebel-Arbeitsverträge des Konzerns lassen den Angestellten keine Wahl. Zudem ist der Kapitän des Schiffs nicht gerade eine Autorität. Stets holt er sich Rat im Zwiegespräch mit dem Bordcomputer "Mutter".

Das Außenteam, das den fremden Planeten erforscht, trifft auf eine mehr als bizarre, lebensfeindliche Welt. Im Innern eines fremden Raumschiffs treffen sie auf das Gelege eines fremden Wesens, und dessen Eier sind nicht nur lebendig, sondern warten geduldig auf ihre Opfer. An Bord der Nostromo hat Ripley (Sigourney Weaver) das Signal inzwischen als Warnsignal dekodiert. Doch die Falle ist bereits zugeschnappt, denn Kane (John Hurt) wurde von einem fremden Wesen angesprungen. Das Vieh hat sich durch den Helm seines Raumanzugs gefressen und umklammert seinen Kopf wie eine Krake. Ash (Ian Holm), lässt das Außenteam entgegen der Vorschriften an Bord und schleppt somit die fremde Lebensform ein. Der Versuch das fremde Wesen von Kane zu trennen schlägt fehl, denn die Kreatur drückt Kane die Luftröhre zu sobald es berührt wird. Sein Blut besteht aus ätzender Säure - es kann also nicht einfach zersägt werden.
Einige Tage nach dem Vorfall ist die Kreatur tot und Kane geht es den Umständen entsprechend gut. Doch kurz bevor der Fall zu den Akten gelegt wird, entschlüpft Kane ein "Alien". Kane stirbt bei der blutigen Geburt auf dem Esstisch. Die Versuche der Mannschaft das Ding zu töten schlagen fehl. Es versteckt sich im Lüftungssystem des Raumfrachters und verspeist als erstes Dallas, den glücklosen Kapitän.
Da Ripley nun mit "Mutter" kommunizieren darf, erfährt sie, das die Anwesenheit des Aliens an Bord kein Zufall war, sondern von dem ominösen Konzern geplant. Der Auftrag der Mannschaft bestand nicht darin, die Ladung zur Erde zu bringen, sondern das Wesen, denn die fremde Lebensform ist der perfekte Killermechanismus. Das ist allerdings nicht das einzige Problem an Bord, denn Ash ist kein menschliches Wesen, sondern ein Android, der dafür sorgen sollte, dass der Plan in Erfüllung geht. Plötzlich sieht sich der Rest der Mannschaft vor die Aufgabe gestellt, ein Wesen, das mit herkömmlichen Mitteln nicht zu töten ist, zur Strecke zu bringen. Aber dem "Alien" fällt ein Besatzungsmitglied nach dem anderen zum Opfer.

Kritik: Der Film kam vor 25 Jahren ins Kino und gilt als Klassiker unter den Horrorfilmen. Selbst wenn man weiß, wie der Kino-Film ausgeht, wurde der Film derartig gut inszeniert, dass er seinen Horror auch bei wiederholtem Sehen nicht einbüßt. Insbesondere lebt er vom Weglassen. Man weiß nie so genau, wo das "Alien" gerade lauert. Über weite Strecken tritt das Monster nur schemenhaft in Erscheinung. Die Fantasie des Zuschauers hat Zeit sich vieles auszumalen und der Horror entsteht im Kopf. Dazu tragen in bestimmten Szenen das Schweigen der Mannschaft, das Fehlen von Geräuschen und Musik sowie das Gefühl der Verlorenheit im Innern des Raumschiffs bei. Von Anfang an ist der Zuschauer das achte Besatzungsmitglied und erlebt den Horror hautnah. Man ist einer von ihnen, denn die Besatzung der Nostromo besteht aus ganz normalen Individuen - Ripley wird erst am Schluss des Films zur Heldin. Das "Alien" tötet ohne Gewissen, ohne Moral und kennt nur das Ziel des eigenen Überlebens. Seine Art der Fortpflanzung, bei der es den menschlichen Körpers als Wirt nutzt, spielt gezielt mit einer Urangst des Menschen.
Im Vergleich mit jüngeren Produktionen wirkt die Handlung von "Alien" anfänglich sehr entspannt, fast getragen. Die Kamera fährt durch die Gänge des Frachters und auch die Jagd auf das "Alien" gibt sich zunächst ohne künstliche Hektik. Und das, obwohl Regisseur Ridley Scott im Director's Cut einige Szenen schneller geschnitten hat: "Wir haben die ganze Sache etwas verschärft, das verleiht dem Film etwas mehr Schwung."Darüber hinaus wurde der Kino-Film komplett digitalisiert und dabei restauriert. Auch der Ton erfuhr eine Auffrischung. Der ursprüngliche, sechsspurige Ton wurde rekonstruiert und für die neu eingefügten Szenen neu komponiert.
Nach 25 Jahren wirken einige Details des Films herrlich antiquiert. Die monochromen Computerbildschirme, die grün leuchten und nicht viel mehr anzeigen als Text und grobe Raster mit leuchtenden Punkten. Der Bordcomputer als Rechenmaschine, die beim Rechnen mechanisch rattert. Nicht zuletzt sticht Ripleys grauenvolle Pudel-Dauerwelle ins Auge, die dem Geschmack von 1979 entspricht.
Der Director's Cut ist insgesamt eher ein Umschnitt, denn eine Verlängerung des bestehenden Materials. 118 Minuten statt 117 Minuten der ersten Fassung. Dabei wurden fünf neue Szenen eingefügt. Am auffälligsten ist die Szene, die der Regisseur als "das Nest" bezeichnet. Ripley entdeckt Überreste ihrer Kollegen eingebettet in eine Art Schleim, der eindeutig dem "Alien" entstammt. Neu ist auch die Szene, in der sich das "Alien", an Ketten hängend, auf Brett stürzt. Zudem gibt es einige neue Szenen in denen sich Lambert und Ripley in den Haaren liegen.
Insbesondere entwickelt der Film auf der großen Kinoleinwand seine Wirkung. Das Weltall stellt sich als lebensfeindliche kalte Wüste dar, der Raumfrachter ein abgewrackter stählerner Koloss, der zur fliegenden Todesfalle wird. "Alien - Director's Cut" kommt an Halloween in die deutschen Kinos kommt - ein perfekter Anlass für einen Kinobesuch.
Thomas Maiwald

Credits

USA 2003

Laufzeit in Minuten ca. 118

Kinostart / Filmstart: 25.09.2003

DVD-Start: 21.03.2005

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Dan O' Bannon

Kinostart / Filmstart: 23.10.2003

Schauspieler (Besetzung): Sigourney Weaver (Ellen Ripley), Tom Skerrit (Dallas), Veronica Cartwright (Lambert), Harry Dean Stanton (Brett), John Hurt (Kane), Ian Holm (Ash), Yaphet Kotto (Parker).

 DVD bestellen bei Amazon.de



Anzeige
Einkaufen bei Amazon.de

Copyright Texte, Bilder, Clipart: 2001 - 2015 Filmhai.de oder Lizenzgeber, falls angegeben
Impressum Datenschutz