Kinofilm

Daredevil - Kritik

Der nächste Superheld erobert die Leinwand: "Daredevil" alias Matt Murdock. Als Kind verhilft Matt (Ben Affleck) seinem Vater zu neuem Ruhm, verliert das Augenlicht bei einem Unfall (er flieht als er die Wahrheit über den Job seines Vaters sieht - tragischerweise ist es das Letzte, was er noch sehen wird). Der erblindete Sohn und der gebrochene Vater schwören einen Pakt und weil Matts Vater nicht glauben will, dass die gewonnen Boxkämpfe manipuliert waren, muss er sterben, für seine Ehre. Der mittlerweile blinde Matt schwört Rache.

Wo Matts Mutter abgeblieben ist, erklärt die Handlung nicht. Scheinbar haben Mütter in Helden-Filmen nichts zu suchen, denn auch Elektra, die später Matts Freundin wird, hat ihre Mutter verloren; Spider-Man ist sogar Vollwaise. Obwohl er sein Augenlicht verloren hat, kann Matt Dinge sehen die in Schwingung geraten, beziehungsweise ein Echo senden. So gewöhnt sich Matt daran, sein Stadtviertel, Hell's Kitchen, per "Radar" zu erkunden. Dabei unterstützen ihn seine Supersinne, denn die restlichen Sinne sind bei ihm übermenschlich entwickelt. Als Erwachsener ist Matt tagsüber der blinde Anwalt; nachts schlüpft er in ein rotes Lederkostüm und sorgt für seine Auffassung von Gerechtigkeit. Was die weltlichen Gerichte nicht richten, das richtet er. Wie die anderen Superhelden auch hat er einen Vertrauten, der seine wahre Identität kennt. Er lebt und versteckt sich in den Katakomben einer Kirche. Dort schläft er in einem umfunktionierten Metallsarg in einer Flüssigkeit, denn nur so kann er seine Supersinne beruhigen.
Eines Tages tritt die schöne Elektra (Jenifer Garner) in sein Leben. Er fordert sie zum Zweikampf und erobert so ihr Herz. Leider steht die Beziehung unter einem schlechten Stern, weil Elektras Vater aus dem Verbrecher-Syndikat des Kingpin aussteigen will. Wer aussteigen will muss sterben, das ist in Filmen so (sollte Elektras Vater eigentlich wissen). Nun stirbt zunächst der Vater und anschließend Elektra selbst. Dem Guten gelingt es zwar Rache zu nehmen, aber er lässt den fiesen Obersausack Kingpin am Leben - damit der Weg zu Teil 2 schonmal geebnet ist.

Filmkritik

Das wirklich Beeindruckende sind die Spezialeffekte. "Daredevil" weicht Munition wie Pistolenkugeln und Wurfgeschossen einfach aus - eine eindrucksvolle Zeitlupe. Wenn Elektra im Regen steht, dann sieht er ihr Bild in einer Art Röntgenaufnahme. Diese Idee ist schön und wurde eindrucksvoll umgesetzt. Ob es allerdings lohnt für diese Spezialeffekte ins Kino zu gehen muss jeder Cineast selbst entscheiden, denn auch als Actionfilm eingestuft gibt es ein schwaches Bild ab. Zum einen verurteilt das Drehbuch die Schauspieler zu belanglosen Dialogen und ihre Rollen sind nicht viel mehr als bekannte Klischees: Superheld, Superweib, Superfiesling. Zum anderen sind die Schauspieler nicht aus der ersten Garde. Ben Affleck schwingt sich durch ein düsteres New York. Seine Blindheit merkt man ihm im Film kaum an, auch in den Szenen nicht, in denen er keine Maske trägt. Wer schon einmal blinde Menschen beobachtet hat, kann sich vielleicht an ihren spezifischen Gesichtsausdruck erinnern. Ben Affleck begnügt sich damit benommen in die Kamera zu schielen. Man wünschte sich, der Kerl röche wenigstens nach Schweiß oder Leder damit er eine Ausstrahlung bekommt, aber Fehlanzeige.
Elektra ereilt ein ähnliches Schicksal. Das Drehbuch gesteht ihr nur eine undankbare Rolle als kämpfendes Püppchen zu. Colin Farrell als Bullseye überzeugt auch nicht gerade. Man hat schon imposantere Kampfzwerge gesehen. Der Ober-Bösewicht erinnert mehr an ein gutmütiges Flusspferd, denn an einen Gangster ... Dazu gesellen sich die Eigenwilligkeiten des Drehbuchs. Bullseye fängt mit den Händen herabfallende Glasscherben auf und nutzt sie dann als Ninja-Sterne. Elektra fällt eine Etage tief und stirbt an den Folgen des Sturzes, während Bullseye von einem mehrstöckigen Haus fällt, auf der Kühlerhaube eines Autos landet, mit dem Gesicht auf der Verbundglasscheibe - und er überlebt! (Männer sind wohl doch das stärkere härtere Geschlecht?) Einer der Polizisten sagt zu dem Gestürzten dann noch: "Keine Bewegung!"
Der Superheld kann Dinge sehen, wenn sie schwingen oder Wassertropfen von ihnen abprallen; warum aber kann er auch Zigarettenrauch und zerstäubtes Parfum sehen? Gegen Ende ist er zunächst halb tot, nachdem er gegen Elektra kämpfte, die ihn ins Schlüsselbein stach, dann besiegt er Bullseye nur um Haaresbreite, rafft sich anschließend noch auf und richtet den Kingpin. Kurz gesagt: Dem Zuschauer wird schon einige Nachsicht abverlangt, damit er die Story glaubt.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

USA 2003

Laufzeit in Minuten ca.: 102

Drehbuch: Mark Steven Johnson

Regie: Mark Steven Johnson

Kinostart / Filmstart: 20.03.2003

Schauspieler (Besetzung): Ben Affleck (Matt Murdock / Daredevil), Jennifer Garner (Elektra), Colin Farrell (Bullseye), Michael Clarke Duncan (Kingpin / Fisk)

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