Kinofilm

Quarantäne - Kritik

Quarantine

Angela (Jennifer Carpenter) und ihr Kameramann Scott (Steve Harris) sollen eine Dokusoap über Feuerwehrmänner drehen. Sie beginnen also mit der Besichtigung der Feuerwache, plaudern mit den Feuerwehrmännern und es scheint eine ganz normale - um nicht zu sagen stinklangweilige - Nacht zu werden. Doch plötzlich muss das Team ausrücken. In einem Wohnhaus hat es einen Vorfall gegeben. Nicht ungewöhnlich, dass es nicht um Feuer, sondern um medizinische Notfälle geht, erklärt einer der Männer während der Fahrt.

Vor Ort muss die Wohnungstür aufgebrochen werden. Dann entdeckt das Team eine alte Frau in einem Nachthemd. Das Blut auf der Brust und der Schaum vor ihrem Mund könnten ein Warnsignal sein, doch die tapferen Feuerwehrmänner versuchen zu helfen - was einer mit dem Leben bezahlt, als ihm die eben noch halb tote Oma plötzlich an den Hals springt und zubeißt. Erst in letzter Sekunde kann die Angreiferin erschossen werden. Wieder im Erdgeschoss, erwartet das Team die nächste böse Überraschung: Das Haus wurde von außen abgeriegelt, Telefone, Handys und selbst das TV-Kabel wurden gekappt. Erst später erfahren die Eingeschlossenen, dass das Haus unter Quarantäne steht. Ein infizierter Hund ... viel mehr weiß man noch nicht. Und dann ist es bereits zu spät, denn die befallenen Menschen verwandeln sich in Zombies und greifen die Eingeschlossenen an. Die wiederum verfallen in Panik und suchen fieberhaft nach einem Weg nach draußen. Doch jeder, der sich auch nur an einem offenen Fenster zeigt, wird von Scharfschützen erschossen.

Filmkritik

Der Kinofilm "Quarantäne" ist die amerikanische Umsetzung des spanischen Films "Rec" aus dem Jahr 2007. Aufgezogen ist die Handlung wie der Dreh einer Dokusoap. Das bedeutet, der Kameramann filmt das Geschehen mit einer Handkamera praktisch in Echtzeit. Allerdings hat er entweder Parkinson oder von seinem Beruf gar keine Ahnung, denn die Kamera schwankt wie ein Schiff bei schwerem Seegang und zoomt sogar während des Schwenkens. Was authentisch wirken sollte, ist im Ergebnis viel zu überzogen. Aber nicht nur technisch auch schauspielerisch wurde heftig übertrieben. Angela ist weit mehr als die überambitionierte Reporterin, die für die Reportage ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt. Sie ist durchgehend überdehnt wie ein Gummiband - als ginge es um ein Aerobictraining. Die Hausbewohner spielen noch schlechter als in einer deutschen Soap und scheinen bereits vor der Verwandlung in Zombies hirntot zu sein.
Die Handlung ist selbst für einen Horrorfilm zu unlogisch. Statt sich nach den ersten Vorfällen im Erdgeschoss zusammenzurotten und die Zombieangriffe abzuwehren, rennt immer ein kleines Grüppchen kopflos durchs Haus, zum Beispiel weil dem Hausmeister plötzlich einfiel, dass es im ersten Stock einen Balkon gibt, der als Fluchtmöglichkeit dienen könnte. Der aber bereits von Scharfschützen bewacht wird - was auch nicht anders zu erwarten war. Frisch Infizierte werden nicht getötet, bevor sie mutieren können, sondern nur isoliert, damit sie dann nach der Mutation angreifen können. Damit nicht genug drehen die Flüchtenden den Angreifern wiederholt den Rücken zu. In einer Szene steht jemand mit dem Rücken zur Tür und wird durch diese Tür angegriffen. Wenige Minuten später steht jemand (immer noch) mit dem Rücken vor der zweiten Tür des Zimmers und wird auf dieselbe Weise gemeuchelt. Soviel Dummheit ist im Film im wahrsten Sinn des Wortes tödlich.
Gefallen haben mir an dem Film nur zwei Gesichtspunkte. Dass der Kameramann ständig draufhält und dabei sein Leben riskiert könnte als Kritik an sensationsgeilen Medien verstanden werden. Vielleicht ist es aber gar keine Absicht, sondern einfach der Umstand, dass der Film den Kameramann zwingend braucht. Was nebenbei auch erklärt, weshalb er so gut wie nie angegriffen wird und bis zum Schluss überlebt. Der zweite Aspekt ist der, dass das Gewackel mit 89 Minuten immerhin rasch vorbei ist.

Fazit
Dogma als Horrorfilm ist keine neue Idee. Die Handkamera, die wie ein Hundeschwanz wackelt, nervte bereits in "Cloverfield". Ansonsten bietet "Quarantäne" nichts wirklich Neues. Wer noch nie einen Zombiefilm gesehen hat, oder "Cloverfield" gut fand, mag es sich ansehen.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: Quarantine

Land: USA 2008

Laufzeit in Minuten ca.: 89

Kinostart: 04.12.2008

Regie: John Erick Dowdle

Drehbuch: John Erick Dowdle, Drew Dowdle

Schauspieler (Besetzung): Jennifer Carpenter, Jay Hernandez, Columbus Short, Greg Germann, Mit, Rade Sherbedgia, Jonathon Schaech

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