Kinofilm

Neulich in Belgien

Aanrijding in Moscou

Ein Unfall mit Blechschaden ist das Letzte, was die 41jährige Matty in ihrem ohnehin schon komplizierten Leben noch gebrauchen kann: Ihr Ehemann bekämpft seine Midlife-Crisis mit einer wesentlich jüngeren Frau, ihre drei Kinder machen gerade verschiedene Stadien der Pubertät durch und auch ihr Job in der örtlichen Postfiliale ist alles andere als erfüllend. Eine kleine Beule im LKW des 29jährigen Johnny hat nun für Matty große Folgen: Der ungehobelte Trucker entpuppt sich nach einem ersten Streit als Charmeur alter Schule und hat sich vorgenommen, Mattys Herz zu erobern …

Langinhalt

Moskau, oder auf Flämisch "Moscou", ist ein dicht besiedeltes Arbeiterviertel am Stadtrand von Gent in Belgien. Dort lebt die 41-jährige Matty (Barbara Sarafian). Die Mutter von drei Kindern hat gerade den Großeinkauf für die Woche erledigt und ist gestresst. Als endlich alles im Auto verstaut, der Wagen zurückgebracht und jeder angeschnallt ist, legt Matty den Rückwärtsgang ein, fährt aus der Parklücke und stößt mit Tempo mit einem Lastwagen zusammen.
Empört begutachtet Johnny (Jurgen Dalnaet), der 29-jährige Fahrer des LKW, den Schaden an seiner vorderen Stoßstange und beginnt, lauthals auf Matty einzuschimpfen. Obwohl die noch unter Schock steht, setzt sie sich verbal wenig zimperlich zur Wehr. Während Matty die kleine Beule für eine Lappalie hält und den vollbärtigen Rotschopf einen Wikinger nennt, kontert Johnny mit der Frage, ob sie in letzter Zeit schon mal in den Spiegel geschaut habe, denn nicht nur ihr Auto hätte schon mal bessere Tage gesehen.
Als Matty die Polizei rufen will, wird der Fernfahrer plötzlich versöhnlich. Er holt aus seinem Truck zwei große Lutscher, die er Mattys Kindern, die den eskalierenden Streit mit offenen Mündern verfolgt haben, in die Hand drückt. Doch auch die italienischen Süßigkeiten können die Mutter nicht besänftigen, die darauf besteht, die Polizei zu holen. Als diese wenig später alle Daten aufgenommen hat, braust Matty mit wippendem Kofferraumdeckel - der lässt sich nach dem Unfall nicht mehr schließen - davon.
Kaum zu Hause angekommen, wird Matty noch am Parkplatz von Werner (Johan Heldenbergh), ihrem Noch-Ehemann, empfangen. Der gut aussehende Lehrer an der Kunstakademie hat seit rund fünf Monaten ein Verhältnis mit einer 22 Jahre "jungen" Studentin. Heute ist Freitag, und so nimmt er die beiden jüngeren Kinder, Fien (Sofia Ferri) und Peter (Julian Borsani) mit zu sich. Als Werner das kaputte Auto sieht, fragt er gleich nach dem Schuldigen, was die kleine Fien trocken mit einem "die Mama" beantwortet. Matty findet das gar nicht komisch und erkundigt sich ihrerseits nach seinem "Abenteuer", das offensichtlich nicht einmal bügeln kann, wie ein Blick auf sein zerknittertes Hemd ja wohl beweise.
Nachdem Werner mit den Kindern weggefahren ist, gönnt sich Matty erst mal ein heißes Bad, Zigarette und ein Glas Rotwein inklusive. Doch zur Ruhe kommt sie nicht, denn Vera (Anemone Valcke), ihre älteste, fast 17-jährige Tochter, die keine Lust hat, das Wochenende bei der Geliebten ihres Vaters zu verbringen, ist zurück. Die laute Musik aus ihrem Zimmer ist der beste Beweis. Kurz darauf bringt Vera ihrer Mutter das Telefon ins Bad: Johnny ist dran. Er will sich für sein schlechtes Benehmen entschuldigen. Matty serviert ihn allerdings ab und rät ihm, gefälligst zu seinen Lutschern nach Mailand zu verschwinden.
Es ist Montagmorgen. Die Kinder sind in der Schule und Matty geht ihrem Job am Schalter eines Postamts nach. Auf die Frage ihrer Kollegin, was denn mit ihr los sei, bricht es aus Matty heraus: "Mein Mann durchlebt gerade seine Midlife-Crisis, meine ältere Tochter steckt in der Pubertät, meine jüngere glaubt, sie sei in der Pubertät und mein Sohn wünscht, er wäre es. Und mein Auto muss zur Reparatur. Mein ganzes Leben besteht nur aus Beulen und Dellen." Trotzdem hofft sie immer noch, dass Werner eines Tages reumütig wieder zu ihr zurückkommt.
Am Abend - Matty steht gerade in der Küche - klingelt es an der Tür. Es ist wieder Johnny. Er möchte zur Versöhnung ihr Auto reparieren. Noch bevor sie ihn wieder abweisen kann, drängen die Kinder sie, das Angebot anzunehmen. Und als Matty mit dem Aufzug nach unten fährt, huscht ein Lächeln über ihre Lippen. Kurz darauf hat Johnny den Schaden auch schon halbwegs repariert. Matty bedankt sich, indem sie ihn zum Essen in ihre kleine Wohnung in dem großen Wohnblock bittet. Es gibt Blutwurst mit Kartoffeln und Matty ertränkt 7 alles in jeder Menge Senf. Johnny, der nur Wasser trinkt, kommt mit den Kids bald ins Gespräch. Von Fien lässt er sich die Tarotkarten legen und mit Peter plaudert er über Piloten, die Fernfahrer der Lüfte. Auch Veras indiskrete Frage nach dem Tattoo auf seiner Brust, das sie durch sein offenes Hemd erspäht hat, beantwortet er bereitwillig. Das hat er sich für Nathalie, die Frau seines Lebens, stechen lassen. Die hat ihn jedoch vor 18 Monaten verlassen. Bevor Johnny sich verabschiedet, bittet er Matty um ein Date, doch sie weigert sich und spricht den großen Altersunterschied an. "Dann sage ich eben, dass du meine Mutter bist," meint Johnny im Scherz. Auch Matty muss lachen und sagt für Sonntagabend zu, aber nur auf ein Glas.
Es ist Sonntagabend. Werner bringt die Kinder zurück. Die Kleinen sind ganz begeistert vom Wochenende, sie waren mit Gail, Werners Flamme, beim Shoppen in Antwerpen. Da fragt Matty ihren Noch-Ehemann, wann er endlich die Scheidungspapiere zusammen hat. Der versteht die Eile gar nicht, erbittet sich weitere Bedenkzeit, aber als er mitbekommt, dass seine Frau sich hübsch macht, weil sie ein Date hat, wird er hellhörig und auch ein bisschen eifersüchtig.
Der Abend mit Johnny wird wunderbar. Doch Matty stellt von vorne herein klar, dass sie im Moment keinen weiteren Mann in ihrem Leben gebrauchen kann. Nach einem Glas Rotwein lässt sie sich von ihm nach Hause bringen. Johnny spart unterdessen nicht mit Komplimenten, sie sei so ganz anders als die Frauen, die er bisher kennengelernt habe. Schließlich kommt er ihr mit einem italienischen Sprichwort: "Una notta senza amore e una notte perduta - eine Nacht ohne Liebe ist eine verlorene Nacht". Aber wir sind nicht in Italien, sondern eben in Moskau und Ledeberg, den Arbeitervierteln von Gent. Doch Johnny denkt gar nicht daran, aufzugeben. Und nach und nach lässt auch Mattys Widerstand nach und die beiden landen schließlich in der Schlafkoje von Johnnys Truck.
Nach einer wunderbaren Liebesnacht lässt sich Matty von Johnny heimfahren. Ein zärtlicher Abschiedskuss, und sie kehrt zu ihren Kindern zurück. Während sie die ahnungslosen Kleinen ins Bett schickt, weiß Vera sofort, was hier gespielt wird. Schließlich trägt ihre Mutter das T-Shirt, das sie ihr geliehen hat, jetzt plötzlich verkehrt herum. Obwohl Vera merkt, wie glücklich Matty ist, gefällt es ihr nicht, dass ihre Mutter sich mit einem viel Jüngeren eingelassen hat.
Am nächsten Tag ist Matty wie verwandelt. Ob in der Arbeit oder mit den Kindern - das Leben könnte nicht schöner sein. Selbst der triste Waschsalon ist jetzt leichter zu ertragen. Da klingelt das Handy: Johnny ist dran. Er ist wieder einmal auf dem Weg nach Italien und will Mattys Schuhgröße wissen, damit er ihr ein Paar Schuhe aus Mailand mitbringen kann. Matty versucht ihm klar zu machen, dass das zwischen ihnen nur eine einmalige Sache war, ein klassischer One-Night-Stand.
Es ist wieder Freitag. Matty steht wie immer in der Küche und bereitet das Abendessen für ihre Lieben vor. Werner kommt vorbei, er scheint ziemlich aufgebracht zu sein und will mit seiner Frau ein ernstes Wort reden. Er hat Erkundigungen über Johnny eingezogen. Der sei Alkoholiker, habe seine Frau geschlagen und hätte bereits im Knast gesessen. Matty zeigt zu diesen Äußerungen keine Regung, sagt nur, er solle sich jetzt endlich entscheiden, zwischen seiner Studentin und ihr. Kaum ist Werner wieder weg, klingelt es erneut. Diesmal steht Johnny vor der Tür. In seinen Händen hält er ein elegantes Paar roter Schuhe, erstanden in Italien ...
Copyright/Quelle: Senator

Credits

Original Film-Titel: Aanrijding in Moscou

Land: Belgien 2007

Laufzeit in Minuten ca.: 100

Kinostart: 16.10.2008

Regie: Christophe Van Rompaey

Drehbuch: Jean-Claude Van Rijckeghem, Pat van Beirs

Schauspieler (Besetzung): Barbara Sarafian, Jurgen Delnaet, Johan Heldenbergh, Anemone Valcke

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