Kinofilm

Schneeland

Durch einen Autounfall verliert die Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) ihren Mann Ingmar (Martin Feifel). Sie beschließt, ihm in den Tod zu folgen und kehrt zum Sterben dorthin zurück, wo sie ihren Mann lieben gelernt hatte: in die Schneewüste Lapplands. Dort stößt sie auf die Spuren einer dramatischen Liebes- und Lebensgeschichte.

Lappland in den 1930er Jahren: Tiefer Schnee, eisiger Sturm und beißende Kälte. Ein Fremder namens Aron (Thomas Kretschmann) zieht mit seinem zotteligen Hund Lurv durch Nordschweden. Er sucht eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Bauersleute Helga (Ina Weisse) und Salomon (Oliver Stokowski) nehmen ihn in ihre Familie auf - ohne Fragen zu stellen. Bald schon ahnen sie, dass Aron ein Mann mit geheimnisvoller Vergangenheit ist. Eine schwere Last scheint ihn zu bedrücken.

Auf dem Einsiedlerhof Nattmyrberg, eine Tagesreise entfernt von dem Haus der Bauersleute, leben Ina (Julia Jentsch), ihr Vater Knövel (Ulrich Mühe) und Mutter Hilma (Susanne Lothar). Knövel ist ein gebrochener Mann, der seinen Buckel wie ein Stigma trägt, das Leben selbst als seinen größten Feind begreift und seine Familie tyrannisiert. Dies trifft vor allem Ina. Knövel meint, dass Ina nur geboren wurde, um ihn zu quälen und sich zwischen ihn und seine Frau zu stellen. Als Hilma stirbt, eskaliert die Lage; Knövel erklärt Ina: "Wichtig ist, dass du weißt, dass du jetzt Tochter und Frau zugleich bist."

Aron bleibt bei Helga und Salomon und darf während der Sommermonate die Pferde auf der Hochweide bei Nattmyrberg weiden - ein Vertrauensbeweis, da die Pferde das wertvollste Kapital der Dorfbewohner sind. In der einsamen Abgeschiedenheit des Hütens entdeckt Aron ein Mädchen beim Beeren sammeln. Es ist Ina, die verschreckt die Flucht ergreift.

Unter dem Einfluss des rätselhaften Fremden beginnt Ina sich zu verändern. Sie fasst Mut und beginnt, sich zu wehren. Gegen den ausdrücklichen Widerstand ihres Vaters verlässt sie erstmals den Hof, um Butter und Käse im nächsten Ort zu verkaufen. Eine Frau namens Mari (Beate Abraham) erkennt Ina und sieht die Wunden von Knövels Schlägen. Ina, so Maris Rat, solle abhauen, am besten sofort. Sogar in der Bibel stehe geschrieben, dass die Kinder ihre Eltern verlassen sollen. Doch Ina sieht das anders: "Wir leben wohl außerhalb von alledem in Nattmyrberg."

In der Gegenwart stapft Elisabeth durch die Schneewüste zum verlassenen Nattmyrberg-Hof und findet dort die Leiche einer alten Frau. Langsam zeichnet sich eine geheimnisvolle Verbindung zwischen den Zeiten und den Frauen ab, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Elisabeth findet heraus, dass es sich bei der Toten um Ina handelt und beginnt mit einer Mischung aus schriftstellerischem Interesse und kriminalistischem Gespür anhand von Schriftstücken, Zeichnungen und anderen Fundstücken Indizien für Inas Lebensgeschichte zu sammeln - ein Leben voller Härte und Grausamkeit, das durch eine übergroße, tiefe Liebe eine Wende erfahren hat. Instinktiv spürt Elisabeth Parallelen zu ihrem eigenen Schicksal.

Auf der Pferdeweide spürt Aron, dass die junge Ina heimlich immer wieder zu ihm kommt, ohne sich zu zeigen. Eines Tages verletzt er sich absichtlich am Fuß, um Inas Mitleid zu erregen und sie aus ihrem Versteck zu locken - doch Ina bleibt verschwunden. Als er später in sein Lager zurückkommt, entdeckt er jedoch Salbe und Binden, die sie ihm heimlich gebracht hat. Auch in den nächsten Wochen hält sich Ina versteckt. Sie fühlt sich von ihrem Vater verunreinigt, beschmutzt und gezeichnet, trotzdem offenbart sie sich Aron am Ende des Sommers und tritt völlig nackt vor ihn. Auf Arons Frage warum sie dies tat, antwortet sie nur: "Weil Du wissen musst." Er hüllt die Frierende in wärmende Decken, und weiß vor lauter Nacktheit nicht wohin mit seinen Händen.

Elisabeth wühlt sich immer tiefer in das Leben Inas, und die Art, wie Ina mit ihrem Schicksal umgegangen ist, gibt ihr dabei neuen Lebensmut. Im Schneesturm mit der Leiche der alten Ina und in deren Haus gefangen, will sie wieder zurück in ihr eigenes Leben, zurück zu ihren Kindern, die sie im übermäßigen Schmerz zurückgelassen hatte. "Es gehört Demut dazu, sich lieben zu lassen. Als senke man das Gesicht."

Der Herbst kommt. Aron muss mit den Pferden zurück ins Tal. Der Abschied von Ina wird nur durch die Gewissheit erträglich, dass sie sich im nächsten Sommer wiedersehen können. Gleichzeitig aber weiß Aron, dass Ina den langen Winter allein mit ihrem Vater sein wird.

Nach diesem Winter voller Sehnsucht kommt Aron mit den Pferden zurück auf die Hochweide, und für Ina und Aron beginnt eine wunderbare Zeit. Sie schlafen zum ersten Mal miteinander und fassen immer tieferes Vertrauen ineinander. Erstmals erzählt Aron die ganze Geschichte seines Lebens und vertraut Ina sein dunkles Geheimnis an: Er ist ein Mörder. Als Strafe für seine Untat hat er sich zu einem Büßerleben in Armut und Einsamkeit entschlossen. Doch Inas Liebe ist seine Erlösung, so wie seine Liebe ihre Heilung ist. Sie wollen heiraten.

Von der Hochweide zurück erzählt Aron seinen Wirtsleuten Helga und Salomon von Ina und macht sich kurz nach Winteranfang mit Lurv auf, um in der nächsten Stadt Hochzeitsringe und Brautkleid zu kaufen. Auf Nattmyberg tötet Ina indessen ihren Vater während eines Vergewaltigungsversuchs. Wenig später kehrt Lurv ohne Aron zurück zu Helga und Salomon. Salomon macht sich auf die Suche nach seinem Freund. Auf einem zugefrorenen See, neben einem Eisloch, findet er Arons Rucksack ...
Copyright/Quelle: Kinowelt

Credits

Original Film-Titel: "

Deutschland 2004

Laufzeit ca. 142 Min.

Kino-Start: 20.01.2005

Regie: Hans W Geißendörfer

Drehbuch: Hans W Geißendörfer

Schauspieler (Besetzung): Thomas Kretschmann, Julia Jentsch, Maria Schrader, Ulrich Mühe, Oliver Stokowski, Ina Weisse, Martin Feifel, Susanne Lothar, Caroline Schreiber, Beate Abraham, Brigitte Annessy, Joachim Krol

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