Kinofilm

Der tierisch verrückte Bauernhof - Kritik

The Barnyard

Es gibt Kühe und es gibt Kühe, die sind anders als die dummen Kühe, die nur auf der Weide stehen und wiederkäuen. Im Kinofilm "Der Tierisch verrückte Bauernhof" ist Stier Ben der Anführer der Tiere auf einer kleinen Farm. Das hat seinen guten Grund, denn während die restlichen Tiere nichts anderes im Kopf haben, als unablässig Partys zu feiern, ist Ben der vernünftige Einzelkämpfer, der Wache hält, während es die anderen im Schuppen so richtig krachen lassen. Und zu Bens großem Kummer muss er mit ansehen, wie ausgerechnet sein Ziehsohn Otis nichts als Flausen im Kopf hat.

Ob er nun auf einem Bügelbrett einen Berg hinabsaust, oder von den listigen Erdmännchen Gegenstände kauft, die sonst eigentlich nur Menschen besitzen. Damit ist Otis wahrscheinlich der einzige Jungbulle, der ein Handy besitzt. Im Kinofilm wird diese Szene aber auch dazu benutzt, Schleichwerbung mittels Handyjingle einzublenden.
Doch das Lotterleben findet ein jähes Ende, als die bösen Kojoten sich zusammenraufen und den nicht mehr ganz jungen Ben kalt machen. Nun stehen die Tiere schutzlos da - es sei denn, es gelingt ihnen einen neuen Anführer zu wählen, der sie beschützen muss. Und wer ist dafür besser geeignet als der Sohn des großen Ben? Otis, der noch nie in seinem Leben Verantwortung getragen hat? Na gut. Otis lässt sich breitschlagen, doch die Kojoten setzen dem Jungspund ordentlich zu. So sehr sogar, dass der sich klammheimlich aus dem Staub machen möchte. Doch in letzter Sekunde erwacht in Otis das Pflichtgefühl. Und er wird den bösen Kojoten beweisen was eine Harke - oder besser gesagt, ein Stier ist, der seinen Mann steht.

Filmkritik

"Der tierisch verrückte Bauernhof" ist ein bisweilen sehr eigenartiger, ziemlich überdrehter Trickfilm. Wenn man es nicht so genau nimmt, ist er manchmal auch ganz lustig. Doch mit den Produktionen von Pixar kann er nicht mithalten. Dafür fehlen eine ausgefeilte Geschichte und die nötige Portion familientauglicher Humor. Die Handlung setzt vielmehr auf einfachen Humor für kleine Kinder und die zugrunde liegende Story ist schnell erzählt. Der Adoptivsohn soll in die Fußstapfen des Vaters treten. Doch zunächst scheinen sie zu groß. Aber dann wächst der Sohn an der Herausforderung über sich selbst hinaus - mithilfe seiner Freunde.

Obwohl das Ganze mehr auf Kinder, denn auf Erwachsene abzielt, gibt es doch einige Eigenwilligkeiten, die bereits älteren Kindern auffallen werden. So muten etwa die Größenverhältnisse der Tiere untereinander und zum Farmer eigenartig an. Man kann durchaus akzeptieren, dass die Tiere wie aus Plastik geformt wirken, denn jeder Film verfolgt seinen eigenen Look. Doch dass Stiere als Kühe dargestellt werden, indem sie ein Euter tragen, ist schon sehr seltsam. Es ist nachvollziehbar, dass die Filmemacher nicht Figuren mit sekundären Geschlechtsmerkmalen zwischen den Beinen darstellen wollten, doch ihre Lösung ist eine völlige Verdrehung der Natur. Dass diese Euter dann auch noch fatal an Saugglocken erinnern, mit denen man verstopfe Abflüsse freipumpt, ist der nächste Punkt, über den der Zuschauer hinwegsehen muss. Besser wäre es gewesen, einfach den Stein des Anstoßes wegzulassen. Weshalb weder die weiblichen noch die männlichen Rinder Hörner auf dem Kopf tragen, bleibt ebenfalls ein Rätsel.
Wenngleich das Ganze auf Kinder zugeschnitten ist, scheinen einige Szenen doch bedenklich. So bekam ein Junge während der Pressevorführung einen Heulkrampf, als der böse Kojote auftauchte und das Kaninchen jagte. Das Kind musste den Kinosaal verlassen. Das ist nicht die einzige bedenkliche Szene, denn wie in Cartoons üblich, wird Gewalt als lustig dargestellt. Dabei ist es jedoch wenig komisch, wenn der Farmer gleich dreimal hintereinander vom Esel bewusstlos getreten wird. Oder die bösen Kojoten so richtig ihr Fett wegkriegen, weil man mit bösen Tieren kein Mitleid haben muss.
In der Summe hätte das Drehbuch mehr Sorgfalt vertragen können, denn nicht nur die Tiere legen seltsame Verhaltensweisen an den Tag - auch der Farmer benimmt sich eigenartig. So glänzt er in erster Linie durch Abwesenheit, kümmert sich kaum um seine Tiere, sondern fährt morgens auf den Acker und taucht erst am Abend wieder auf. Er melkt nie die Kühe. Und er züchtet Schweine, obwohl er Vegetarier ist. Kurz: Man muss sehr jung sein um nicht zu merken, dass es auf einem Bauernhof nicht annähernd so zugeht wie im Film dargestellt.

Fazit: "Der tierisch verrückte Bauernhof" ist ganz nett anzusehen. Doch insgesamt wirkt die Handlung zu eigenwillig und zu überzogen, als dass sie einen Erwachsenen überzeugen könnte. Kinder, insofern sie nicht zu klein sind oder zu clever, können hingegen Spaß haben.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: The Barnyard

Land: USA 2006

Laufzeit in Minuten ca.: 90

Kinostart: 05.10.2006

DVD-Start: 22.02.2007

Regie: Steve Oedekerk

Drehbuch: Steve Oedekerk

Schauspieler (Besetzung):

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