Kinofilm

Manana al Mar

Winter am einsamen Stadtstrand von Barcelona. Die Wellen kommen und gehen. Der fast neunzigjährige José joggt durch den Sand und Paulina, eine gehbehinderte alte Dame, singt kubanische Boleros aus ihrer Jugend im eisigen Meer, während ihre Krücke am Ufer wartet. Der achtzigjährige Antonio sitzt auf seinem selbst gemauerten Thron auf der Mole und lässt seinen Blick über die See schweifen. Die Protagonisten dieses Films stehen am Ende ihres Lebens. Sie sind Teil einer älteren Strandgemeinschaft, deren Leidenschaft sie jeden Morgen zum Meer zieht. Über einen langen Zeitraum folgt der Film diesen liebenswerten, humorvollen und überaus lebendigen Individualisten, die hier Wind, Wetter und Zeit trotzen und nimmt Teil an ihren Liebes- und Alltagsgeschichten. Die Kamera verlässt dabei nie den Strand, der als natürlicher Lebensraum dieser Menschen erscheint. Er wird Schauplatz einer rituellen Begegnung mit dem Meer, dessen Rhythmus den Film bestimmt.

Die Regisseurin
"Es war Winter in Barcelona als ich den einsamen Strand entlang lief. Ich hörte den Gesang von Boleros, der mir vom Meer entgegen wehte und sah eine alte Frau im eisigen Wasser schwimmen. Es war die alte Dame Paulina, die mit ihrer kräftigen vollen Stimme Lieder aus einer vergangenen Zeit sang, während sie wie ein Delfin ihre Pirouetten in den Wellen drehte - ihre Krücke stand am Ufer und wartete auf sie. Als sie aus dem Wasser kam, lächelte und winkte sie einem jungen Mann zu. Die bezaubernde Leichtigkeit ihres Lächelns und ihrer Geste gehörte einer zwanzigjährigen Frau und war im Gegensatz zu ihrem alternden Körper voller eleganter Anmut. Paulina musste wissen, dass sie keine jugendliche Schönheit mehr war, aber sie hatte es in diesem Moment vergessen. Eine von der Zeit unabhängige Anmut hatte mich in diesem Moment berührt und ich wurde neugierig, wer sich hinter den alten Menschen verbarg, die es tagtäglich zum Meer von Barcelona zieht."
Ines Thomsen lebte 2000/2001 ein Jahr in Barcelona in der Nähe des Hafens. Dort lernte sie zuerst die alte Dame Paulina und nach und nach alle weiteren älteren Gäste des Strandes kennen. In dieser Zeit entstand, zusammen mit Wolf Marcus Göppner, der Kurzfilm "Cantando la Vida" auf Super 8 mm über die Meeresdiva Paulina, der auf vielen internationalen Festivals lief (Prädikat: "wertvoll", Best Student Film Award, Int. Filmfestival "Molodist", Kiew, Ukraine, 2002).
Ein paar Jahre später folgte dann der lange Dokumentarfilm "Mañana al Mar". Ines Thomsen hat Anfang 2005 neun Wochen am Stadtstrand von Barcelona, auf einem Kilometer von Mole zu Mole gedreht. Es war einer der kältesten katalanischen Winter seit 20 Jahren.

Copyright/Quelle: Real Fiction

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland / Spanien 2006

Laufzeit in Minuten ca.: 83

Kinostart: 28.09.2006

Regie: Ines Thomsen

Drehbuch: Ines Thomsen

Schauspieler (Besetzung):

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