Kinofilm

Strajk - Die Heldin von Danzig

Es sind oftmals die Frauen, die den Stein ins Rollen bringen. Die Polin Agnieszka (Katharina Thalbach) hat es mit Fleiß und Disziplin von der Hilfsarbeiterin zur Kranführerin auf der Danziger Werft gebracht. Doch die Arbeitsbedingungen sind katastrophal und menschenverachtend. Als Agnieszka Zeugin eines tödlichen Unfalls wird, der eindeutig auf mangelnden Arbeitsschutz zurückzuführen ist, gerät ihr unerschütterliches Vertrauen in die Werksleitung ins Wanken. Agnieszkas ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ist mobilisiert und sie wird das Herz der Solidarnosc-Bewegung in Danzig.

Polen zur Zeit der kommunistischen Herrschaft. Mit ihren 1,56 m ist sie zwar klein, doch niemand sollte Agnieszkas resolute Persönlichkeit unterschätzen. Ganz unten hat sie angefangen: Als Kriegswaise aufgewachsen, führt sie ein bescheidenes Leben, doch mit einem untrüglichen Sinn für Gerechtigkeit ausgestattet, stellt sie sich der Unwahrheit und dem lebensgefährlichen Schlendrian entgegen.
Sie schuftet in Tag- und Nachtschichten bis zum Umfallen und gilt im Betrieb als Vorzeigearbeiterin, wenn auch zunehmend als eine unbequeme. Jahrelang denkt Agnieszka vollkommen unpolitisch, ihr ein und alles ist ihr Sohn Krystian, den sie allein großzieht. Daher kennt sie nur eine Sorge: wie sie endlich mehr Zeit mit ihm verbringen kann. Sie arbeitet sich in der Danziger Lenin-Werft ganz nach oben: Als Kranführerin kann sie in geregelten Tagschichten ihr Geld verdienen und muss nicht mehr im Akkord arbeiten. Doch als Agnieszka Zeugin eines Unglücks mit 21 Toten wird, eindeutig verursacht durch katastrophale Arbeitsbedingungen auf der Werft, ist ihr Widerspruchsgeist geweckt.

Sie fordert die Autorität der Werksleitung heraus und kämpft erfolgreich gegen die Vertuschung der Unfallursachen. Vor der ganzen Belegschaft bloßgestellt, will der Direktor seine Widersacherin kaltstellen und findet den wunden Punkt Agnieszkas, ihren Sohn Krystian. Tatsächlich gelingt es ihm, einen Keil zwischen Mutter und Sohn zu treiben. Nur hat er nicht mit Agnieszkas Standfestigkeit gerechnet, die sich zusammen mit ihrem Kollegen Lech einer Gruppe von Dissidenten anschließt. Gemeinsam sprechen sie aus, was in der Bevölkerung schon lange gärt. Ihre heimlich verteilten, provozierend-politischen Flugblätter schaffen Solidarität unter den Arbeitern.
Lang dauert ihr Kampf für mehr Rechte, die Zulassung einer freien Gewerkschaft und eine angemessene Entlohnung. Als bereits die halbe Arbeiterschaft Polens streikt, klingen die Papstworte Karol Wojtylas in Agnieszka nach, machen der gläubigen Katholikin Mut. Sie wird nach 30 Jahren an der Werft entlassen. Die Arbeiter streiken ihretwegen und dadurch werden die Werkleitung und die Regierung herausgefordert.
Die bewegende Geschichte öffnet den Blick für eine couragierte Frau, die trotz aller widrigen, persönlichen Umstände eine Episode der Weltgeschichte mitschrieb.

Copyright/Quelle: Progress

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland 2006

Laufzeit in Minuten ca.: 108

Kinostart: 08.03.2007

DVD-Start: 20.03.2008

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Andreas Pflüger, Sylke Rene Meyer

Schauspieler (Besetzung): Katharina Thalbach, Dominique Horwitz, Andrzej Chyra, Andrzej Grabowski

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