Kinofilm

The Life and Death of Peter Sellers - Kritik

Biopics sind 2005 im Kino schwer gefragt. Von monumentalen Werken wie "Aviator" über "Kinsey" bis hin zu "Alexander" und "King Arthur". Neben großen Namen versuchten sich auch Unbekannte daran, dass Leben eines Prominenten zu würdigen, oder wie im Fall der Schnulze "De Lovely" es zu benutzen.

Filmkritik

Für die Drehbuchautoren und den Regisseur scheint es nicht zwangsläufig ein Traumprojekt gewesen zu sein, das Leben des Komikers zu beleuchten, denn sie gehen mit ihrer Figur hart ins Gericht und stellen ihn als innerlich zerrissenen Kotzbrocken dar. Ein Mann, der nie erwachsen wird, aus Lüsternheit Frau und Kinder verlässt, zu Wutanfällen neigt und seine eigene Karriere hasst (um nicht zu sagen sich selbst). Dessen Umgangsformen hauptsächlich aus Unreife bestehen und der Zeit seines Lebens unter einem Mutterkomplex leidet. Außerdem verkraftete er seinen eigenen Ruhm nicht. Selbst wenn diese Darstellung dem Menschen entspricht - ich möchte nicht sagen, gerecht wird - dann wirft der Film eine Problemstellung auf: Fans könnten entsetzt das Kino verlassen; während andere Zuschauer sich ärgern könnten Eintritt gezahlt zu haben.
Den Darstellern ist kein Vorwurf zu machen. Geoffrey Rush (Captain Barbossa aus dem Film "Fluch der Karibik") glänzt in seiner Hauptrolle. Er verkörpert die Zerrissenheit der Figur sehr gut, springt mit Leichtigkeit von einer Rolle in die nächste. Verlässt das Set und verkörpert eine der anderen Personen. Die Frauenrollen an seiner Seite sind ebenfalls gut besetzt. Mit Emily Watson und ihren Kindern fällt es leicht mitzufühlen, wenn der Mann sie verlässt, weil er scharf auf Sophia Loren ist (die ihm übrigens einen Korb gibt). Brillant ist auch Charlize Theron (Oskar für den Film "Monster") als Britt Ekland. Ein Fehlschlag hingegen, die Darstellung von Sonia Aquino als Sophia Loren. Es gibt eben nur eine echte Loren - was ihr Double besser verkörpert als die Rolle der Diva. Stanley Tucci als Stanley Kubrick auftreten zu lassen ist grenzwertig, gelingt schon eher.

Fazit
Vielleicht ist es nicht möglich, eine ernsthafte Biografie über einen Komiker zu drehen. Vielleicht vermochten es die Drehbuchautoren nicht besser, die wichtigsten Stationen eines Lebens aneinander zu reihen. Das Ergebnis ist jedenfalls durchwachsen. Die bunte Darstellung wirkt für die Biografie eines Komikers passend. Die eingesetzten Mechanismen wiederum sind zu schnell abgenutzt. Neben glaubhafter Darstellung stehen Klischees. Die Beziehung zwischen Peg und ihrem Sohn fällt nicht nur wechselvoll aus, sondern wie aus Freuds Lehrbuch. Die dominante Mutter lässt ihren Sohn nicht erwachsen werden, und der rächt sich an ihr mit Kinkerlitzchen, schlüpft beim Zusammentreffen einfach in die nächste Filmrolle und ist "nicht da".
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA / Großbritannien 2004

Laufzeit ca.: 122 Minuten

Kino-Start: 28.04.2005

Regie: Stephen Hopkins

Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely

Schauspieler (Besetzung): Geoffrey Rush (P S), Charlize Theron (Britt Ekland), Emily Watson (Anne), John Lithgow (Blake Edwards), Miriam Margolyes (Peg), Stephen Fry (Maurice Woodruff), Stanley Tucci (Stanley Kubrick), Sonia Aquino (Sophia Loren)

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