Kinofilm

The Missing

Kevin Costner entdeckte vor wenigen Wochen mit "Open Range - weites Land" den klassischen Western neu. Nun hält Suspense Einzug in die Prärie. Ein psychologisch angehauchter Western, der von seiner Spannung lebt.

Magdalena (Cate Blanchett) beißt sich durch ihr Leben. Mit strenger Hand führt sie das Regiment auf ihrer abgelegenen Farm. Das unvermittelte Auftauchen ihres Vaters liegt ihr schwer im Magen, denn auf den ist sie mehr als schlecht zu sprechen. Als ihre älteste Tochter von einer Bande entführt wird, ist Magdalena plötzlich auf seine Hilfe angewiesen. Die Spur der Entführer ist schnell gefunden, doch Lilys Befreiung wächst sich zur Prüfung aus, weil immer neue Schwierigkeiten ausgeräumt werden wollen.

Vor dem Hintergrund der Entführung laufen historische Fakten, wunderbare Landschaftsaufnahmen, Voodoo sowie ein unausgegorenes Famlien-Drama zusammen. Dank seiner Lehrjahre bei den Indianern ist Magdalenas Vater Samuel (Tommy Lee Jones) ein ausgezeichneter Spurenleser. Doch der Preis dafür ist hoch: Der frühre Aussteiger, der heute wohl ein Esoteriker wäre, verließ die Familie als seine Tochter noch ein Kind war und steht seitdem in der Bringschuld. Die einzige Erklärung für das Imstichlassen lautet: Er sei wie ein Falke am Himmel, den es immer in die Ferne zieht. Der Zuschauer muss eine einfachgestrickte Psychologie akzeptieren können, andernfalls wird "The Missing" zur Enttäuschung. Ein weiterer Minuspunkt sind die Frauenrollen. Außer Cate Blanchett sind sie tollpatschig, weinerlich, hilflos und ungeschickt.
Zur Zeit des Films zogen Banden durchs Land, die junge Mädchen entführten und an der mexikanischen Grenze als Prostituierte verkauften - soweit die Historie. Vielleicht gab es unter den Schamanen auch Schwarzmagier - doch das diese Voodoo praktizierten wirkt zu aufgesetzt. Dazu hat der Schwarzmagier ein entstelltes Gesicht, was unterschwellig erklärt, warum er auf die dunkle Seite wechselte. Gute Menschen sind attraktiv, schlechte Menschen sind hässlich. Um dem Vorwurf des Rassismus zu entgehen, gibt es ein Pendant. Der ausgesprochen gute Kayitah (Jay Tavare) hat seine Verlobte an die Entführer verloren und war Samuels Lehrer. Aktuell rettet er erst Magdalenas Leben, dann gibt er sein Leben für die überaus ungeschickte Lily. Nicht zuletzt dadurch erfährt Magdalena, die bis dahin kaum über den Tellerrand hinausblickte, eine grundlegende Wandlung. Aus der zugeknöpften Frau wird eine gereifte Persönlichkeit, die neue Werte, sprich indianisches, anerkennt.
Die Rollen im Kino-Film "The Missing" sind gut aber teilweise eigenartig besetzt. Cate Blanchett verkörpert die harte, strenggläubige Frau glaubwürdig. Trotzdem wirkt die Schauspielerin mit ihrer Wespentaille im Wilden Westen deplatziert. Für einen Film, der laut Regisseur starke Frauen zeigen sollte, wurden die entsprechenden Rollen sehr undankbar angelegt. Die Besonderheit sollte in der Spannung liegen, doch ist "The Missing" zu gedehnt. Das wenig pfiffige Drehbuch verwendet zu viele konstruierte Wendungen sowie Schwarzweißmalerei. Eine gekürzte Fassung von 30 - 45 Minuten weniger, ergäbe einen knackigeren Film.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

USA 2003

Laufzeit ca. 130 Min.

Kinostart / Filmstart: 12.02.2004

Regie: Ron Howard

Drehbuch: Ken Kaufman

Buchvorlage: Thomas Eidson

Schauspieler (Besetzung): Tommy Lee Jones (Samuel Jones), Cate Blanchett (Maggie Gilkeson), Evan Rachel Wood (Lily Gilkeson), Jenna Boyd (Dot Gilkeson), Aaron Eckhart (Brake Baldwin), Val Kilmer Lieutenant), Sergio Calderon (Emiliano), Eric Schweig (Chidin), Steve Reevis (Two Stone), Jay Tavare (Kayitah), Simon Baker (Honesco), Ray McKinnon (Russell J. Wintick), Max Perlich (Isaac Edgerly), Ramon Frank (Grummond), Deryle J. Lujan (Naahaao)

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