Kinofilm

Madagascar 3 - Flucht durch Europa

Madagascar 3 - Europe's Most Wanted

Höher, bunter, schneller, weiter, überdrehter. Der dritte Teil der ewigen Weltreise der vier ehemaligen Zootiere führt nach Europa. Mit im Gepäck sind neue Freunde, neue Feinde und jede Menge übermütiger Streiche.

Und da sind sie wieder. Das Quartett der wilden Tiere, das noch immer seine Wurzeln respektive seine Heimat sucht. Während der erste Teil es 2005 in die Wildnis Madagaskars verschlug, erkundete es 2008 Afrika. Und so wechselhaft wie die Landschaften so auch die Strickmuster der Filme. Im ersten Teil erlebten die Vier ein gemeinsames Abenteuer. Im zweiten Teil gingen sie getrennte Wege und erlebten jeweils ihre eigene Geschichte. Teil 3 geht nun nochmals neue Wege. Das Thema Freundschaft steht nun wieder mehr im Vordergrund, denn nur wenn alle zusammenhalten, kann das ersehnte Ziel erreicht werden. Doch wirklich ausgebaut wird das Thema nicht. Und auch das Ziel verwundert. Es ist nach langem Hin und Her dann doch nicht die (gewohnte) Enge des amerikanischen Zoos, sondern ein Leben als Zirkustier. Das klingt zunächst widersprüchlich. Und mir als Erwachsenem leuchtet die eigenwillige Logik auch nur dann ein, wenn ich bedenke, dass der Zirkus in Eigenregie geführt wird und die Tiere alle Positionen einnehmen, die ansonsten Menschen besetzen.
Der Weg zum europäischen Wanderzirkus, der später, aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen, zum afrikanischen Wanderzirkus umfunktioniert wird, ist laut und bunt. Ähnlich wie bei den Kollegen aus der Eiszeit zerfällt die Handlung in viele kleine Nummern. Die hängen lose zusammen und lassen dem Zuschauer wegen der schnellen Abfolge kaum Zeit zum Luftholen. Fast als hätte der Film Angst, dass bereits im Kino auffällt, wie seltsam unmotiviert die Handlung scheint und oft der Zusammenhang fehlt.

Beim Schreiben des Drehbuchs haben die Autoren viele Verbeugungen vor bisherigen Filmen vorgenommen. Ich will jetzt nicht das hässliche Wort abkupfern gebrauchen, denn man verbeugt sich ja vor den Vorbildern. Vernachlässigt dabei allerdings die eigene Geschichte und setzt gerne auf Klischees. So ist Rom die Stadt der Liebe und die französische Großwildjägerin singt ein Chanson. Zudem fehlt etwas zu oft die Logik. Im Extremfall können die Tiere plötzlich alle fliegen und die Zirkusvorstellung gerät zur Lasershow.
Auf Altlasten wird nur bedingt Rücksicht genommen. So ist Giraffe Melman kein Hypochonder mehr. Und die Liebe zu Hippodame Gloria wird noch thematisiert, aber kaum noch gespielt. Dafür verliebt sich King Julien in eine Bärin. Die ist im Gegensatz zu den meisten Tieren des Films der Sprache nicht mächtig und eben eine Brummbärin ist. Diesen Umstand kann ich mir ebenso wenig erklären wie die Tatsache, dass die Affen bislang die Gebärdensprache beherrschten und sie im dritten Teil verlernt haben. Immer noch die Alten sind die Pinguine, die mit militärischer Strenge und Disziplin für Lacher sorgen.

Fazit
Madagascar 3 ist es ein Abenteuer mit alten Bekannten, die ganz neue Rollen spielen. Und wären es menschliche Darsteller, würde ich für sie fremdschämen, denn das was sie bieten, ist eine überlange Luftnummer, die zu viele Gags wiederholt.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2012

Laufzeit in Minuten ca.: 93

Kinostart / Filmstart: 02.10.2012

Regie: Eric Darnell

Drehbuch: Noah Baumbach

Schauspieler (Besetzung):

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