Kinofilm

Stealing Klimt

Der Film erzählt nicht nur die unglaublich spannende Odyssee einiger der berühmtesten Bilder des österreichischen Jugendstil-Malers Gustav Klimts (1862 - 1918), darunter das als eines der teuersten Gemälde der Welt geltende Porträt "Adele Bloch-Bauer I" (1907). Die detailreiche britische Dokumentation von Jane Chablani und Martin Smith schildert auf äußerst bewegende Weise auch den aufreibenden Kampf der Erbin Maria Altmann, die die ursprünglich von den Nazis gestohlenen Klimt-Bilder aus dem Besitz ihres 1945 verstorbenen Onkels vom österreichischen Staat zurückforderte.

Es ist Maria Altmanns ganz persönliche Geschichte, zugleich aber auch eine österreichische Chronik über ein unruhiges Jahrhundert, das um 1900 in den kunstsinnigen Salons des Wiener "Fin de Siècle" beginnt, sich über den Nazi-Terror in Europa erstreckt und schließlich 2006 vor einem Schiedsgericht endet. Die fünf Klimt-Gemälde "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum I", "Buchenwald/Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee" (alle Öl auf Leinwand) befanden sich seit ihrer Entstehung zwischen 1907 und 1916 im Besitz des österreichischjüdischen Zuckerrohrfabrikanten Ferdinand Bloch-Bauer (1864–1945) und seiner 1925 verstorbenen Frau Adele, die ihn in ihrem Testament darum bat, die Bilder nach seinem Tod der "Österreichischen Galerie" zu vermachen. Auf Bescheid der Wiener Steuerbehörden wurden sie jedoch bereits 1938 im von Nazi-Deutschland annektierten Österreich enteignet und auf Anweisung eines NS-Anwalts der Galerie im Belvedere übergeben. Kurz nach Kriegsende, einen Monat vor seinem Tod, verfasste der kinderlose Ferdinand Bloch-Bauer sein Testament, in dem er die Klimt-Bilder seinen Nichten und Neffen vermachte. Ein Anwalt der Familie forderte bereits 1948 die Rückgabe der Gemälde von der österreichischen Regierung. Daraufhin erhielten die inzwischen in die USA ausgewanderten Angehörigen zwar einige aus dem Besitz der Familie gestohlenen Kunstwerke von Österreich zurück, allerdings nur unter der Bedingung, die fünf wertvollen Klimt-Bilder in österreichischem Staatsbesitz zu belassen.
Erst 54 Jahre später war es Maria Altmann, seiner mittlerweile über 90-jährigen Nichte, aufgrund einer österreichischen Gesetzesänderung (Restitutions-/ Kunstrückgabegesetz 1998) möglich, erneut die Herausgabe der Gemälde zu fordern. Ab diesem Zeitpunkt war es erstmals möglich Einblick in die Akten der Enteignungsfälle zu nehmen. Fast sieben Jahre und 13.000 Aktenseiten später hat sie es durch ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit doch noch geschafft, die Rückgabe der Gemälde von der österreichischen Regierung zu erwirken. Da der Wert der fünf Bilder von Sachverständigen auf rund 300 Millionen Dollar geschätzt wurde, sah sich Österreich aufgrund eines wesentlich geringeren Kulturbudgets nicht in der Lage, die Bilder für die österreichische Galerie zu kaufen. Bisher ist allerdings nur die "Goldene Adele" ("Adele Bloch-Bauer I") der Öffentlichkeit in der "Neuen Galerie" in New York City zugänglich. Der US-Unternehmer und Kunstmäzen Ronald S. Lauder hatte das Bild im Juni 2006 für 135 Millionen Dollar ersteigert. Die anderen vier Bilder sind bei einer von "Christie's" geleiteten Auktion in Privatbesitz übergegangen.
Copyright/Quelle: Stardust

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Großbritannien 2006

Laufzeit ca.: 90 Minuten

Kinostart / Filmstart: 06.09.2007

Regie: Jane Chablani

Drehbuch: Martin Smith

Schauspieler (Besetzung): -

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