Kinofilm

My big fat greek Summer - Kritik

My Life in Ruins

2002 war die Komödie "My Big Fat Greek Wedding" ein Überraschungserfolg. Darin spielte Nia Vardalos ein modernes Aschenputtel, das den Staub abschüttelt und am Ende eine Traumhochzeit erlebt. Die Geschichte war rund und abgeschlossen, aber für gewöhnlich ziehen erfolgreiche Filme eine Fortsetzung nach sich. In diesem Fall dauerte es bis zum Jahr 2009. Jetzt versucht das Filmteam den Erfolg zu wiederholen. Nach dem bewährten Strickmuster spielt Nia Vardalos ein Mauerblümchen, das seinen Traummann findet. Doch mangels Esprit bleibt die Komödie im Ansatz stecken. Mehr dazu in der Filmkritik.

Handlung / Inhalt
Im Kinofilm "My Big Fat Greek Summer" ist der Slogan "Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen" für Georgia (Nia Vardalos) zum Boomerang geworden. Die Geschichtsprofessorin amerikanischer Abstammung hat in Griechenland einen Job als Reiseführerin angenommen. Gerne möchte sie Besuchern Kultur und Wissen vermitteln, doch die Touristen haben kein Interesse daran, sondern wollen einfach nur unterhalten werden. So entstand ein Teufelskreis. Georgia bekommt von ihren Gruppen nur schlechte Beurteilungen und ihre Chefin gibt ihr aufgrund der Beurteilungen nur noch die hoffnungslosen Fälle. Also wartet wieder einmal eine bunt gemischte Gruppe von Nervtötern auf Georgia. Ins Bild passt auch der neue Busfahrer, der nicht nur wortkarg ist, sondern aussieht aus wie eine Mischung aus Ziegenhirte, Rübezahl und Hippie. Und dann ist da noch der Tourbus, der treffender als fahrender Schrotthaufen zu bezeichnen ist. Als I-Tüpfelchen ist das Hotel eine Absteige. Georgia reicht es und sie reicht die Kündigung ein.

Doch zunächst muss sie diese Rundreise hinter sich bringen. Und die soll alles ändern. Zunächst wundert sich Georgia, dass ihr ein Fremder heimlich Blumen zusteckt. Aber es ist nicht einer der Gäste, wie sie zunächst vermutet, sondern der Fahrer Poupi Kakas (Alexis Georgoulis), der ein Auge auf sie geworfen hat. Das ist für Georgia etwas verwirrend, weil sie Poupi, der darauf besteht, mit seinem Spitznamen angesprochen zu werden, wenig abgewinnen kann (in der englischen Fassung heißt der Mann Pupi; in der deutschen laut Verleih Pupsi).
Da Georgia mit den Augen und nicht mit dem Herzen sieht, braucht es jemanden, der sie für die wahren Dinge empfänglich macht. Und das ist kein Geringerer als Irv (Richard Dreyfuss). Anfangs gibt er den Pausenclown, um seinen eigenen Kummer zu überspielen. Doch als Georgia und Irv einander offen gegenübertreten, erfahren sie beide eine Wandlung. Irv wird zum lebenserfahrenen Ratgeber. Georgia erkennt sich zunächst selbst und gleich darauf in Poupi den Traummann.

Filmkritik My Big Fat Greek Summer

Der Kinofilm "My Big Fat Greek Summer" lässt Nia Vardalos in einer ähnlichen Rolle auftreten wie in "My Big Fat Greek Wedding": Das Mauerblümchen erblüht und findet den Traummann. Für eine romantische Komödie so weit so gut. Allerdings fehlt dem Film ausgerechnet das Romantische. Schlimmer noch: Die Charaktere bleiben ohne Charme und den Dialogen fehlt der Esprit. Da auch der derbe Humor kaum zündet, wirkt die Handlung insgesamt sehr einfallsarm und berechnet.

Die Darsteller gaben sich sichtlich Mühe. Allerdings fehlen Nia Vardalos als Hauptrolle Ausstrahlung, Bandbreite und leider auch die Leichtigkeit. Sie wirkt in ihrem Spiel sehr bemüht. Fast als habe sie ständig im Hinterkopf gehabt, dass ihr Comeback auf Biegen und Brechen funktionieren muss. Bedauernswerterweise ist ihr das ins Gesicht geschrieben. Ihr Film-Partner Alexis Georgoulis macht es anders - allerdings auch nicht viel besser. Im Gegensatz zu Vardalos gibt ihm das Drehbuch jedoch kaum Raum zur Entfaltung gibt. Er macht äußerlich eine Verwandlung vom Urmenschen zum Dressman durch. Ein ebenso beliebtes wie grauenvolles Film-Klischee. Seine inneren Werten spielen im Film keine Rolle.

Apropos Klischees. Die gesamte Reisegruppe, die Georgia im Film herumschleppt, besteht aus Stereotypen. Die netten, aber wegen ihres Dialekts, schwer verständlichen Australier. Zwei liebeshungrige Spanierinnen, die frisch geschieden sind und nach Männern Ausschau halten. Ein borniertes britisches Ehepaar mit pubertierender, maulender Tochter ... Das sind zwar sehr schablonenhafte Rollen - die trotzdem für Komik sorgen könnten, wenn das Drehbuch sie nur ließe. Doch so kommt eines zum anderen: Ein schwaches Drehbuch, ein schlechter Regisseur und Schauspieler, die entweder ausdrucksarm sind oder nichts von sich zeigen (dürfen).

Fazit
Der Kinofilm "My Big Fat Greek Summer" hat nette Momente, die ihn jedoch nicht durchgängig lustig werden lassen. Der derbe Humor ginge dann in Ordnung, wenn er punktgenau säße. So wirkt er gewollt. Auch der Versuch, die Geschichte warmherzig anzulegen, scheiterte. Im Zusammenspiel mit den schlechten handwerklichen Leistungen ist das Ergebnis unstimmig. Fans von Nia Vardalos schauen sich besser die DVD von "My Big Fat Greek Wedding" an.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 30 %

Credits

Original Film-Titel: My Life in Ruins

Land: USA / Spanien 2009

Laufzeit in Minuten ca.: 96

Kinostart / Filmstart: 03.09.2009 > 15.10.2009

Regie: Donald Petrie

Drehbuch: Mike Reiss

Schauspieler (Besetzung): Nia Vardalos, Richard Dreyfuss, Maria Adanez, Sheila Bernette, Alexis Georgoulis, Alistair McGowan, Ralph Nossek, Ian Gomez, Harland Williams, Rachel Dratch, Caroline Goodall, Ian Ogilvy, Bernice Stegers, Sophie Stuckey, María Botto, Brian Palermo, Jareb Dauplaise, Simon Gleeson, Natalie O'Donnell, Rita Wilson

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