Kinofilm

Creep

In den tiefen Tunneln der U-Bahnen lauert das Grauen. Nach "Kontroll" schickt sich "Creep" an, die Dunkelheit mit Gänsehaut zu füllen. Zwei Arbeiter, die in London die Abwasserkanäle inspizieren, treten das Grauen los. Ein grässliches Quietschen unterbricht ihre Arbeit und etwas zerrt die verschreckten Männer ins Dunkel ...

An der Oberfläche herrscht ausgelassene Heiterkeit. Die maulige Kate (Franka Potente) verlässt eine langweilige Party, um auf einer anderen George Clooney zu treffen. In der U-Bahn-Station zischt sie noch ein Minifläschchen Wodka und döst benebelt ein. Das Erwachen ist wenig berauschend. Betriebsschluss: Die Ausgänge sind verschlossen. Kate ist gefangen. Ein verirrter Zug scheint die Erlösung, doch die Fahrt endet im Tunnel. Hier überfällt sie ihr zugekokster Kollege Guy (Jeremy Sheffield). Der Kampf endet unentschieden, denn das Etwas zerrt den Mann aus dem Waggon. Für Kate, die eben der Vergewaltigung entging, beginnt der Albtraum erst. Atemlos hetzt sie über die Schienen, während ihr Verfolger weitere Opfer holt.

Kritik: Weshalb in U-Bahn-Tunneln das Böse lauern soll, leuchtet nicht ganz ein, denn es sind von Menschen geschaffene Bauwerke - im Gegensatz zu Wald und Wildnis (siehe "Wrong Turn", "Cabin Fever"). Weiterhin eigenartig, dass in London U-Bahn-Tunnel und Kanalisation praktisch eins sind. Damit nicht genug, bieten sie Zugang zu einem verwaisten Operationssaal, in dem ein Forscher Menschenversuche durchführte. Sein letztes Opfer scheint eine Mutation zu sein, die Menschen fängt und damit ihre Haustiere (Ratten) füttert. So ganz genau erklärt es der Kino-Film nicht - und so genau will man es auch gar nicht wissen, denn nach einem spannenden Anfang sinkt die Begeisterung für den Kino-Film kontinuierlich. Zum einen fehlt die Identifikationsfigur. Franka Potente spielt eine unsympathische, überkandidelte Zicke, deren Schicksal an einem rückwertigen Körperteil vorbeigeht. Die restlichen Opfer des Monsters, zwei Obdachlose sowie zwei Kanalarbeiter, lernen Sie nicht genug kennen, um Mitleid zu entwickeln. Allerdings bleibt nicht nur das Mitgefühl aus, sondern auch der Horror. Das Gequietsche des Monsters ist anfangs schauerlich, die Tunnel erzeugen Platzangst. Doch je länger die holperige Handlung andauert, desto mehr verliert sie an Wirkung. Die schlecht geschminkte Franka Potente rennt und rennt. Der Kino-Film spult dazu unmotiviert die üblichen Schockeffekte ab. Rasch hat die Story endgültig verspielt und das Prädikat "gruselig" steht nur mehr für Drehbuch und Regie.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Großbritanien 2004

Laufzeit ca.: 88 Minuten

Kino-Start: 10.03.2005

DVD-Start: 22.07.2005

Regie: Christopher Smith

Drehbuch: Christopher Smith

Schauspieler (Besetzung): Franka Potente (Kate), Jeremy Sheffield (Guy), Paul Rattray (Jimmy), Kelly Scott (Mandy), Vas Blackwood (George), Ken Champbell (Arthur), Sean Harris (Craig)

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