Kinofilm

Ferdinand - Geht STIERisch ab!

Die Geschichte eines sanftmütigen Stiers, der alles andere im Sinn hat als in der Arena zu kämpfen. Doch wird es ihm gelingen, von seinem vorbestimmten Weg abzuweichen?

Der Stier Ferdinand ist bereits als Kind anders als seine Artgenossen. Anstatt mit den Kameraden zu raufen, ist er in ein Blümchen vernarrt. Dafür verlachen ihn die anderen Stiere und sprechen von ihrem großen Traum: Es gibt für einen Stier nur einen Lebensweg. In der Arena kämpfen und den Matador zu besiegen. Mit diesem Gedanken verlässt auch Ferdinands Vater die Finka. Bald darauf gelingt Ferdinand die Flucht und er findet ein neues Zuhause bei einem Blumenzüchter und seiner Tochter Nina. Dort wächst er wie ein Haustier heran und ist mit sich und dem Leben rundum zufrieden.
Schon bald ist Ferdinand zu einem außergewöhnlich großen Stier herangewachsen und hat immer noch das Gemüt eines Lamms mit einem riesigen Herzen. Das wissen Nina und ihr Vater - doch der Rest der Welt nicht. Aus Vorsicht soll Ferdinand darum in diesem Jahr nicht am Blumenfest teilnehmen dürfen. Er versucht sich trotzdem einzuschleichen und landet nach einem Amoklauf wieder auf der Finka. Nun hat er nur noch eines im Kopf: Zurück nach Hause. Doch wie soll er aus der stark gesicherten Umgebung entkommen?

Kritik

"Ferdinand geht stierisch ab" ist ein Animationsfilm für Kinder. Die bekommen ein buntes Abenteuer mit vielen überdrehten Einfällen zu sehen. Diese reichen von einem Dance Battle zwischen den Stieren und einem arroganten Lipizzaner-Trio, über einen anarchistischen Igel mit pinkfarbener Mähne bis hin zur Reanimation eines Hasen. Die Animation zeigt die Tiere weniger naturgetreu, sondern als lustige Cartoon-Figuren. Insgesamt fällt die Animation etwas sparsam aus, insbesondere bei Blicken über landschaftliche Idyllen sind die Hintergründe auffällig detailarm. Nichts zu meckern gibt es am 3D-Effekt, der dem Film Tiefe verleiht.

Die Handlung erzählt eine einfache Geschichte und dient als Rahmen für allerhand Klamauk. Nach der Einführung der Charaktere ist Ferdinand flugs erwachsen und erlebt sein Abenteuer, das zumindest für Erwachsene recht vorhersehbar ist. Heikel ist die Entscheidung das Thema Stierkampf zu thematisieren. In einen Kinderfilm passt keine blutige Darstellung und zunächst macht es den Eindruck, dass der Kampf ausgespart bleibt. Doch das Finale verlegt der Film dann doch in die Stierkampfarena. Dort versucht die Produktion in groben Zügen realistisch und gleichzeitig lustig zu sein. Das gelingt nur bedingt. Selbstverständlich verlässt Ferdinand die Arena lebend, der Matador wird lächerlich gemacht. Trotzdem ist die Darstellung ein eigenwilliger Kompromiss, denn sie spricht weder klar für noch gegen den blutigen Sport. Und es bleibt den Eltern überlassen, ihren Kindern zu erklären, warum der Mann mit einem Schwert auf das Tier losgeht.

Die Charaktere, insofern man davon sprechen möchte, sind schlicht gehalten. Ferdinand ist damit charakterisiert, dass er ein übergroßes Herz hat. Mit dem Mädchen Nina verbindet ihn eine innige Freundschaft. Nina selbst hat keinen erkennbaren Charakter. Die restlichen Tiere sind einfach dargestellt. Die Ziege Elvira steht unter Strom und kann weder ihre Klappe halten noch die Füße still halten. Sie steuert gespielte Witze bei die darin bestehen, dass sie alles Mögliche frisst und wieder ausspuckt. Die Pferde sind überheblich und fast böse. Das hilfreiche Trio entstammt der autonomen Szene.

Fazit
Dem Titel wird der Film erst im Finale gerecht. Über weite Strecken ist die Handlung zwar flott aber nicht auf der Überholspur. Die Story ist dünn geraten und setzt auf albernen Humor, der mit vielen Wiederholungen arbeitet. Die Lipizzaner sprechen Österreichisch, heißen Franz, Josef und Sissi. Dass sie sogar als Schuhplattler auftreten erstaunt. Manche Witze zünden nicht, wie etwa der depressive Hund. Alles in allem ist "Ferdinand geht stierisch ab" ein netter Kinderfilm.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %

Original Filmtitel: Ferdinand
Land: USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 106
Genre: 3D • Abenteuer • Animation • Familie • Komödie
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 14.12.2017
Heimkino: 30.04.2018

Regie: Carlos Saldanha
Drehbuch: Robert L Baird • Tim Federle • Brad Copeland • Ron Burch • David Kidd • Don Rhymer

Sprecher: Daniel Aminati (Ferdinand) • Bettina Zimmermann (Elvira) • Ben (Paco, der Hund) • Max Giermann (Valiente) () • Steven Gätjen (Tierfänger) • Simon Schwarz (Franz)

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