Kinofilm

C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben - Kritik

Le Premier jour du rest de ta vie

Wenn man sein eigenes Leben betrachtet, sind es oft die kleinen, alltäglichen Dinge, die eine besondere Rolle spielten und daher im Gedächtnis bleiben. So ergeht es auch der Familie von Marie-Jeanne und Robert. Eine normale französische Familie, bestehend aus den Eltern und drei Kindern, die auf fünf Stationen zurückblickt.

Inhalt / Handlung
Der Kinofilm "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben" erzählt aus dem Leben. Das klingt zunächst wenig spannend, erweist sich beim Sehen jedoch als Glücksfall. In fünf Kapiteln erzählt er von einschneidenden Begebenheiten. Marie-Jeanne (Zabou Breitman) und Robert (Jacques Gamblin) leben mit ihren Kindern Albert (Pio Marmai), Raphael (Marc-André Grondin) und Fleur (Déborah Francois) in einem kleinen Haus. Zum Auftakt des Films zieht Albert aus. Weg aus dem Nest der Familie in ein kleines Zimmer im Haus des Großvaters.

Damit kommt Bewegung ins Gefüge: Ein kurzer Kampf um das freigewordene Zimmer entbrennt. Und Marie-Jeanne sieht die Familie zerbrechen, ist der Meinung, ein Kind verloren zu haben. Während des Umzugs steht für Robert eine weitere Begegnung mit seinem misslaunigen Vater an, der ihm wieder vorhalten wird, dass der eigene Sohn es im Leben zu nicht mehr gebracht hat, als Taxifahrer zu werden! Und genau das passiert. Der alte Herr lässt seiner Missstimmung freien Lauf ...
Derartig setzt der Film seine Geschichte fort. Ein Ereignis bildet den Dreh- und Angelpunkt des Kapitels, das einem Familienmitglied gewidmet ist. Das kann eine Fahrprüfung, der erste Sex, oder eine Hochzeit sein. Zudem kommen Muster zur Sprache, die wir alle kennen. Robert, selbst Vater von drei erwachsenen Kindern, wird in den Augen seines Vaters nie erwachsen. Der Großvater verachtet seinen Sohn und kreidet ihm jede Kleinigkeit an, während er sich mit dem Enkelsohn blendet versteht und nachgiebig ist. Mutter Marie-Jeanne schreibt sich wieder an der Uni ein und findet neue Freunde im Alter ihrer Tochter - was in Fleurs Augen absolut peinlich ist.

Filmkritik

Das Besondere an "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben" ist der Umstand, dass der Film mitreißt und begeistert ohne effektheischend zu werden. Es gibt keine Sturmflut oder ein Erdbeben - wie es Hollywood wohl gemacht hätte. Hinzu kommen die beachtenswerten Leistungen der Darsteller. Und auch handwerklich ist der Film interessant. Je nach Kapitel kam eine andere Kameratechnik zum Einsatz. Ein Weitwinkel unterstreicht, dass Sohn Albert auf Abstand geht. Fleurs Rebellion setzt auf eine unruhige Handkamera. Raphael, der sich selbst treiben lässt, tut dies vor einer ruhigen Steadycam. Marie-Jeannes Episode bekommt durch das Teleobjektiv eine intime Note, indem die Hintergründe verschwimmen. Während Roberts Kapitel dank besonderem Licht starke Kontraste erhält.

Fazit
Die Familien-Komödie "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben" erfindet das Rad nicht neu. Und es gibt einige wenige störende Details, die kaum der Erwähnung wert sind. Das Ergebnis ist so rund geworden, dass ich nur urteilen kann: ansehen lohnt.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 80 %

Credits

Original Film-Titel: Le premier jour du reste de ta vie

Land: Frankreich 2007

Laufzeit in Minuten ca.: 113

Kinostart / Filmstart: 23.04.2009

Regie: Rémi Bezançon

Drehbuch: Rémi Bezançon

Schauspieler (Besetzung): Jacques Gamblin, Zabou Breitman, Déborah François, Pio Marmaï, Marc-André Grondin

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