Kinofilm

Radio Rock Revolution - Kritik

The Boat That Rocked

In einer Zeit, in der private Radiostationen, Internetradios und Musikfernsehen alltäglich sind, scheint es kaum vorstellbar, dass es eine Zeit gab, in der Rockmusik praktisch Mangelware war und von einem Piratensender gespielt wurde, der dem langen Arm des Gesetzes dadurch entging, dass er auf offener See auf einem Schiff ankerte.

Inhalt / Handlung
Im Jahr 2009 ist es kaum vorstellbar, dass 1966 Rockmusik Mangelware wahr, denn die BBC spielte pro Woche gerademal 2 Stunden die begehrte Musik. Die Versorgungslücke schloss ein Piratensender, der von einem Schiff aus sendete. Außerhalb der Dreimeilenzone entzog er sich dem staatlichen Zugriff und machte Programm für die nach Rockmusik dürstenden Briten. Für den Betreiber des Senders (Bill Nighy) ein einträgliches Geschäft und für den Staat eine ständige Provokation. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die Gesetzestreuen einen Hebel finden würden, um dem Treiben ein Ende zu setzen.

Der Kinofilm "Radio Rock Revolution", der im englischen treffender "The Boat That Rocked" heißt, erzählt vom Alltag auf dem Radioschiff. Seinem speziellen Mikrokosmos und den Menschen, die so begeistert von Rockmusik waren, dass sie dafür das Leben auf einem Schiff in Kauf nahmen.
Herausgegriffen wurde die Zeit kurz vorm Untergang des Schiffs. Sie beleuchtet den Mikrokosmos an Bord, der keineswegs alltäglich ist, denn die Crew hinter "Radio Rock" besteht aus Freaks, die die eine oder andere Marotte pflegen. Zudem ist in der drangvollen Enge eines Schiffes Ausweichen unmöglich und so kommt es zu kleinen und großen Katastrophen - zwischenmenschlichen und technischen.

Filmkritik

Der Kinofilm "Radio Rock Revolution" ist eine gelungene Zeitreise in die 1966. Jahre, inklusive grässlicher Frisuren und scheußlicher Mode. An den Parametern wurde zugunsten der Lacher gedreht. So ist Kenneth Branagh als Regierungsbeamter ganz klar der Böse, während die Musikpiraten für die Musik leben und eindeutig die Guten sind.
Technisch wirkt die Produktion etwas eingeschränkt. So verlässt die Kamera das Schiff nur selten - zeigt wiederholt dieselben, begeisterten Hörer am Radio in nur leicht veränderten Umständen. Das ist zugunsten des Ganzen zu verschmerzen, denn der Film stellt klar die schrulligen Charaktere in den Mittelpunkt, die wie in einem Episodenfilm alle ihren "Auftritt" bekamen.

Fazit
"Radio Rock Revolution" ist eine typisch britische Produktion, die ein kleines Thema in den Mittelpunkt stellt und liebevoll aufbereitet. Auf Bombast und Spezialeffekte wurde weitgehend verzichtet. Ein Interesse an den Themen Radio und Rockmusik sollte der geneigte Cineast unbedingt mitbringen.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 70 %

Credits

Original Film-Titel: The Boat That Rocked

Land: Großbritannien 2008

Laufzeit in Minuten ca.: 135

Kinostart / Filmstart: 16.04.2009

Regie: Richard Curtis

Drehbuch: Richard Curtis

Schauspieler (Besetzung): Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Rhys Ifans, Kenneth Branagh, Nick Frost

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