Kinofilm

Göttliche Intervention - Eine Chronik von Liebe und Schmerz - Kritik

Intervention Divine

Ein Mann in einem Nikolauskostüm läuft einen kargen Hügel hinauf, gehetzt von einer Bande Jugendlicher. Seine Kiepe zerbricht auf der Flucht und Hochglanzpakete fallen auf kargen Boden. Die Verfolger ignorieren die Pakete und die Hetze endet auf dem Höhepunkt des Berges, an einer kleinen Kapelle. Hier fängt die Kamera den Nikolaus und die Verfolger näher ein. Der Nikolaus hat unter dem Rippenbogen ein großes Messer stecken. Er hält sich an einer Mauer fest. Schnitt. Später ist der Mann wieder zu sehen, in einem Krankenzimmer im Krankenhaus. Schnitt.

Kleinkrieg unter Nachbarn. Ein Mann kommt in staksigem Gang aus seiner Haustür, in der Hand einen Plastikbeutel. Er wirft den Beutel im hohem Bogen über eine Mauer und verschwindet wieder in der Haustür. Schnitt. Der selbe Mann kommt, anders gekleidet, aus seiner Haustür, in der Hand einen Plastikbeutel. Er wirft den Beutel in hohem Bogen über eine Mauer und verschwindet wieder in der Haustür. Schnitt. Der Film wiederholt die Szene mehrfach - bis endlich die Nachbarin den Müll in den Hof des Verursachers zurückwirft und es zu einem kurzen Satzwechsel kommt. Schnitt.
Ein Mann wartet auf einen Bus der nicht kommt. Schnitt. Ein Mann wartet auf einen Bus der nicht kommt. Schnitt.
Ein Paar trifft sich in einem Auto am Grenzübergang und hält Händchen. Sie blicken in entgegengesetzte Richtungen. Schnitt. Ein Paar trifft sich in einem Auto am Grenzübergang und hält Händchen. Sie blicken in entgegengesetzte Richtungen. Schnitt. (...)
Gesprochen wird nur das Allernötigste. Immer und immer wiederholt der Film dieselben Szenen: Kleinkrieg, Schikanen.

Filmkritik

Ich gebe ehrlich zu: In der 60. Filmminute versuchte ich zu gehen. Mein Bein war eingeschlafen. In der 62. Filmminuten verließ ich das Kino. Vielleicht hätten die verpassten 30 Minuten meinen Eindruck des Films um 180 Grad gedreht? 62 Minuten lang eine quälende Bildfolge die sich als abstrus, surreale Groteske präsentiert. Dies ist nicht der erste, der Qual darstellt, indem er den Zuschauer qäult. Es wird auch nicht der letzte Film sein. Die Frage ist, ob man sich als Zuschauer quälen lässt. Es gibt solche deren Bildsprache ich verstehe und es gibt andere deren Bildsprache ich nicht verstehe. Dies ist - ein Kunstfilm - zweifelsohne.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Intervention Divine"

Frankreich / Palästina 2002

Laufzeit ca. 92 Min.

Regie: Elia Suleiman

Kinostart / Filmstart: 03.04.2003

Schauspieler (Besetzung): Elia Suleiman, Manal Khader, Nayef Fahoum Daher, Amer Daher, Jamel Daher, Nazira Suleiman, Emma Boltanski

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