Kinofilm

Dick und Jane - zu allem bereit, zu nichts zu gebrauchen - Kritik

Fun with Dick and Jane

Jim Carrey ist zurück: Viel Slapstick und Grimassen-Schneiderei bilden die Grundlage dieser "Wirtschaftskomödie". Der gefeuerte Dick fällt die Karriereleiter hinauf und gleich wieder hinunter. Nimmt Rache am bösen Chef und endet als neuzeitlicher Robin Hood.

Der amerikanische Traum vom Leben scheint für Dick (Jim Carrey) und seine Frau Jane (Tea Leoni) endlich wahr zu werden. Dick wird im wahrsten Sinne des Wortes nach ganz oben befördert. Jane gibt daraufhin den Job im Reisebüro auf und das Eigenheim wird aufgehübscht. Dumm nur, dass Dicks Ausflug mit einer Bruchlandung endet, denn der Job als Firmensprecher ist ein Himmelfahrtskommando. Vor laufender Kamera soll Dick den Bankrott seines Brötchengebers rechtfertigen. Doch die herbe Schlappe ist erst der Anfang des Abstiegs.

Der Stolz hält Dick davon ab, irgendeinen Job anzunehmen. Erst als es nicht mehr anders geht, versucht er sich als Werber im Supermarkt oder als Tagelöhner. Jeder Versuch mit einem dieser Jobs Geld zu verdienen, geht bei ihm so schief wie bei Jane, die im Fitnesscenter anheuert oder als Versuchskaninchen neue "Schönheitsprodukte" testet (und danach aussieht, als habe sie die Beulenpest). Es hilft alles nichts, "Dick und Jane" müssen erkennen, dass sie nicht mehr viel verlieren können, denn das Mobiliar ist bereits verscherbelt - sogar der Rasen vorm Haus fehlt. Da "dreht" Dick durch. Er klaut bei seinen Nachbarn Rasenstücke und versucht sich fortan als glückloser Räuber. Erst als Jane ihm dabei unter die Arme greift, machen sie eine Zeit lang als neuzeitliche "Bunny und Clyde" Karriere. Doch eine Beinahe-Verhaftung öffnet ihnen die Augen. So kann es nicht weitergehen. Wenn schon jemanden ausrauben, dann jemanden, der es verdient hat. Zum Beispiel Dicks ehemaligen Boss.

Filmkritik

Jim Carrey hatte in "Vergiss mein nicht" versucht, als Charakterdarsteller Fuß zu fassen. Nun kehrt er in das gewohnte Fach des Comedian zurück und liefert mit "Dick und Jane" eine typische Onemanshow. Er kaspert, wo es nur geht. Schneidet jede Menge Grimassen oder legt alberne Verkleidungen an. Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch stimmig umgesetzt, indem der Kinofilm die Albernheiten kontinuierlich steigert. So muss ein überfallener Verkäufer den Gaunern sogar noch Kaffee zum Mitnehmen einpacken. Wobei aus der Frage, ob mit oder ohne Milch, noch ein Gag herausgeschunden wird. Das ist charakteristisch für diese Komödie, die keine Möglichkeit ungenutzt lässt, um immer noch einen Witz mehr unterzubringen. Das wirkt stellenweise schon etwas bemüht, etwa wenn sich die Familie am Rasensprenger der Nachbarn wäscht. Außerdem fragte sich der Kritiker, ob Jim Carrey nicht langsam zu alt wird für diese Art von Späßen?

Die eigentliche Handlung ist einfach gestrickt und soll, wie die Gags, gezielt junges Publikum ansprechen, beziehungsweise all jene, denen der Sinn nach einer einfachen Komödie steht. Kritisch betrachtet nutzt die Story eine fragwürdige Moral. So leben "Dick und Jane" den amerikanischen Traum eine Zeit lang, indem sie andere ausrauben. Das machen sie später wieder gut, indem sie es als Robin Hoods dem fiesen Chef heimzahlen und nicht nur sich selbst, sondern auch andere am Reichtum teilhaben lassen. Aber bestraft werden sie für ihre Verbrechen nicht. Allerdings zielt der Kinofilm wie gesagt nicht auf Menschen die Fragen stellen und Programmkino-Publikum, sondern auf Jungvolk und Fans, die Jim Carrey in seinen Rollen als Suppenkaspar lieben. Und die werden auf ihre Kosten kommen.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Fun with Dick and Jane"

Land: USA 2005

Laufzeit ca.: 90 Minuten

Kinostart / Filmstart: 05.01.2006

DVD-Start: 01.06.2006

Regie: Dean Parisot

Drehbuch: Judd Apatow, Nicholas Stoller

Schauspieler (Besetzung): Jim Carrey (Dick Harper), Téa Leoni (Jane Harper), Alec Baldwin (Jack McCallister), Richard Jenkins (Frank Buscombe)

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