Kinofilm

about a boy - der tag der toten ente - Kritik

Mit Verantwortung und Beziehungen hat der egoistische Junggeselle Will Freeman (Hugh Grant) nicht viel am Hut. Ein bisschen Spaß haben und dann war es das auch schon. Lästig ist der Akt der Trennung ... bis Will auf die Idee kommt sich an allein erziehende Mütter heranzumachen. Etwas Verantwortung mimen, ein wenig ein netter Kerl sein und darauf hoffen, dass die Frau die Reißleine zieht und ihn verlässt, damit er am Ende gut dasteht. Fast würde der Plan funktionieren und Will schmuggelt sich erfolgreich in eine Gruppe für Alleinerziehende ein, doch ausgerechnet ein Junge macht ihm einen Strich durch die Rechnung.

Marcus ist ein Außenseiter - nicht zuletzt wegen seiner depressiven, ökologischen Mutter, die mit ihren Idealen vieles erreicht, aber ihr Leben nicht in den Griff bekommt. Also beschließt Marcus, dass er die Verantwortung für seine Mutter nicht länger alleine tragen kann. Ein Dritter muss her, ein Mann. Zunächst findet er Will zum kotzen, denn Marcus durchschaut Wills falsches Spiel sofort. Doch als Marcus mit sturer Beharrlichkeit in Wills Leben drängt und einfach da ist, kapituliert Will, der gerne eine Insel wäre.
Will lebt von den Tantiemen die ihm ein erfolgreiches Lied einbringt, welches sein Vater schrieb. Seinen Tag hat er in Zeiteinheiten eingeteilt. Jede Einheit ist eine halbe Stunde. Eine Einheit = Frühstücken, Mittagessen (auswärts) = drei Einheiten usw. Ansonsten pflegt Will ein gepflegtes Nichtstun. Weil er damit bei den wenigsten Frauen landen kann, ersinnt er Notlügen und erfindet einen Sohn.
Marcus erkennt als Erster die Nichtexistenz des Sohnes und erpresst ein Date zwischen Will und seiner Mutter. Will findet die Öko-Schnickse grauenvoll und daran wird sich so schnell nicht viel ändern. Aus einer Laune heraus nimmt sich Will Marcus an. Er kleidet ihn neu ein. Somit legt Marcus in der Schule zumindest äußerlich die Außenseiterrolle ab. Doch das Verantwortungsgefühl steht auf tönernen Füssen bis Will plötzlich auf Marcus' Hilfe angewiesen ist.

Filmkritik

Im Off kommentieren Will und Marcus ihr Erleben. Dass ist streckenweise zum Kugeln. Zum Beispiel wenn Marcus im Restaurant seine Mutter bewundert, die den tollen Pulli trägt und Will den Pulli für ein Yeti-Kostüm hält. Der Film kennt aber auch andere Momente: nachdenkliche, traurige Szenen. Erstaunlich ist die Tatsache, dass der Film trotz Hugh Grant funktioniert, denn Hugh Grant spielt genau das, was er immer spielt. (Vielleicht spielt er was die Leute sehen wollen - mich ausgenommen.) Ein bisschen mit den Augen zwinkern, die Welt nicht verstehen und den Mund offen stehen lassen. Da ihn die anderen Darsteller trotzdem nicht an die Wand spielen fällt das im Film kaum auf. Außer, man fragt sich, was Frauen an dem Mann finden? Fazit: Die Handlung ist für ein breites Publikum geschrieben worden. Wenig Ecken, keine Kanten. Ein Film der unterhalten soll und einfach zu verdauen. Reingehen und Spaß haben.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "About A Boy"

Großbritannien / USA 2002

Kinostart: 22.08.2002

Laufzeit ca. 101 Min.

Regie: Chris Weitz, Paul Weitz

Drehbuch: Peter Hedges, Chris Weitz, Paul Weitz

Schauspieler (Besetzung): Hugh Grant (Will), Toni Collette (Fiona), Rachel Weisz (Rachel), Nicholas Hoult (Marcus), Victoria Smurfit (Susie)

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