Kinofilm

10.000 B.C. - Kritik

Menschen brauchen Helden. Davon zeugen alte Sagen und Überlieferungen, wie zum Beispiel die griechischen Heldensagen. Aber auch neuzeitliche Heroen, die Comics entsprangen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Und das Kino mit seiner ausladenden Leinwand bildet den idealen Rahmen um Heldentum in Szene zu setzen. Roland Emmerich versuchte nun ein weiteres Heldenepos zu schaffen - kein modernes sondern eines, dass in einer Zeit angesiedelt ist, als der Mensch noch Jäger und Sammler war ...

Der Kinofilm "10000 BC" spielt in einer längst vergangenen Epoche, als die Menschen noch Mammuts jagten und den Elementen trotzen mussten. Da sah alte Mutter, dass das bisherige Leben des Stammes enden würde und ein neues Zeitalter beginnen. Ausgelöst werden sollte diese Umwälzung durch die Ankunft eines blauäugigen Mädchens. Und eines Tages tritt die Prophezeiung ein. Ein blauäugiges Mädchen, dem der Stamm den Namen Evolet (Hoffnung) gibt, erzählt, dass sein Volk von vierbeinigen Dämonen überfallen wurde.
Zeitsprung. Jahre später ist Evolet (Camilla Belle) zu einer attraktiven jungen Frau herangewachsen. Jeder junge Krieger des Stammes begehrt sie, doch Evolet ist dem Mann versprochen, dem es gelingt, allein ein Mammut zu töten. Und dies soll ausgerechnet D'Leh (Steven Strait) gelingen, den alle nur den Sohn des Feiglings nennen, weil sein Vater einst den Stamm verließ. Was nur Tic'Tic (Cliff Curtis), der beste Freund des Vaters, weiß: Er ging, um auf eigene Faust eine Lösung zu suchen und nicht auf die Erfüllung der Prophezeiung zu warten. Doch er kehrte nie zurück. In der Jetztzeit gelingt es D'Leh zwar ein Mammut zu töten, doch der Zufall hatte seine Hand im Spiel und sein Sieg war nicht rechtens. Und weil er ein ehrlicher junger Mann ist, gibt er den weißen Speer (und damit auch Evolet) zurück. Doch ehe es zum großen Streit kommt, überfallen Reiter den Stamm und versklaven fast alle Stammesangehörigen.

Deshalb machen sich Tic'Tic und D'Leh auf die Suche nach ihren Brüdern und Schwestern. Eigentlich auf die Suche nach Evolet, denn deren Schönheit hat es nicht nur den Stammesbrüdern angetan, sondern auch den Sklavenjägern. Doch das ist eine andere Geschichte, die erst später zum Tragen kommt. Zunächst müssen die tapferen Jäger zu Kriegern werden und den Häschern nachsetzen. Dabei entdeckt D'Leh unfreiwillig seine Fähigkeit, mit Tieren kommunizieren zu können. Sein erster Kontakt findet ausgerechnet mit einem Säbelzahntiger statt, der größer ist als er selbst! Doch weiter geht die Reise. Es gelingt den Männern Verbündete zu gewinnen, die mit ihnen in den Krieg ziehen wollen. Und die sind bitter nötig, denn ihr Gegner ist mächtig. Es niemand Geringerer als der ägyptische Herrscher (das Wort Pharao fällt nach meiner Erinnerung nicht), der eben die große Cheops Pyramide bauen lässt und dazu Arbeitssklaven braucht. Doch was ist ein sterblicher Pharao gegen einen entschlossenen Krieger, der für seine Liebe kämpft?

Filmkritik

Roland Emmerich, der das Drehbuch schrieb und Regie führte, hatte wohl Großes im Sinn. Dementsprechend fügte er Imposantes zusammen: Afrika, die Wiege der Menschheit. Mammuts und Säbelzahntiger. Das Ende der Eiszeit. Die Entdeckung des Ackerbaus. Der Bau der ägyptischen Pyramiden. Prophezeiungen und Schamanismus. Zusammengehalten von der Wandlung des Helden: vom Jäger zum Krieger. Allerdings fehlt seiner Geschichte die Eigenständigkeit. Vielmehr macht es den Eindruck, als habe jemand eindrucksvolle Motive in einen Topf geworfen und zusammengerührt - ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob das Ganze überhaupt zusammenpasst. So verwundert es, dass in Afrika Stämme mit farbiger als auch welche mit fast weißer Hautfarbe leben. Und die ägyptischen Priester wie Inder aussehen. Auch die geschichtlichen Datierungen erstaunen. Das Ende der Eiszeit, die Entdeckung des Ackerbaus und die Entstehung der Pyramiden fielen (laut Wikipedia) nicht in den Zeitraum, in dem der Film spielt. Gut, es handelt sich hier um keine Dokumentation und es wäre zu verschmerzen, würde der Film ein richtig gewaltiges Kino-Märchen auftischen, dass einfach mitreißt und die Schwächen vergessen lässt. Doch weder die lahme, vorhersehbare Story, noch die Leistung der Darsteller, die Filmmusik oder die lauen Tricks können über die grundsätzliche Schwäche hinwegtrösten. Unterm Strich ergibt der Kinofilm "10.000 BC", selbst als Popkornkino gewertet, ein schwaches Bild.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2008

Laufzeit in Minuten ca.: 109

Kinostart / Filmstart: 06.03.2008

DVD-Start: 07.07.2008

Blu-ray-Start: 07.07.2008

Regie: Roland Emmerich

Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser

Schauspieler (Besetzung): Camilla Belle, Steven Strait, Cliff Curtis, Omar Sharif, Suri van Sornsen, Tim Barlow

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