Durch den Tod seiner Frau wird das Leben von Jonathan Rivers (Michael Keaton) bis in die Grundfeste erschüttert. Ein Neuanfang soll helfen den Schmerz zu verarbeiten. Eine andere Wohnung ist schnell gefunden und bezogen. Die ersehnte Ruhe bleibt ihm verwehrt, denn Raymond Price (Ian McNeice) reißt die Wunde erneut auf, indem er behauptet, Botschaften von Anna (Chandra West) aus dem Jenseits zu empfangen.
Jonathan schenkt der Behauptung zunächst keinen Glauben, folgt dann doch dem Angebot des Fremden. Wie es scheint, meldet sich Anna tatsächlich als paranormale Tonbandstimme. Fast augenblicklich erfasst den Witwer eine Besessenheit für dieses Phänomen und seine Technik. Allerdings ist die Arbeit mit den Toten nicht ungefährlich. Eines Nachts stirbt Raymond unter mysteriösen Umständen und Jonathan tritt die Nachfolge an. Sein Wohnraum wird zur paranormalen Kommunikationszentrale. Stundenlang starrt er auf verrauschte Monitore und hofft auf weitere Zeichen. Die sind alles andere als erfreulich. Anna scheint ihn vor etwas warnen zu wollen. Undeutlich glaubt Jonathan Verbrechen sehen zu können, die noch nicht geschehen sind. Für ihn besteht die Lebensaufgabe ab sofort darin, die Zukunft zu ändern. Das wiederum stößt bei der Gegenseite auf wenig Gegenliebe. Die Geister schlagen zurück.
Filmkritik
Das Phänomen der paranormalen Tonbandstimmen, das in England EVP (Electronic Voice Phenomenon) heißt, erregt periodisch Aufsehen. Sei es durch Bücher oder durch Filme. Mit seiner Mischung aus vertrauter Technik, Unerklärbarkeit und Esoterik bildet es eine ideale Angriffsfläche für einen Horrorfilm.
Der Kinofilm "White Noise - Schreie aus dem Jenseits" spinnt daraus wirren Käse und unterschreitet die Schwelle des Nachvollziehbaren deutlich. Das beginnt mit einem Helden, der von jetzt auf gleich seine bürgerliche Existenz vergisst um fortan nur noch dem EVP zu dienen. Für Sie als Zuschauer heißt es, Sie starren ebenfalls verzweifelt auf Großaufnahmen rauschender Monitore, deren alberne Geisterbilder eher Schulterzucken erzeugen als Gänsehaut. Weiter geht es mit dem Plot, dessen Drahtzieher drei Geister sind, die den Tod von drei Frauen befahlen. Der Film verrät nicht, wozu das passiert. Brauchen männliche Geister Gesellschaft von weiblichen Geistern?
Mit Erklärungen hält man sich nicht lange auf, sondern setzt auf Vordergründigkeit. Der Protagonist kauft für seine Frau Lilien (Todesblumen) und siehe da, an just diesem Tag stirbt sie. Das klassische Medium absolviert einen Kurzauftritt, in dem es stöhnt und theatralisch durch die Wohnung läuft. Ian McNeice als Amateur-Esoteriker soll durch Körperfülle für einen bleibenden Eindruck sorgen. Am besten gefällt allerdings der Showdown. In einer alten Fabrikhalle, in die es hineinregnet, stehen ebenfalls die namensgebenden, rauschenden Monitore. Elektrogeräte und Wasser - das gäbe einen prima Elektroschock, aber ach, die Story plätschert bis zum Ende ohne Höhepunkt dahin. Es gibt zwar eine Hand voll Schreckmomente, doch die verursachen weder Grusel noch Spannung. Mittendrin steht Michael Keaton auf verlorenem Posten, denn auch sein Spiel tangiert nicht. Er schafft es nicht, den Zuschauer zu berühren oder mitzunehmen. Unterm Strich ist es spannender zu Hause auf das Rauschen des Fernsehers zu starren und sich dabei erschrecken zu lassen.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Credits
Original Film-Titel: "White Noise"
Kanada / USA / Großbritannien 2004
Laufzeit ca. 100 Min.
Kino-Start: 24.02.2005
Regie: Geoffrey Sax
Drehbuch: Niall Johnson
Schauspieler (Besetzung): Michael Keaton (Jonathan Rivers), Chandra West (Anna Rivers), Deborah Kara Unger (Sarah Tate), Ian McNeice (Raymond Price), Sarah Strange (Jane), Nicholas Elia (Mike Rivers), Mike Dopud (Detective Smits)