Kinofilm

Terminal - Kritik

Flughäfen sind besondere Orte. Dafür optimiert, Menschen möglichst effektiv zu befördern. Für längere Aufenthalte wurden sie nicht konzipiert. Was, wenn ein Mensch gezwungen wäre, an einem Flughafen dauerhaft zu leben?

Kaum auf dem New Yorker John F. Kennedy Airport angekommen, erfährt Viktor Navorski (Tom Hanks), dass sein Pass nicht mehr gültig ist, weil im fiktiven Land Krakozhia geputscht wurde. Folglich darf er weder ein- noch ausreisen. Die Transit-Launch wird sein neues Zuhause. Viktor ist nicht der einzige Leidtragende: Für den Sicherheitsbeauftragen Frank Dixon (Stanley Tucci) ist er ein Fall, den es eigentlich nicht gibt. Trotzdem muss er ihn lösen, um seine Beförderung nicht zu gefährden. Ohne es zu wollen, oder ändern zu können, hängen die Schicksale der zwei unterschiedlichen Männer voneinander ab. Vor den Sicherheitskameras der verstörte Viktor, der kaum ein Wort Englisch versteht, an den Schalthebeln der Macht, der kleinkarierte Sicherheitsbeamte, dessen Karriere auf dem Spiel steht.
Zunächst gelingt es, den Störenfried mit einigen Gutscheinen sowie einer Telefonkarte abzuspeisen, doch schon bald erwächst aus dem unliebsamen Gast ein echtes Problem. Viktor zieht seinen Nutzen aus der misslichen Lage, sammelt beispielsweise die Pfandmünzen aus den Kofferkulis ein und ist damit finanziell unabhängig. Dem schiebt Frank einen Riegel vor, indem er jemanden einstellt, der Viktors Job übernimmt. Der wiederum findet eine Anstellung als Bauarbeiter und leistet Schwarzarbeit. Davon leistet er sich einen Anzug der Marke Boss (schönes Product Placement) und beeindruckt damit Stewardess Amelia (Catherine Zeta-Jones), die sich nach einem Mann sehnt, der ihr zuhört. Viktor, der mittlerweile Englisch aus einem Reiseführer lernte, ist der ideale Zuhörer. Nur auf Frank will Viktor nicht hören. Der ist mit den Nerven am Ende und räumt dem Dauergast eine Fluchtmöglichkeit ein - doch Viktor bleibt vorerst.

Filmkritik

Die Idee, eine Komödie auf den Mikrokosmos Flughafen zu fixieren, erweist sich schnell als Achillesferse. Die witzigen Ideen gehen dem Kinofilm "Terminal" zu schnell aus. Etwa ein Putzmann, der eine diebische Freude daran hat, Menschen auf dem nassen Fußboden ausrutschen zu sehen. Der Gag verliert mit jeder Wiederholung. Ein weiteres Manko: Die Handlung ist für eine naturalistische Komödie zu unglaubwürdig, baut alles ein, was einen schönen Schein ergibt. Viktor bewegt sich nicht nur frei. Er baut ein ganzes Gate nach seinem Gusto zu einem Heim um und konstruiert obendrein für seine Angebetete sogar einen Mosaikbrunnen! Nachts werden weder Läden beliefert, noch rückt eine Putzkolonne an. Der gesamte Flughafen wird von nur einem Putzmann gesäubert. Das ist selbst für einen amerikanischen Film zu viel des Guten. Andererseits sind die Liebeleien für einen Feelgood-Film zu unglaubwürdig. Da finden Tom Hanks (als Hinterwäldler im hässlichen Pullunder) und die Wuchtbrumme Catherine Zeta-Jones zusammen. Oder der farblose Diego Luna, mit albernem Schnauzer, erobert das Herz der attraktiven Zoe Saldana, die ihn nur vom Sehen kennt.
Steven Spielberg inszenierte, wie gehabt, nicht die Schauspieler, sondern Situationen und Bilder. Das funktioniert in Szenen wie der Eröffnung sehr gut. Die hektischen Bilder verdeutlichen das innere Chaos des Protagonisten. Diese Herangehensweise hat bei der Zusammenarbeit mit den Darstellern ihre Tücken. Schauspieler die auf die Führung eines Regisseurs angewiesen sind, bleiben blass; etwa Diego Luna. Erfahrene Mimen setzen sich auch ohne weiteres Zutun gekonnt in Szene - Catherine Zeta-Jones ist dafür ein gutes Beispiel.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "The Terminal"

USA 2004

Laufzeit ca. 128 Min.

Kino-Start: 07.10.2004

DVD-Filmstart: 17.03.2005

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson

Schauspieler (Besetzung): Tom Hanks, Catherine Zeta Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoe Saldana, Eddie Jones, Michael Nouri, Jude Ciccolella, Corey Reynolds, Guillermo Diaz, Rini Bell

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