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Kinofilm
Sophie Scholl - Die letzten Tage - KritikWegen des Auslegens von Flugblättern in der Münchner Universität wurden die Geschwister im Februar 1943 verhaftet und starben sechs Kalendertage später unter dem Fallbeil. Verschiedene Filme bearbeiteten das Thema. Michael Verhoeven zum Beispiel beleuchtete in "Die Weiße Rose" die Entstehungsgeschichte der Gruppe. Percy Adlon beschäftigte sich mit der jungen Frau, gesehen aus der Perspektive ihrer Zellengenossin Else Gebel. In der aktuellen Produktion legt Regisseur Marc Rothemund das Gewicht auf das Seelenleben der Protagonistin. Bravourös verkörpert Julia Jentsch die junge Frau, die zunächst gar nicht heldenhaft auftritt. Ihre Interessen sind mit verbotener "Negermusik" und Treffen im Freundeskreis nicht ungewöhnlich. Den Umschwung bringt die Verhaftung und das anschließende Verhör. Zunächst gelingt es ihr, dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr (Alexander Held) für die belastenden Indizien plausible Erklärungen zu liefern. Doch dann geschieht das Unerwartete. Hans (Fabian Hinrichs) hat gestanden. Für die junge Frau zieht sich die Schlinge zu. Trotzdem schlägt sie eine goldene Brücke aus, die die Gestapo ihr baut. Eine derartig intelligente, starke Frau hätte man gerne in den eigenen Reihen, doch die zieht es vor, für ihre Überzeugung zu sterben. FilmkritikDer gewählte Ausschnitt behandelt nur wenige Kalendertage, fällt dadurch sehr dicht aus. Insbesondere während der Verhöre wirken die Schauspieler Julia Jentsch und Alexander Held sehr intensiv. Auf der einen Seite die überzeugte Kämpferin und ihr gegenüber ein Mann, der nur halbherzig mit dem System mitzieht. Dabei erbrachte die Darstellerin nicht nur in filmischer Hinsicht eine Leistung. Parallel zu den Dreharbeiten, die tagsüber stattfanden, trat sie abends in den Münchner Kammerspielen auf. Ähnliches leistete Fabian Hinrichs, der zwischen München und Berlin pendelte, um mitspielen zu können. Neben der sehr intensiven Julia Jentsch wirkt er als Hans etwas unscheinbar. Wirklich misslungen ist Andre Hennickes Auftritt als "Blutrichter" Roland Freisler. Sein Spiel lässt den Mann zur Witzfigur werden. Der Rest der Gerichtsszene verliert sich im Anspruch, das System bloßzustellen. Eigenartig auch der Auftritt der Eltern, die es für gutheißen, dass ihre Kinder für die Überzeugung sterben. Auf der Habenseite wiederum punktet der Film mit einer klaren Aussage und Stellungnahme, die der "Untergang" beispielsweise vermissen ließ. "Sophie Scholl - Die letzten Tage" setzt insgesamt weniger auf Kompatibilität als auf Anspruch, was ihren Erfolg aufs Programmkino beschränken könnte. Ein gutes Omen sollte die Berlinale darstellen, die den Film mit zwei Silbernen Bären prämierte: Julia Jentsch als beste Schauspielerin und Marc Rothermund als bester Regisseur. Seiten (0):
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