Kinofilm

Ocean's 12 - Kritik

Drei Jahre nachdem "Ocean's Eleven" den Tresor von Terry Benedict (Andy Garcia) leer räumte, bekam der Bestohlene einen sehr guten Tipp. Folglich steht er bei den ehemaligen Tresorknackern auf der Matte und fordert das gestohlene Geld zurück - nebst Zinsen! Dumm nur, dass man zwischenzeitlich einiges ausgegeben hat. Also muss neues Geld beschafft werden auf die eine oder andere Weise: Am nahe liegendsten scheinen einige besonders lohnende Einbrüche in Europa. Der erste Coup ist schnell geplant und liefe glatt, wäre der Safe nicht leer. Was ist passiert? Die 11 haben einen Gegenspieler. Der berühmte Night Fox (Vincent Cassel) sieht sich in seiner Ehre als bester Dieb gekränkt. Deshalb wetteifert er mit Danny Ocean um den Titel. Der Diebstahl eines berühmten Faberge-Eis soll zeigen, wer der Bessere ist.

Filmkritik

Einen Erfolg fortzusetzen ist in der Regel eine sichere Sache. Dennoch liegt der Verdacht nahe, dass Regisseur Steven Soderbergh nach den Flops "Solaris" und "Voll Frontal" auf Nummer Sicher gehen wollte. Dazu legte er sich mächtig ins Zeug und schoss in einigen Punkten über das Ziel hinaus. Musik und Kamera-Kapriolen sollen für Style sorgen. Allerdings tendiert, die an sich interessante Kameraführung, zu Kapriolen. Etwa wenn sie beim Einfliegen eines Flugzeugs über Kopf schwenkt. Die Handlung steht dem kaum nach. Einzelne Szenen wirken zu aufgesetzt. Zum Beispiel wenn Vincent Cassel mit nacktem Oberkörper minutenlang Akrobatik vollführt. Später liefert der Film dazu eine Begründung, doch auch die ist effekthaschend. Des Weiteren werden die Stilmittel überstrapaziert. Den gesamten Film über vollführt die Handlung Zeitsprünge. Sie erfahren dann im Nachhinein, was bislang geschah. So wird aus der an und für sich witzigen Idee "hätten Sie's erraten?" ein leidiger Tick des Regisseurs.
Nicht zuletzt ist die Handlung überfrachtet. Statt einer linearen Geschichte werden gleich zwei erzählt, die wiederum aus verschiedenen Handlungssträngen zusammenlaufen. Als Grundlage dient die Wiederbeschaffung des Geldes, hinzu addiert das Drehbuch das Wetteifern der Diebe sowie eine Lovestory in Verbindung mit der Einführung eines neuen Charakters. Um das alles unter einen Hut zu bringen, bleiben die einzelnen Handlungsstränge relativ flach. Im Vordergrund stehen die 12 Charaktere - allein das hochkarätige Schauspieler-Ensemble dürfte so manchen Zuschauer ins Kino locken. Dabei ist nicht zu übersehen, dass einige Darsteller, nur auftreten, weil sie im ersten Teil eine Rolle spielten. Bernie Mac und Andy Garcia absolvieren beispielsweise jeweils nur Minutenauftritte. Ebenfalls schwach gewichtet, aber gelungen ist Julia Roberts, die eine Gangsterbraut spielt, die Julia Roberts nachahmt. Dazu sorgt Bruce Willis als Bruce Willis (Freund der echten Julia Roberts) für Lacher. In der Summe bietet "Ocean's 12" gut gestylte Unterhaltung mit viel Witz und Musik.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Ocean's Twelve"

USA 2004

Lauflänge in Minuten ca.: 120

Kino-Start: 16.12.2004

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: George Nolfi

Schauspieler (Besetzung): Brad Pitt (Rusty Ryan), Catherine Zeta Jones (Isabel Lahiri), George Clooney (Danny Ocean), Ed Kross (Bankangestellter), Julia Roberts (Tess Ocean), Don Tiffany (Maler), David Sontag (Zivilpolizist), Larry Sontag (Zivilpolizist), Andy Garcia (Terry Benedict), Casey Affleck (Virgil Malloy), Dina Conolly (Virgils Verlobte), Scott Caan (Turk Malloy), Nelson Peltz (Partygänger), Mini Anden (Supermodell), Shaobo Qin (Yen)

 DVD bestellen bei Amazon.de



Seiten (0):

Name Gast-Kommentar
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben!

 
Gast-Kommentar schreiben
Name:
eMail*:
Überschrift:
Text:

» Smilies
Visuelle Bestätigung: =>
*nur intern - wird nicht veröffentlicht

Anzeige
Einkaufen bei Amazon.de

Copyright Texte, Bilder, Clipart: 2001 - 2015 Filmhai.de oder Lizenzgeber, falls angegeben
Impressum Datenschutz