Kinofilm

Zwei Mädchen aus Istanbul

Iki genç kiz

Basierend auf Perihan Magdens kontroversem Bestseller, ist Kutlug Atamans dritter Spielfilm ein kraftvolles Drama über jugendliches Leben in der modernen Türkei. Ataman besitzt bereits die Reputation, Außenseitern und Entrechteten eine wohlwollende Stimme zu geben - in Werken wie dem bemerkenswerten "Kuba" ebenso wie in dessen Vorgänger "Lola und Bilidikid". Wählte er Berlin als Schauplatz seines Schwulendramas "Lola und Bilidikid", inszeniert er in "Zwei Mädchen aus Istanbul" die städtische Kulisse Istanbuls als hippe aber harte Stadt am Bosporus.

Behiye (Newcomer Feride Cetin) ist intelligent, gebildet, freigeistig - und in ihrem Leben gefangen. Ihr Bruder zwingt sie in eine untergeordnete Frauenrolle, wie die ihrer Mutter. Behiye rebelliert, aber ihre häufigen Wutausbrüche beeindrucken ihre konservative Familie wenig.
Handan (Vildan Atasever) ist das Gegenteil: hübsch, lebensfroh, voller Träume. Mit ihrer Mutter Leman (Hulya Avsar), die sich von reichen Männern aushalten lässt seit dem Hadans Vater sie vor Jahren verlassen hat, verbindet sie eine Hassliebe. Als Behiye und Handan sich treffen, scheint alles möglich. Sie wollen ein anderes Leben als das ihrer Mütter und sie wollen weg aus Istanbul.
Ataman bringt seine beiden jungen Darstellerinnen zu überzeugenden darstellerischen Leistungen und schafft mit diesem rasanten und wilden Jungmädchendrama eine Geschichte von Freundschaft und Rebellion im Spannungsfeld von Tradition und modernem Leben.

Behiye ist wütend. Jedenfalls glauben das alle. Hart. Allein. Trotz ihrer Intelligenz und Bildung fühlt sie sich als Gefangene ihres eigenen Lebens. Ständig schreit die junge Frau - ohne gehört zu werden. Die Rolle des Mädchens aus einer Istanbuler Vorstadt will sie einfach nicht spielen. Sich ihrem Schicksal zu ergeben ist nichts für Behiye. Sie rebelliert. Sie ist so verletzlich. Wie jeder andere braucht auch sie eine Lichtfigur. Womöglich braucht Behiye sie mehr als andere.
Handan ist das genaue Gegenteil von Behiye. Leuchtend. Strahlend. Handan ist sehr glücklich, weil alle glauben, sie sei es wirklich. Wäre Handan eine Frucht, wäre sie ein Pfirsich. Weich. Mamas Liebling. Eine Fee, die ihre Lieben umarmt und ihnen bedingungslose Liebe und Wärme schenkt. Sie mag etwas egoistisch sein, aber sie ist ja noch ein Kind. Also darf sie so sein. Ihr verzeiht man ohnehin alles. Handan kann gar nicht echt sein. Die wirkliche Handan ist in der weichen Frucht. Was Einsamkeit ist, weiß Handan viel besser als Behiye aber sie gibt vor, sie nicht zu kennen Sie ist erstaunlich berechnend. So gut organisiert, dass sie nicht rebelliert. Handan hat große Pläne.
Als Behiye auf Handan stößt, sagt Handans Licht zu ihr: "Lass uns von hier abhauen". Behiye ist das Fischlein, das sich von dem schillernden Fisch im dunklen Wasser blenden lässt. Wie kann sie ahnen, dass hinter dem Licht die Zähne eines Raubfischs lauern? Handan ist Behiyes Tagtraum. Denn Handan ist so ein Wesen. Eines, das bei hellem Tageslicht zum Träumen verführt Behiye legt ihren Panzer zum ersten Mal ab. Zum ersten Mal vertraut sie jemandem. Die harte Behiye geht und die weiche Behiye kommt zum Vorschein. Behiye wird wie die Hülle von Handan: wie ein Pfirsich. Jetzt ist Behiye ungeschützt. Sie glaubt, dass Handan auf dieser Reise ihre Freundin ist.

Copyright/Quelle: Mitosfilm

Credits

Original Film-Titel: Iki genç kiz

Land: Türkei 2005

Laufzeit in Minuten ca.: 100

Kinostart: 28.09.2006

Regie: Kutlug Ataman

Drehbuch: Kutlug Ataman

Schauspieler (Besetzung): Hülya Avsar, Feride Cetin, Vildan Atasever, Tugce Tamer, Sezgi Mengi, Ugurbaltepe, Murat Prosciler, Ipek Bilgin, Can Kolukisa, Ufuk Akkuzu

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