Kinofilm

TKKG und das Rätsel um die geheimnisvolle Mind-Machine - Kritik

Als drei Kinder spurlos verschwinden und sich Vertrauenslehrer Manek (Ulrich Noethen) seltsam benimmt, wissen TKKG im Film "TKKG und das Rätsel um die geheimnisvolle Mind-Machine", dass nur sie den Fall lösen können. Doch wie hängen die mysteriöse Maschine und die Entführungen zusammen?

Es ist der Kollege Zufall, der TKKG auf die richtige Spur bringt. Weil Gaby (Svea Bein) sich bei ihren Freunden durchsetzt und TKKG eine Nacht im Freien verbringen - fernab jeglicher Annehmlichkeiten der Zivilisation, stoßen sie auf das Haus von Kevin, dessen Eltern vor kurzer Zeit starben. Natürlich brechen die Spürnasen in das verlassene Haus ein - und finden in den verlassenen Räumen einen Prototyp einer neuen Mind-Machine. Mit dem ersten Apparat hatte Kevin nicht nur den Preis von "Jugend forscht" gewonnen, sondern auch einen Auftritt bei Weltmann. Einem seltsamen Lackaffen, der eine Art Parodie von Jim Carrey darstellt. Doch zurück zu TKKG. Obwohl von den Eltern verboten, schlagen sie ihr Nachtlager im Wald auf. Nur ist der Platz weniger verlassen als gedacht, denn mitten in der Nacht taucht ein LKW auf und man sieht, dass die Kids neben einem Waldweg zelteten. Von der Ladefläche des LKW fahren zwei Motorradfahrer hinab und machen Jagd auf die Verdutzen Vier. Die können sich in letzter Minute in den nahen Fluss retten und entkommen so um Haaresbreite ihren Häschern. Nun ist guter Rat teuer. Doch da die Erwachsenen im Film bis auf Manek mehr oder minder trottelig sind, fällt Gaby das notwendige Dokument in die Hände, als sie ein Fax abfängt, das für ihren Vater gedacht war.
Jetzt ist es ein Leichtes den Halter des schwarzen LKW zu ermitteln und die Spur weiter zu verfolgen. Wie nicht anders zu erwarten: Kevin, Weltmann und die Mind-Machine sind Teil des Rätsels.

Filmkritik

Es gibt zum Kinofilm "TKKG - Und das Rätsel um die geheimnisvolle Mind-Machine" leider nur wenig Gutes zu sagen. Lobenswert ist, dass sich die Produktion bemüht hat, einen soliden Kinderkrimi zu inszenieren. Doch in der Ausführung ist vieles schief gegangen.
Es beginnt mit der pseudohippen Filmmusik, die natürlich gerappt wird. Geht weiter über die gespreizten Dialoge, die so klingen, als würden Kinder niemals so sprechen. Dazu benehmen sich die nervigen Cleverkids durchgehend wie kleine Erwachsene.
Es fällt schwer zu sagen, ob die jungen Darsteller kein schauspielerisches Talent besitzen, oder ob Regisseur Tomy Wigand sie nur schlecht führte. Herausgekommen ist jedenfalls nicht viel Sehenswertes. Leider erzeugt die Handlung auch eher Kopfschütteln als Spannung. TKKG hetzen von einem Ort zum anderen, doch fehlt es an verbindenden Elementen. Die gesamte Story wirkt ausgedacht und unorganisch. Der Ausritt mit den Pferden etwa scheint nur deshalb eingebaut worden zu sein, weil Pferde und junge Mädchen zusammengehören.
Leider zeigt der Film auch Dinge, die nicht zur Nachahmung zu empfehlen sind und deshalb nicht in einen Kinderfilm gehören: Den Einbruch in Kevins Elternhaus mag man noch als jugendlichen Leichtsinn einstufen. Doch zu zeigen, wie cool es ist, ein trojanisches Pferd auf den PC des Vertrauenslehrers zu schmuggeln und die Sicherheitsfunktionen auszutricksen - das ist grenzwertig. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn Kids das Gesehene nachmachen und Viren per E-Mail versenden, weil TKKG das als cool vormachen.
Wenig nachvollziehbar ist auch das Verhalten der Kids: Die gekidnappten Kinder begehren anfangs gegen die Entführer auf, doch bereits einen Tag später finden sie die Situation ganz toll und arbeiten fleißig mit, statt bei der ersten Gelegenheit auszubüchsen. Und wenn nachts in der Dunkelheit plötzlich ein LKW heranbraust, dann fliehen die Kinder (in zwei Fällen) nicht, sondern laufen wie die Motten ins Scheinwerferlicht. Dazu passt auch, dass die nachts herumbrausenden Motorradfahrer weder Ohren- noch Augenzeugen auffallen.
Ein weiterer Schwachpunkt des Drehbuchs sind die abrupten Wendungen, die sich nicht ankündigen, sondern die nach einem Schnitt in den Film hereinbrechen. Außerdem geben sich schlechte Klischees die Klinke in die Hand. Der dicke Klößchen ist lustig, weil er dick ist. Natürlich ist er ungeschickt - also unfähig Schokolade auszuwickeln, obwohl er sie tafelweise verschlingt. Die Farbe des LKW der Entführer ist natürlich schwarz!
Letzten Endes bleibt völlig unklar, wozu man eigentlich eine Mind-Machine braucht. Kevin wollte den Waisenkindern helfen, ihr Trauma zu verarbeiten. Doch wie das mit einer Maschine gelingen soll, die schlauer macht, bleibt fraglich. Denn selbst wenn man Erfolg hat, weil man intelligenter wird, ist der Schock nicht verarbeitet, sondern verdrängt. Vielleicht könnte aber eine Mind-Machine (schon der gequälte Ausdruck sitzt quer im Hals) helfen Schlauberger heranzüchten, die es verstehen, bessere Drehbücher für Kinderfilme zu schreiben.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland 2006

Laufzeit in Minuten ca.: 117

Kinostart: 28.09.2006

DVD-Start: 29.03.2007

Regie: Tomy Wigand

Drehbuch: Marco Petry, Stefan Wolf, Burt Weinshanker

Schauspieler (Besetzung): Jürgen Vogel (Emil Glockner), Ulrich Noethen (Lehrer Manek), Heinrich Schafmeister (Georg), Jannis Niewöhner (Tim), Johnathan Dümcke (Karl Vierstein), Lukas Eichhammer (Willi 'Klößchen'), Svea Bein (Gaby Glockner), Hauke Diekamp (Kevin Sudheim), Jeanette Hain (Eleonora), Robert Dölle (Weltmann), Anna Hausburg (Nadine), Anna Schudt (Frau Glockner), George Lenz (Bienert)

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