Kinofilm

Miracle - Das Wunder von Lake Placid - Kritik

1979 sah es für die USA nicht gut aus. Der Kalte Krieg zwischen den USA und Russland, im Iran wurden 52 Amerikaner als Geiseln genommen, Elvis starb. Der Film eröffnet mit einer Rückblende in diese Zeit und gibt dem Zuschauer eine gute Einstimmung.

Trainer Herb Brooks (Kurt Russell), der für das titelgebende Erfolgslerlebnis sorgen wird, hat nichts mit Politik im Sinn. Für ihn ist die Liebe zum Sport das einzige was zählt. Nachdem zwei Wunschkandidaten den Posten des Trainers der Eishockey-Mannschaft für die olympischen Spiele abgelehnt haben, akzeptiert Brooks die Offerte. Was nun folgt, ist eine gewaltige Herausforderung: Innerhalb eines halben Jahres eine Mannschaft zusammenstellen, sie trainieren und zu einem Team werden lassen. Das unorthodoxe Vorgehen des Coach trifft bei Vorgesetzten sowie Spielern auf wenig Gegenliebe. Eines seiner Mottos lautet: "Ich bin euer Trainer, nicht euer Freund". In der Praxis bedeutet es ein erbarmungsloses Training bis zum Umfallen. Über sein Engagement in beruflichen Belangen vergisst Brooks die eigene Familie, was ihn in eine handfeste Ehekrise mit seiner Frau Patty (Patricia Clarkson) schlittern lässt.

Filmkritik

"Miracle - Das Wunder von Lake Placid" basiert auf wahren Begebenheiten. Trainer Herb Brooks gelang, was ihm niemand zugetraut hatte: Nach zwanzig Jahren siegte die Eishockey-Mannschaft der USA bei den olympischen Winterspielen. Dass Buena Vista (Disney) aus diesem Stoff keine Dokumentation machte, sondern ein pathetisches Werk, ist akzeptabel. Ärgerlich finde ich die Umsetzung des Projekts was Regie, Kamera und Schnitt anbelangt.
Anstatt die Spieler klar in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken, rangieren sie nur unter fernerliefen. Als Zuschauer erfahren Sie von den eigentlichen Helden nur das Notwendigste. Den zentralen Dreh- und Angelpunkt bildet Kurt Russell, dem ich in dieser Rolle nicht unbedingt übermäßiges Charisma nachsagen kann. Zugegeben, er beweist Mut zur Hässlichkeit, indem er ein grauenvolles Toupet trägt. Doch der gesamte Film spiegelt im sorgfältigen Lokalkolorit die Sünden der späten 70er wieder. An seiner Seite schlüpft Patricia Clarkson in die undankbare Rolle der Ehefrau. Ähnlich wie in "Sie nennen ihn Radio" besteht ihre Aufgabe im Aufzeigen der Eheproblematik - insofern sie nicht bewundernde Blicke aufs Eis wirft. An der Kameraführung enttäuscht die Ideenlosigkeit. Einige wenige Perspektiven ergeben einen sich abnutzenden Effekt. Zudem gelingt es bis zum Schluss kaum, die Rasanz des Eishockey zu verdeutlichen. Leider geht der Schnitt bei Spielszenen nach wenigen Sekunden Geschehen vom Eis regelmäßig auf Kurt Russel, der, von der Trainerbank aus, bedeutungsschwangere Blicke wirft. Erst gegen Ende bleibt die Kamera längere Zeit bei den Spielern. Das ist vielleicht ein Stilmittel, die längste Sequenz für den Endspurt aufzuheben - im Ergebnis schwächt es den zur Zähigkeit neigenden Film.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

USA 2004

Laufzeit ca. 135 Min.

Regie: Gavin O'Connor

Kino-Start: 22.07.2004

Drehbuch: Eric Guggenheim

Schauspieler (Besetzung): Kurt Russell, Patricia Clarkson, Noah Emmerich, Sean McCann, Kenneth Welsh, Eddie Cahill, Patrick O'Brien Demsey, Michael Manetenuto, Nathan West, Kenneth Mitchell, Eric Peter-Kaiser, Bobby Hanson, Joseph Cure, Billy Schneider, Nate Miller

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