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Kinofilm
Melinda und Melinda - KritikEine Anekdote gibt den Zündfunken für ein angeregtes Streitgespräch unter vier Theaterleuten. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage, ob eine Szene eher als Tragödie oder Komödie angelegt werden sollte. Was das Quartett ersinnt, zeigt der Kinofilm mit zwei Gesichtern. Nur die Eröffnungsszene ist gleich. Eine junge Frau sprengt eine typische New Yorker Dinner Party. In der Tragödie versucht ein glückloser Schauspieler durch das Abendessen eine Rolle zu ergattern. Das Auftauchen der ehemaligen Jugendfreundin seiner Frau stört die angespannte Atmosphäre empfindlich. In der Komödie platzt die Nachbarin in das Geschäftsessen, dass eine Filmemacherin gibt, in der Hoffnung, eine Finanzspritze für ihr neuestes Projekt zu bekommen. Die Störung durch die Nachbarin, die gerade Schlaftabletten schluckte, endet heiter, denn das teure Essen verbrennt - die Runde kommt sich bei chinesischem Takeaway näher. Der Fortgang der Story wird abwechselnd als Komödie oder als Tragödie erzählt, wobei der Kinofilm die fortsetzenden Szenen nicht wiederholt. Streng genommen laufen zwei ähnliche Geschichten parallel. In der Hauptrolle jeweils Radha Mitchell, die restlichen Rollen verkörpern je nach Genre andere Darsteller. Filmkritik"Anything else - sonst noch was?", fragte "Woody Allen" in seinem letzten Film. Nein, möchte ich antworten. Aktuell verwurstet der filmbegeisterte Neurotiker seine Lieblingsthemen, die da lauten: Beziehungen, Sex sowie Jazz-Geschrammel. Gut, der Jazz muss stellenweise klassischer Musik weichen, ansonsten bleibt fast alles beim Alten. Zur Freude derjenigen, die Woody Allens Beziehungs-Komödien schätzen. Wer hingegen auf eine Weiterentwicklung hofft, erlebt einen Reinfall. Die dialoglastige Darstellung endet sinngemäß mit dem Fazit: Das Leben ist sinnlos. Bis dahin suchen die Darsteller verstärkt nach der Wahrheit, die bekanntlich im Wein liegen soll - und trinken mehr als in "Sideways", der direkt als Weintrinkerfilm angelegt war. Steht für die Schauspieler zu hoffen, dass der Wein nicht so gepanscht war wie die Dialoge, die Geschliffenheit und Biss vermissen lassen. Besserung gibt es, im Vergleich mit dem Vorgänger, in puncto antideutsche Witze. Nur ein schlechter Scherz blieb dem Kritiker im Gedächtnis, wenn eine der Figuren über die Nürnberger Prozesse scherzt. Seiten (0):
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