Kinofilm

Ein Lied für Agyris

Distomo, ein kleines Bauerndorf in Griechenland. Hier überlebt der kaum vier Jahre alte Argyris ein Massaker der Nationalsozialisten, bei dem er seine Eltern und 30 weitere Angehörige verliert. Die ganze Unfassbarkeit des Krieges - wie lebt, man mit einer solchen Geschichte? Argyris Sfountouris, mittlerweile 66 Jahre alt, ein Mann von gewinnendem Charme und melancholischer Heiterkeit, hat sich Zeit seines Lebens mit dem Wahnsinn auseinandergesetzt, der ihm als Kind, widerfahren ist.

Langinhalt
10. Juni 1944. Distomo. Ein kleines Bauerndorf, ein Steinwurf vom Meer entfernt, an der Straße von Athen nach Delphi. Hier überlebt der kleine Argyris, noch keine vier Jahre alt, am 10. Juni 1944 ein brutales Massaker der deutschen Besatzungsmacht: eine so genannte "Sühnemaßnahme" einer SS-Division als Reaktion auf einen Partisanenangriff in der Gegend. Innerhalb von weniger als zwei Stunden werden 218 Dorfbewohner umgebracht - Frauen, Männer, Greise, Kleinkinder und Säuglinge. Argyris verliert seine Eltern und 30 weitere Familienangehörige. Mehrere Jahre verbringt der Knabe in Waisenhäusern rund um Athen, unter Tausenden von Kriegskindern. Da taucht eines Tages eine Delegation des Roten Kreuzes auf und sucht eine Handvoll Kinder aus für eine weite Reise in ein fernes Land. Argyris will unbedingt mitgehen. Und so kommt er in die Schweiz, ins Kinderdorf Pestalozzi nach Trogen. Jahre später promoviert er an der ETH Zürich in Mathematik und Astrophysik. Bald schon unterrichtet er an Zürcher Gymnasien, beginnt griechische Dichter ins Deutsche zu übersetzen, und arbeitet später mehrere Jahre, auch mit dem schweizerischen Katastrophenhilfekorps, als Entwicklungshelfer in Somalia, Nepal und Indonesien. Seit er wieder nach Europa zurückgekehrt ist, reist er häufiger zwischen der Schweiz und Griechenland hin und her - und die Aufenthalte in der alten Heimat werden immer länger. Ein Film über den Umgang mit persönlicher Trauer, - und über den Umgang mit historischer Schuld. Ein Film über die schier unlösbaren Schwierigkeiten einer wirklichen Aussöhnung, über die Suche nach Frieden - eine Reise mit offenem Ausgang.

Copyright/Quelle: Salzgeber

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Schweiz 2006

Laufzeit in Minuten ca.: 105

Kinostart: 17.05.2007

Regie: Stefan Haupt

Drehbuch: Stefan Haupt

Schauspieler (Besetzung): Chryssoula Tzatha Sfountouri, Astero Liaskou Sfountouri, Pater Charalambos Giagkou, Stathis Stathas, Kondylia Sfountouri, Albert Spiegel, Mikis Theodorakis, Gabriele Heinecke, Rolf Surmann, Eberhard Rondholz, Arthur Bill, Leonidas Sakellaridis

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