Kinofilm

Lady Henderson präsentiert - Kritik

Mrs. Henderson presents

Der Kinofilm "Lady Henderson präsentiert" beginnt praktisch mit einem Ende - nämlich mit der Beerdigung von Mister Henderson, der seine lebenslustige Witwe (Judi Dench) allein zurücklässt. Dass die mit der Situation unklassisch umgehen wird zeigt schon darin, dass sie direkt nach dem Begräbnis ihren Schmerz in einer Ruderpartie niederkämpft. Später folgt sie dem guten Rat ihrer Freundin und macht in Wohltätigkeit, doch die Scheinheiligkeit erträgt sie keine fünf Minuten lang. Bei einer Fahrt durch Soho kommt Lady Henderson die rettende Idee. Sie kauft das verfallene Windmill Theatre und lässt es renovieren. Als künstlerischen Leiter engagiert sie Vivian Van Damme (Bob Hoskins). Zwischen den beiden herrscht Hassliebe auf den ersten Blick: Schon das Einstellungsgespräch gerät zur Schimpfparade. Die Streits gipfeln später darin, dass Van Damme seiner Chefin Hausverbot erteilt - und die sich verkleidet einschleicht.

Der zweite Handlungsstrang behandelt die Geschichte des Windmill Theatre. Zunächst reicht es aus, die Show nonstop zu fahren. Doch die anderen Theater des Viertels kopieren die Idee, und das Hobby droht Lady Henderson in den Ruin zu treiben. Da kommt ihr die rettende Idee. Sie lässt auf der Bühne nackte Frauen auftreten. Dazu werden die Damen höchst künstlerisch inszeniert. Als lebende Dekoration stehen sie da und rühren sich nicht, denn nur dann gelten die Darbietungen als Kunst, wozu die resolute Dame höchstselbst die politische Genehmigung einholt. Doch dann brechen schlimme Zeiten an. Der Zweite Weltkrieg verschont auch London nicht. Nun verkauft die findige Chefin ihr Theater als sicheren Ort, denn im Untergeschoss seien Publikum und Künstler sicher; zudem stellt sie die Darbietungen als einen Akt dar, der die Moral der teils noch sehr jungen Soldaten stärken soll. So gelingt es der Theatertruppe nur wenige Tage zu schließen, selbst wenn persönliche Schicksalsschläge von allen Beteiligten Opfer verlangen.

Filmkritik

Der Kinofilm "Lady Henderson präsentiert" lässt eine vergangene Epoche wieder auferstehen. Die Kostüme und auch die Tänzerinnen entsprechen nicht dem Geschmack der heutigen Zeit, sondern lassen die Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg lebendig werden. So haben die "englischen Rosen" dem Zeitgeschmack entsprechend auffällig viel Bein.
Auch die Musik ist äußerst stimmig. Will Young sang die schrulligen Gesangsnummern im Stil der damaligen Zeit ein. Getragen wird der Kinofilm, um nicht zu sagen die Show, von Judi Dench und Bob Hoskins. Die Zwei ergänzen sich in ihren Wortduellen aufs Beste. Und es ist eine Freude ihrem Dauerzanken zuzusehen. Deshalb sollten Sie nach Möglichkeit die englische Originalfassung ansehen.
Nicht ganz rund ist leider das Drehbuch. Es ist wie die Show eine Abfolge von Episoden. Dabei wird der Zuschauer aus der namensgebenden Lady nicht immer ganz schlau. Die Filmfigur bleibt unrund. Das betrifft auch den Spannungsbogen, der kurz vor der Inszenierung des Zweiten Weltkriegs einbricht. Hingegen gut gelungen ist die Idee, den Schrecken des Krieges nicht auszusparen, sondern in Gestalt von alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu zeigen.

Fazit
Insgesamt ist der Kinofilm "Lady Henderson präsentiert" eine stimmige, launige Angelegenheit geworden. Die eigenwilligen Gesangsnummern machen den Film hörenswert und das Zusammenspiel von Judi Dench und Bob Hoskins macht ihn sehenswert. Sicherlich kein Kinofilm für junge Hüpfer und Quietscher, aber insbesondere Cineasten ab 40 und homosexuelle Männer werden ihre Freude daran haben.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: Mrs. Henderson presents

Land: Großbritannien 2005

Laufzeit in Minuten ca.: 100

Kinostart: 22.06.2006

DVD-Start: 16.11.2006

Regie: Stephen Frears

Drehbuch: Martin Sherman

Schauspieler (Besetzung): Judi Dench (Mrs. Henderson), Bob Hoskins (Vivian Van Damm), Will Young (Bertie), Kelly Reilly (Maureen), Thelma Barlow (Lady Conway), Christopher Guest (Lord Cromer)

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