Kinofilm

Madagascar - Kritik

Im Filmtitel steckt bereits das Wort "mad". Dementsprechend ist der neue Trickfilmspaß aus dem Hause Dreamworks ein bisschen verrückt und sehr bunt. Vier Freunde sind die Stars im New Yorker Zoo. Als es sie eines Tages unversehens in die Wildnis verschlägt, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

Das Zebra Marty ist traurig, denn an seinem 10. Geburtstag wird ihm klar, die Hälfte seines Lebens ist vorbei und es hat nie etwas anderes gesehen als den Zoo von New York. Daran ändert auch das Geburtstagsgeschenk von Alex, dem Löwen nichts. Er ist der absolute Star im Zoo und kann Martys Midlifecrisis nicht nachvollziehen. Wildnis? Was soll das sein? Wozu das gemachte Nest verlassen? Marty hingegen wird noch niedergeschlagener, als er vom Ausbruchsversuch der Pinguine erfährt. Das subversive Quartett gräbt an einem Tunnel, der sie in die Freiheit führen soll. Nach Einbruch der Dunkelheit, Martys Geburtstagsfeier ist beendet, schleicht er sich davon. Als seine Freunde das bemerken, nehmen die Nilpferddame, die Giraffe sowie Alex die Verfolgung auf. Ihr Ausflug per U-Bahn endet in der Grand Central Station. Alex' Erklärungsversuche an die Menschen schlagen fehl - sie verstehen seine Worte einfach nicht und machen kurzen Prozess mit einem Betäubungsgewehr.
Nach Protesten der Tierschützer hat der Zoo ein Einsehen und die Tiere sollen in ihre Heimat zurückkehren. Doch während der Verschiffung bringen die Pinguine das Schiff in ihre Gewalt. Ihr Ungeschick sorgt dafür, dass vier Kisten über Bord gehen und auf Madagaskar an Land gespült werden. Den Neuankömmlingen fällt die Orientierung in der Wildnis nicht leicht. Wo sind die Menschen, bei denen man sich anmelden kann? Auch der erste Kontakt mit den Einheimischen, einer Herde Lemuren, verläuft so ganz anders als erwartet. König Julien, der Anführer der Rasselbande ist nicht besonders helle, herrscht jedoch mit königlicher Würde über das quirlige Volk. Sein Kalkül, wenn die vier Freunde sich auf die Seite der Affen schlagen, könnten sie ihnen ihre natürlichen Feinde vom Hals halten. Das geht für wenige Tage gut, doch dann entdeckt Alex der Löwe, dass er der einzige Fleischfresser ist - und Affen wie auch Zebras in der Wildnis zu seiner Beute gehören ...

Filmkritik

Im Kinofilm "Madagascar" geht es temporeich zu. Er zielt weniger auf ganz junges Publikum als vielmehr auf Familie und gestandene Cineasten. Für die bietet er viele Anspielungen auf bekannte Filme und überzeugt mit verschiedenster Musik. Die Handlung beginnt in New York und wechselt dann auf die Insel Madagaskar. Dabei spielt die Unterschiedlichkeit der Umgebungen eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht die Freundschaft der vier Hauptcharaktere, die viel Slapstick und Klamauk aufführen, abgemischt mit teils sehr bösem Humor. Denn im Wort "Madagascar" steckt bereits das Wort "Mad".

Die Tiere sind in der Lage untereinander zu sprechen, während die Menschen sie nicht verstehen - etwa wenn Alex in der Hast bei der Polizei anruft. Dass Zootiere mitunter unter ihrer Gefangenschaft leiden, spart der "Madagascar" hundertprozentig aus. Es ist das Sehnen nach etwas Neuem, dem Unbekannten, das den Ersten hinauszieht und seine drei Freunde folgen unfreiwillig ins Abenteuer. Erst als dem Fleischfresser der Magen knurrt, kehrt ein gewisser Realismus ein, den der Film wiederum in Comicoptik verpackt. Die Produktion teilt eine Schwäche mit den anderen Produktionen von "Dreamworks Animation". Die Story hält das Tempo nicht durchgehend, sondern fällt zum Ende hin ab. Deshalb ist "Madagascar" nicht der hundertprozentige Kracher, aber sehenswert.
Der Look and Feel entspricht weniger der bisherigen Computeranimation (z. B. "Findet Nemo") sondern versucht Cartoons nachzuahmen. Dementsprechend schneiden die Darsteller Grimassen, die manchen herkömmlichen Zeichentrick alt aussehen lassen. Die Hintergründe könnten teils detaillierter ausfallen, erfüllen jedoch ihren Zweck vollkommen. Insgesamt hat die Computeranimation den guten alten handgezeichneten Zeichentrick vollends abgelöst.
Als Runing Gag renkt die Giraffe Melman ständig ihren Hals ins Bild; ansonsten kämpft sie mit allerhand Wehwehchen, die stetige Behandlung durch einen Tierarzt nötig machen. Doch auch die anderen haben ihre großen und kleinen Eigenwilligkeiten. Alex der superstarke Löwe nuckelt nachts am Daumen. Die Flusspferddame Gloria überrascht mit erstaunlicher Grazie. Die heimlichen Stars jedoch sind die vier Pinguine, die Computer hacken können, ein Schiff entführen und einiges mehr. Ihre natürlichen Bedürfnisse ordnen sich wie bei allen Tieren den Gags unter. So frieren sie in der Arktis und liegen lieber in der Sonne. Schade übrigens, dass der Kinofilm sie nicht stärker ins Geschehen rückte. Nebenbei bemerkt hat auch der Kater aus dem Film "Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück" seinen Auftritt. In Gestalt eines kleinen Äffchens, dessen Kulleraugen unübersehbar an den Kater angelehnt sind, sorgt er für Lacher.

Fazit
Die kleinen Zuschauer werden über szenische Gags lachen, während die Erwachsenen auch die Bissigkeiten durchschauen. Fressen und gefressen beispielsweise wird in einigen Szenen bitterböse dargestellt. Und weshalb die Pinguine immer nur gute Mine (zum bösen Spiel) machen, verstehen nur die Großen. So ordnet sich der Kinofilm "Madagascar" als familienfreundlich ein und bietet für Cineasten den einen oder anderen Gag extra.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2005

Laufzeit in Minuten ca.: 80

Kinostart: 14.07.2005

DVD-Start: 24.11.2005

Regie: Eric Darnell, Tom McGrath

Drehbuch: Mark Burton, Billy Frolick

Sprecher (Besetzung): Ben Stiller (Löwe Alex), Chris Rock (Zebra Marty), David Schwimmer (Giraffe Melman), Jada Pinkett Smith (Nilpferd Gloria)

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