Kinofilm

Ladykillers

In den amerikanischen Südstaaten, wo laut Werbung die Welt noch in Ordnung ist, plant Professor Goldthwait Higginson Dorr (Tom Hanks) den Coup seines Lebens zu landen. Vom Keller des Hauses der gottesfürchtigen Witwe Mrs. Munson, soll sein Team einen Tunnel graben, um den Tresor eines Kasinos zu plündern. Die Crew, die vorgibt im muffig feuchten Keller Kirchenmusik des Barock zu spielen, ist so eigenwillig wie die Idee des Raubs:

Ein Rapper (Marlon Wayans), der seinen Mund nicht halten kann, spioniert das Kasino aus. Um an das Geld zu gelangen, graben die Diebe im Kino-Film einen Tunnel, allen voran das unterbelichtete Muskelpaket Lump Hudson (Ryan Hurst), der privat leidenschaftlich gerne Football spielt. Die Sprengarbeiten übernimmt Pancake, ein ehemaliger Pioneer und Bürgerrechtler in Uniform, der außer gegen Fels, gegen seinen Reizdarm kämpft. Dazu hat der schweigsame General (Tzi Ma), ein ehemaliger Vietcong-Kämpfer mit Hitler-Bärtchen, ein Auge auf alles. Der Kopf der Bande ist Professor Goldthwait Higginson Dorr, der in cremefarbenen Anzug mit Umhang ein wandelnder Anachronismus ist. Nach gelungener Durchführung des Raubs, stehen die Gangster ungewollt im Geldregen, als Mrs. Munson leibhaftig auf der Kellertreppe erscheint. Nun ist die Zeit für Erklärungen gekommen und das, was der Professor der alten Lady vorrechnet klingt plausibel. Doch die gläubige Baptistin hält nichts von Diebstahl. So beschließt Professor Goldthwait Higginson Dorr, Mrs. Munson habe das Zeitliche zu segnen. Bei den Mordanschlägen beißen die ungeschickten Gangster ins Gras - die wehrhafte Seniorin überlebt.

Kritik: Das Remake des Filmes "Ladykillers" von 1955 nutzt die Kernidee, um eine eigenartige Variante des Stoffs zu erzählen. Der eigentliche Diebstahl tritt dabei in den Hintergrund und bildet eine Bühne für die schrulligen Charaktere. Nicht nur charakterlich, auch rein äußerlich sind die Verbrecher ein bunter Reigen, der für allerhand Reibereien gut ist. Die gezeigten Ticks eines jeden, sollen den Film tragen, aber nach kurzer Dauer ist der Effekt verschlissen. Saubermann Tom Hanks, in der Rolle des Biedermanns, schmiert sich zwar mit Lust in seine Verbal-Akrobatik, trotzdem nervt sein Spiel ebenso wie der wiederholt blubbernde Reizdarm von Pancake. Hoffentlich ist der Furzwitz damit endlich zu den Akten gelegt.
Bei Kostümen, Ausstattung Requisite war der Stilmix Absicht. Handlungstechnisch passen die Versatzstücke hingegen nur schwerlich zusammen. Was der Film "Ladykillers" auch versucht, die Initialzündung bleibt aus. Egal ob Tom Hanks sich beim Besuch des Ortspolizisten unter dem Bett versteckt oder Mrs. Munson über die Hippity-Hop-Musik klagt. Am schwächsten ist die Auflösung des Ganzen, denn wie im Original, überlebt keiner der Gangster. Allerdings: Wenn ein Film als Remake verkauft wird, dann sollte er mindestens die Qualität des Originals erreichen.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "The Ladykillers"

USA 2004

Laufzeit ca. 104 Min.

Kino-Start: 29.07.2004

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Schauspieler (Besetzung): Tom Hanks, Irma P. Hall, Marlon Wayans, J. K. Simmons, Tzi Ma, Ryan Hurst, Diane Delano, George Wallace, John McConnell

 DVD bestellen bei Amazon.de



Anzeige
Einkaufen bei Amazon.de

Copyright Texte, Bilder, Clipart: 2001 - 2015 Filmhai.de oder Lizenzgeber, falls angegeben
Impressum Datenschutz