Kinofilm

Irgendwann in Mexiko

Once Upon A Time In Mexico

Es war einmal. Es war einmal der einsame Rächer El Mariarchi (Antonio Banderas), der seine Frau einem fiesen Militaristen entriss und sie wurden eine glückliche Ein-Kind-Familie. Doch das Glück währte nicht ewig, denn der ehemalige Buhler kehrte zurück, tötete Frau und Kind, ließ den Revolver-Helden halb tot zurück. Der hatte noch genug Leben in sich um zu überleben und auf ewig Rache zu schwören.

Der Zeitpunkt der Rache kommt als CIA-Agent Sands (Johnny Depp) während eines Putsches die Machtverhältnisse nach amerikanischen Wünschen neu ordnen möchte. Der amtierende Präsident soll vom Kartellboss Barillo (Willem Dafoe) erledigt werden, damit gleich darauf der Kartellboss selbst ins Gras beißt. Doch es kommt anders als Sands denkt, denn er ist am Ende doch nicht der Spieler, der die Figuren nach Belieben auf dem Feld hin- und herschiebt.
Die Starbesetzung des Kino-Films "Irgendwann in Mexiko" ist erstaunlich. Alles, was Rang und Namen hat, mischt mit. Salma Hayek (Frida) zum Beispiel. Die heißblütige Mexikanerin schlecht hin - wird leider mit einer undankbaren Nebenrolle abgespeist. Ebenso Eva Mendes (2 Fast 2 Furious), die auch wieder nur das kurze Ende der Wurst erwischt. Ein bisschen Sexbombe, ein bisschen die Oberweite durch die Gegend tragen ... Wer aber um alles in der Welt kam auf die Idee Enrique Iglesias als Revolver-Helden zu besetzen? Damit die eigentlich kurze Geschichte auf Kinofilmlänge gedehnt / zerdehnt werden kann, unterbricht die eigentliche Handlung immer wieder und erzählt in kurzen Rückblenden die traurige Geschichte des Revolver-Helden El Mariarchi. Außerdem bringt sie weitere bekannte Stereotypen ins Spiel. Zum Beispiel den ehemaligen FBI-Agent, der im Ruhestand ist, aber den Superschurken nie zur Strecke bringen konnte. Worunter er noch heute leidet, zumal der Mistkerl seinen Partner erschoss.

"Irgendwann in Mexiko" fehlt der klare Handlungsstrang. Die Erzählung stellt zu Beginn Johny Depp als CIA-Agent Sands in den Vordergrund. Antonio Banderas als El Mariarchi ist der Mythos. Dann wird Sands zur Nebenfigur und El Mariarchi sowie seine zwei Komplizen übernehmen die Hauptrollen. Am Ende des Films steht wieder Sands im Vordergrund und der wehmütige El Mariarchi taucht ab. Dieses Wechselbad der Bilder nimmt dem Film seine Spannung, die nur widerwillig aufkommt. Zu viele Figuren stehen in "Irgendwann in Mexiko" wortwörtlich auf verlorenem Posten. Bekannte Gesichter absolvieren Gastauftritte. Allerdings fehlt auch den Hauptfiguren des Films die entscheidende Motivation. Antonio Banderas stapft als einsamer Rächer durch den Staub, macht den Eindruck als sei ihm eigentlich nicht so ganz klar, was er da eigentlich macht. Johnny Depp ergeht es als Sands ebenso. Der Regisseur hat seine guten Darsteller schlecht geführt.
Über weite Strecken ist der Kino-Film "Irgendwann in Mexiko" hauptsächlich eins: langweilig. Es wirkt, als habe Regisseur Robert Rodriguez versucht dem Kino-Film durch möglichst viele bekannte Gesichter und überzogene Brutalität Leben einzuhauchen. Reihenweise werden Menschen unmotiviert erschossen. Eine derartig blutige Schlachtplatte bot zuletzt "Gangs Of New York". Dabei fehlt die Begründung für das wirre Töten. Wenn Sands locker flockig sagt, er wird die Kneipe durch die Küche verlassen und dabei den Koch erschießen, klingt das zunächst wie ein Witz. Wenn dann Sands im Hinausgehen mal eben den Koch erschießt, dann wirkt es wie ein missglückter Versuch Witz in einen Film zu bringen, dem der Witz fehlt. Dabei macht "Irgendwann in Mexiko" auch vor wirklich schlechten Witzen nicht Halt. Etwa wenn der FBI-Agent zum CIA-Agent sagt: "man sieht sich" und das lustige an der Sache ist, dass dem FBI-Agenten die Augen ausgestochen wurden. Zum Show-down, der besagter Weise am Tag der Toten statt findet, siegt das Böse in Gestalt des Guten und alle Mexikaner kämpfen für ihren Präsidenten.
Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "Once Upon A Time In Mexico"

USA 2003

Laufzeit ca. 102 Min.

Kinostart / Filmstart: 24.09.2003

DVD-Start: 30.03.2004

Regie: Robert Rodriguez

Drehbuch: Robert Rodriguez

Schauspieler (Besetzung): Antonio Banderas (El Mariachi), Salma Hayek (Carolina), Johnny Depp (Sands), Mickey Rourke (Billy Chambers), Eva Mendes (Ajedrez), Danny Trejo (Cucuy), Enrique Iglesias (Lorenzo), Marco Leonardi (Fideo), Cheech Marin (Belini), Ruben Blades (Jorge), Willem Dafoe (Barillo), Cecilia Tijerina (Kellnerin), Gerardo Vigil (Marquez), Jose Luis Avendano (Alvaro), Rodolfo De Alexandre (Omar), Pedro Armendariz jr. (El Presidente), Miguel Couturier (Dr. Guevara), Julio Mechoso (Nicolas), Ermahn Ospina (Quique)

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