Kinofilm

The Happening - Kritik

Es beginnt ohne Warnung. Eines Morgens treten im New Yorker Central Park bei den Menschen eigenartige Symptome auf: geistige Verwirrung, Desorientiertheit, Selbstmord. Kurz darauf folgt in einem zweiten Park eine weitere Selbstmordwelle. Die Regierung ist ratlos und vermutet zunächst, Terroristen könnten einen chemischen Kampfstoff ausgeschüttet haben.

Weit entfernt vom Geschehen diskutiert Eliot Moore (Mark Wahlberg) mit seinen Schülern gerade über das Phänomen des rätselhaften Bienensterbens. Weshalb verschwinden Bienen spurlos? Zur Vertiefung des Themas kommt es nicht, denn der Unterricht wird mit Bekanntwerden der schrecklichen Vorfälle beendet. Daraufhin folgt eine lang andauernde Flucht. Zunächst heißt es raus aus der Stadt, irgendwohin, wo man sicher ist. Doch die Flucht mit dem Zug erweist sich als schlechte Idee, denn die Leitzentralen fallen aus und man strandet in einem kleinen Nest.
Von dort aus setzen Eliot und seine Frau Elma (Zooey Deschanel) den Wettlauf gegen den unsichtbaren Gegner im Auto fort. Und dabei erfahren sie, vom Besitzer einer Baumschule, dass hinter den Vorfällen wahrscheinlich Pflanzen stecken. Denn Pflanzen, so erklärt die Mischung aus Alt-Hippie und Yeti, sind in der Lage Botenstoffe auszusenden. Was diese bisher taten, um etwa bei einem Befall durch Raupen Wespen anzulocken, die dann die Raupen fressen. Und vielleicht - man weiß es nicht genau - hat die Natur jetzt den Menschen satt? Zunächst kann sich niemand mit der Theorie anfreunden. Doch immer mehr Menschen fallen dem Phänomen zum Opfer. Das steigert die Bereitschaft, auch an absurde Erklärungen zu glauben. Und weiter geht die Flucht, bis am Ende nur noch Eliot, die schlafwandelnde Elma und das auffällig schweigsame Mädchen Jess überleben. Ausgerechnet in einer Einsiedelei auf dem platten Land, in einem Meer von Pflanzen ... Doch hier läuten sie die Wende ein, indem Mark und Elma erkennen, dass die Liebe stärker ist als alles andere ...

Filmkritik

Ich vermute, M. Night Shyamalan sieht sich selbst weniger als kommerziellen Regisseur, sondern vielmehr mehr als Geschichtenerzähler. Doch aktuell bleibt mir ziemlich schleierhaft, welche Geschichte er erzählen möchte? Die Handlung deute ich als ein Plädoyer für mehr Umweltschutz und mehr Respekt für die Natur. Dazu verkehrt Shyamalan (Drehbuch, Regie) den Slogan "Grün ist leben" ins Gegenteil. So ähnlich wie in den 1970. und 1980. Jahren als plötzlich in diversen Filmen die Natur zurückschlug; in der Gestalt von Fröschen oder Ameisen. Ein bewährtes Muster also, dass in der aktuellen Umsetzung allerdings zu viele Schwächen aufweist.
Die Spannung leidet darunter, dass das Geheimnis bereits vor der Filmmitte verraten wird - insofern man es nicht bereits selbst erraten hat. Das tut der Handlung aber kaum einen Abbruch, weil die gesamte Geschichte ziemlich lahm daherkommt. Hinsichtlich des Spannungsbogens war der unsichtbare Gegner keine gute Idee, denn Kämpfe gegen den Wind oder chemische Botenstoffe sind relativ zwecklos. Leider fiel Shyamalan auch ansonsten wenig ein, um Spannung aufzubauen. Die pausenlose Flucht wirkt bald sehr unlogisch, denn auch die Menschen im Film begreifen irgendwann, dass sie gegen die Natur kämpfen. Ihre einzige Waffe dagegen lautet: Laufe dorthin, wo nur wenige Menschen leben, denn der Gegner greift nur Gruppen an. Diese "pfiffige" Idee bildet die fragwürdige Rechtfertigung für ein klassisches Hase-und-Igel-Rennen.
Ein weiteres Manko ist der Schnitt. Vielleicht wurde der Film so holperig geschnitten, um eine Freigabe ab 16 zu erreichen. In der gesehenen Fassung brechen Szenen immer dann ab, wenn etwas folgt, dass die Freigabe heraufsetzen könnte. Leider fielen damit wohl auch einige Übergänge der Schere zum Opfer.
Des Weiteren überzeugt die Besetzung nicht. Mark Wahlberg passt für mich nicht in die Rolle des Intellektuellen, der später zum charismatischen Anführer wird, dem alle fraglos folgen. Was Zooey Deschanel als Elma ausdrücken wollte oder sollte, kann ich nicht erklären. Elma hatte mit einem Kollegen ein Tiramisu gegessen und wird seitdem von dem verschmähten Verehrer belästigt. Ist das daraus resultierende schlechte Gewissen Grund genug, um die meiste Zeit wie narkotisiert in die Kamera gucken? Oder waren vielleicht Salmonellen im Tiramisu?

Fazit
Bei Reizwäsche mag der Ausspruch "ein Hauch von einem Nichts" ein Kompliment sein. Bezogen auf einen Kinofilm nicht. Doch vielmehr hat "The Happening" nicht zu bieten. Die handwerkliche Umsetzung ist schlecht und die Aussage schleierhaft.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2008

Laufzeit in Minuten ca.: 90

Kinostart / Filmstart: 12.06.2008

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: M. Night Shyamalan

Schauspieler (Besetzung): Mark Wahlberg, Zooey Deschanel, John Leguizamo, Ashlyn Sanchez, Betty Buckley, Spencer Breslin, Robert Bailey, Jr., Frank Collison, Jeremy Strong, Alan Ruck, Victoria Clark, M. Night Shyamalan

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