Kinofilm

The Maschinist - Kritik

El maquinista

Schlafentzug gilt als Foltermittel, das keine sichtbaren Spuren zurücklässt. Trevor Reznik hat seit einem Jahr nicht mehr geschlafen, kann Realität und Wahnvorstellungen nicht mehr unterscheiden. Begleiten Sie den Gebeutelten auf der Frage nach den Hintergründen.

Zu Beginn des Kinofilms "The Maschinist" haben Sie es mit zwei Leichen zu tun. Eine davon lebt und beseitigt die echte Leiche. Doch plötzlich existiert das Opfer nicht mehr. Das wird möglich, weil Trevor (Christian Bale) seit über einem Jahr nicht mehr geschlafen hat. Er weiß nicht mehr, was in seinem Leben real ist und was Wahnvorstellungen entspringt. Sein Körper ist bis auf das Skelett abgemergelt. Die Nächte verbringt er damit, im Cafe des Flughafens Kaffee zu trinken, während die Zeit der Wanduhr zwischen 1:30:1 und 1:30:2 festhängt. Alternativ dazu rutscht er auf den Knien über den Küchenboden und schrubbt die Ritzen des Fußbodens mit Bleichmittel. Zudem hat er einen auffälligen Hang zum Händewaschen. Doch was an ihm klebt, ist nicht so einfach abzuwaschen.

Beruflich läuft es nicht gut. Die Kollegen geben ihm die Schuld an einem Arbeitsunfall, bei dem ein Kollege den linken Arm verlor. Als er selbst sich in einer Maschine verfängt und hineingezogen wird, retten ihn die anderen erst in letzter Sekunde. Rache? Trevor versteht die Welt nicht mehr. Zumal ihn dieser fette Glatzkopf ablenkte, von dem er denkt, er sei ein neuer Kollege. Doch außer ihm leugnen alle dessen Existenz. Dabei drängt der Unbekannte sich immer mehr in Trevors Leben. Er taucht zum Beispiel auch in der Kneipe auf. Und wer klebt heimlich die Zettel an den Kühlschrank, auf dem das Galgenspiel gespielt wird (errate das Wort, ehe das Männchen am Galgen hängt).
Die einzige Person, der er noch traut, ist die Prostituierte Stevie (Jennifer Jason Leigh). Die versucht ihn regelmäßig zu Schlaf zu bewegen, doch jeder Versuch abzuschalten schlägt fehl.

Filmkritik

In düsteren Farben erzählt "The Maschinist" die Geschichte einer von Wahn geprägten Flucht. Die farbverfälschten Bilder erinnern an Hitchcock, Polanski und Lynch. Recht schnell wird klar, dass mit dem Hauptdarsteller etwas nicht stimmt. Das Warum, können Sie kaum enträtseln, obwohl der Kinofilm immer wieder Hinweise einblendet, wie einen Aufkleber am Auto oder die Leuchtreklame einer Geisterbahn (die mit einer Höllenfahrt wirbt). Schaltete ich auch beim einzig konkreten Hinweis nicht. Dann verrät die spannende Auflösung, wie sich das Puzzle zusammensetzt. Dass der Film danach noch weitergeht, verwässert den Gesamteindruck. Die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers ist gut. Was Christian Bale seinem Körper antat, grenzt ebenfalls an Wahn. Im Film sagt die Prostituierte dazu: "Wenn du noch dünner würdest, würdest du nicht mehr existieren."
Filmkritik: Thomas Maiwald

Credits

Original Film-Titel: "El maquinista"
Englischer Titel: "The Machinist"

Spanien 2004

Laufzeit ca. 101 Min.

Kino-Start: 11.11.2004

DVD-Start: 04.08.2005

Regie: Brad Anderson

Drehbuch: Scott Kosar

Schauspieler (Besetzung): Christiane Bale (Trevor Reznik), Jennifer Jason Leigh (Stevie), Aitana Sanchez-Gijon (Marie), John Sharian (Ivan), Michael Ironside (Miller)

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