Kinofilm

Briganten

Brigands Chapitre VII

Was sind das für Zeiten, wenn sich der brotlose Künstler bei der morgendlichen Alkoholbeschaffung vor schönen Heckenschützinnen hüten muss; ein königlicher Seitensprung unter dem Beil des Scharfrichters und im Folterkeller endet; ein meisterlich folternder Politkommissar durch die Denunziation des Sohnes in eine mehr als missliche Lage gebracht wird; oder wenn die minderjährige Tochter eines Mafia-Bosses die ganze Sippe mit einer MP tötet?

Nichts besonderes, sagt Otar Iosseliani, so ist der Mensch, so war er immer, so wird er (leider) immer bleiben: grausam und mit der verhängnisvollen Neigung, sein Menschsein recht bereitwillig zu verleugnen. Iosseliani führt in ein kleines Land "hinter dem eisernen Vorhang" und fächert in drei verschachtelten Erzählsträngen dessen leidvolle Geschichte der letzten 500 Jahre auf. Der mittelalterliche König Vano hat nicht nur ständig Schlachten mit den Feinden seines - eigentlich glücklichen - Reiches zu schlagen, auch die Königin bereitet Kummer, da sie trotz Keuschheitsgürtel Wege zur Untreue findet. Das kostet sie den Kopf, und der Liebhaber wird in den Verliesen der Burg einer hochnotpeinlichen Unterfragung unterzogen.
Nach einem Buch übrigens, das sich auch 500 Jahre später noch großer Beliebtheit erfreut, und bei den kommunistischen Machthabern hoch im Kurs steht, wenn auch nur der nostalgischen Gefühle wegen, denn die Mittel sind schon moderner geworden, der Zweck allein unterliegt der alten Barbarei. Wer glaubte, mit der Abdankung der Kommunisten würde der Friede in Vanos kleines Land einziehen, der braucht nur die täglichen Nachrichten zu sehen, um eines Besseren belehrt zu werden. Nun tobt ein sinnloser Bürgerkrieg jeder gegen jeden, und nur die Mafia, die die Parteien mit schwerem Kriegsgerät versorgt, geht als Gewinner aus den Scharmützeln hervor. Vor diesen Zuständen fliehen Vano und seine Saufkumpane nach Paris. Dort ist man zwar auch nur Säufer und Bettler, doch den Begriff des Chlochards umweht halt ein Hauch von Kultiviertheit. Was man von der Mafia-Clique, die sich der Geschäfte wegen ebenfalls in die Seine-Metropole zurückgezogen hat, gewiss nicht behaupten kann. Sie prasst, säuft und hurt sich durchs Leben und geht - solange man sie lässt - über Leichen. Aber da ist ja noch die minderjährige Tochter ...
Copyright/Quelle: Pegasos

Credits
Original Film-Titel: Brigands Chapitre VII
Land: Georgien / Schweiz / Frankreich / Rußland 1996
Laufzeit in Minuten ca.: 79
Kinostart / Filmstart: 18.06.1998
Regie: Otar Iosseliani
Drehbuch: Otar Iosseliani
Schauspieler (Besetzung):

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