Kinofilm

Wunder

Aus dem Lebensabschnitt eines Jungen, der mit einem entstellenden Gendefekt leben muss, wird ein sehenswertes Drama. Schön. Der Film erzählt von Jungen, den seine Krankheit zum Außenseiter macht. Ein Gendefekt hat sein Gesicht entstellt und er versteckt sich am liebsten unter einem großen Astronautenhelm.

Von seiner Krankheit abgesehen ist er ein ganz normaler Junge. Das findet auch seine Mutter (Julia Roberts) und entscheidet, dass Auggie (Jacob Tremblay) sich der Welt stellen soll. Bislang hat sie ihn zu Hause unterrichtet, nun soll er die fünfte Klasse einer öffentlichen Schule besuchen. Deren Direktor meint es gut mit ihm und organisiert eine Besichtigung, bei der ihn drei Schüler durch die Schule führen. Das ist zwar nett gedacht, scheint aber Auggies Vorurteile zu bestätigen, denn Kinder können ihre Gefühle schlechter verheimlichen als Erwachsene. Sie schauen ihn mit Unbehagen an.

Das Schuljahr beginnt und wird zu einem Spießrutenlaufen, das auch die Familie belastet. Nicht nur für Auggie ist die Andersartigkeit eine Belastung, sondern auch für seine Schwester Via. Die muss mit dem Umstand leben, dass ihre Mutter stets für den Sohn da ist, der mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht als die Tochter. Auch wenn diese es nicht zeigt, leidet sie unter der Situation. So kommt es mehrfach zu reinigenden Gewittern und am Ende gibt es nicht nur einen Sieger.

Kritik

Dem Film "Wunder" gelingt es zu packen und stellenweise sogar heftig zu sein ohne eine große Geschichte zu erzählen. Kein Weltenuntergang und Heldentum, sondern ein Junge, der mit den Herausforderungen des Lebens kämpft. Gut gelungen ist der Produktion, dass sie Szenen und Bilder geschickt herausgreift. So kann wohl jeder, der selbst schon einmal am Rand einer Gruppe gestanden hat, Auggies Situation nachvollziehen. Wenn er seinen Vater abends allein am Tisch sitzen sieht und der weint, weil der Hund gestorben ist, dann ruft so ein Bild Erinnerungen wach. Man muss nur Ähnliches erlebt haben, um nachfühlen zu können, was diese Darstellung vermittelt. Zudem gut verständlich ist, dass die Kinder in einer Lebensphase sind, in der sich jeder unsicher fühlt und den Platz im Leben sucht. Da hilft es die eigene Unsicherheit zu überspielen, indem man sich einen Sündenbock herausgreift und ihn bloßstellt.

Gut gewählt ist die Einteilung in Kapitel. Derart erzählt der Film nicht nur die Geschichte seines Hauptdarstellers, sondern auch die weiterer Personen. Dadurch bekommt der Zuschauer mehr Einblicke in Hintergründe und die Handlung im Nachhinein manchmal eine andere Färbung.
Zum Gelingen des Films trägt ferner das Schauspiel bei. Die Kids im Film spielen erstaunlich gut. Die Familie tritt fast wie eine reale Familie auf. Aus der Reihe tanzt nur Owen Wilson, der nicht wie der Vater der Familie auftritt, sondern zwar nett ist aber irgendwie nicht dazuzugehören scheint.

Fazit
Man kann "Wunder" vorwerfen, dass letztlich nicht viel passiert. Die Gesichtsmaske des Jungen überzogen ist und der Film dick aufträgt. Die Bilderbuchfamilie mit Bilderbuch-Eltern ist zu schön, um wahr zu sein. Gleichzeitig ist es ist Kitsch von der gekonnten Sorte. Das Schöne ist das Besondere des Films: Ein Junge stellt sich der Herausforderung des Lebens, zeigt es uns Zuschauern und nimmt uns mit.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 80 %

Original Filmtitel: Wonder
Land: USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 113
Genre: Drama • Familie
Stichwort: Coming of Age
Verleih: Studiocanal
FSK-Freigabe ab: 0 Jahren

Kinostart: 25.01.2018

Regie: Stephen Chbosky
Drehbuch: Stephen Chbosky • Steven Conrad • Jack Thorne
Literaturvorlage: R. J. Palacio

Schauspieler: Julia Roberts (Isabel) • Owen Wilson (Nate) • Jacob Tremblay (Auggie) • Izabela Vidovic (Via) • Mark Dozlaw (Doktor) • Rukiya Bernard (Krankenpflegerin) • Jennifer March (Kinderarzt) • Mandy Patinkin (Mr. Tushman) • Noah Jupe (Jack Will) • Bryce Gheisar (Julian) • Elle McKinnon (Charlotte)

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