Kinofilm

Tad Stones und das Geheimnis von König Midas

Tad ist ein gutmütiger Bauarbeiter, dessen Herz für die taffe Archäologin Sara Lavrof schlägt. Seine Kollegen verlachen ihn deswegen, doch der ist sicher, dass Sara, die er immerhin schon seit der Kindheit kennt, ihn ebenfalls mag.

Und siehe da, sie lädt ihn zur Ausstellung nach Las Vegas ein. Doch gerade als Tad mit seinem Hund aufbrechen will, steht die Mumie aus seinem letzten Abenteuer vor der Tür. Sie fordert nachdringlich Freundschaft ein und ist offenbar nicht gewillt ihm von der Seite zu weichen.
In Las Vegas kommt das Abenteuer richtig in Fahrt, denn der wertvolle Papyrus, den Sara jüngst fand, wird von den Schergen des fiesen Jack Rackham gestohlen und Sara entführt. Darum brechen Tad, die Mumie und Saras Assistentin Tiffany sowie zwei Haustiere auf, um Sara zu retten und Rackham davon abzuhalten die Weltherrschaft zu ergreifen.

Kritik

Der spanische Animationsfilm nutzt lose eine Geschichte über König Midras, der vorübergehend die Fähigkeit besaß, alles, was er berührte in Gold zu verwandeln. Hinzu kommen Standards aus bekannten Archäologen- und Agenten-Filmen. Es gibt einen Papyrus, der eine alte Schatzkarte ist, Rätseleinlagen und das Plündern von uralten Tempeln. Die Dienerin des Bösewichts hat einen russischen Akzent, wie in bekannten Agenten-Filmen üblich.

Das menschliche Trio erlebt ein kunterbuntes Abenteuer, das sie an verschiedene Orte der Welt führt, zum Beispiel in die Alhambra. Auf ihrem Weg lösen sie Rätsel wie das Entschlüsseln von geheimen Zeichen. Die meiste Zeit sind Tad und Saras Assistentin Tiffany die Handelnden, während die Mumie für allerhand Unsinn sorgt. Etwa, indem sie in alberne Verkleidungen schlüpft oder einem spanischen Taxifahrer den Kopf verdreht. Da sie eine Mumie ist, verliert sie des Öfteren Körperteile, die einfach wieder angeflanscht werden. Kinder werden an den vielen Albereien wahrscheinlich ihren Spaß haben. Etwa wenn Tad die Mumie durch einen Schneesturm trägt und diese sagt, dass sie ihre Beine nicht mehr spüren kann. Kein Wunder, denn ihre Beine fehlen und sind am Boden festgefroren. Neben körperlichen Witzen sorgt die Mumie mit ihrem Gehabe für allerlei Aufruhr. Schön ist der Gag, dass Tiffany versucht Hieroglyphen zu übersetzen, indem sie ihr Smartphone nutzt. Das Übersetzungsprogramm muss passen; dann nimmt die Mumie den Papyrus und liest ihn ohne Schwierigkeiten.

Die Animation ist sauber gemacht und weiß zu gefallen, sie erreicht nicht die hohen Standards wie zuletzt in "Coco" gesehen, was ich auch nicht erwarte. Dafür ist "Tad Stones und das Geheimnis von König Midas" eine Spur bunter und nutzt die Technik für jede Menge Kapriolen. Zu den Stärken des Films zählt, dass er sich Freiheiten erlaubt, die sich beispielsweise amerikanische Großproduktionen nicht trauen. Auch die Umsetzung in 3D weiß zu Gefallen. Das Tempo des Films ist hoch, stellenweise ist er überdreht. Etwa wenn die Retter eine Paella-Pfanne als Schlitten nutzen und als wilde Jagd einen Berg hinabsausen. Dann sagt der Bösewicht sinngemäß: "Ihr schon wieder!" und mancher erwachsene Zuschauer denkt es. Dass die Mumie unablässig Schabernack treibt, gefällt mir gut. Ich kann allerdings auch verstehen, wenn sie die persönliche Schmerzgrenze überschreitet.

Fazit
"Tad Stones und das Geheimnis von König Midas" ist ein sehr temporeicher Film für Kinder. Sein Humor und seine Handlung sind mehr auf Kinder als auf die ganze Familie zugeschnitten. So will Tad seine angebetete Sara nicht heiraten, sondern sie zur Freundin. Und jedes Mal, wenn die zwei einander küssen wollen, wird die Szene unterbrochen. Die Anwesenheit der zwei Haustiere verstärkt den Eindruck eines Kinderfilms. Etwas schade ist, dass der stumme Kakadu auf die Dauer keine Kommentare mehr abgibt. Insgesamt ein sehenswerter Film.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %

Original Filmtitel: Tadeo Jones: El secreto del Rey Midas
Land: Spanien
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 85
Genre: 3D • Abenteuer • Action • Animation • Familie • Komödie
Verleih: Paramount Pictures
FSK-Freigabe ab: 6 Jahren

Kinostart: 11.01.2018

Regie: David Alonso • Enrique Gato
Drehbuch: Jordi Gasull • Neil Landau • Javier López Barreira

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