Kinofilm

Jumanji: Willkommen im Dschungel

Vom urbanen in den echten Dschungel. Eine Gruppe Teenager wird Teil eines Actiongames und muss nach dessen Regeln ums Überleben kämpfen. 1996 wurde ein Teenager auf magische Weise in das Spiel Jumanji gesogen, dessen Cartridge er in seine Spielekonsole gesteckt hat.

20 Jahre später müssen vier Teenager einer Highschool nachsitzen. Im Keller der Schule entdecken sie eine alte Spielekonsole. Rasch ist diese eingestöpselt und das Spiel geladen. Doch kaum hat das Quartett die Auswahl der Spielecharaktere getroffen, werden sie Teil des Spiels, das im Dschungel einer fremden Insel beginnt. Plötzlich stecken die Teenager in den Körpern von Erwachsenen: Dr. Bravestone (Dwayne Johnson), Professor Shelly Oberon (Jack Black), Moose Finbar (Kevin Hart) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan). Schnell finden sie heraus, dass sie, wie in Games üblich, Stärken und Schwächen haben. Und noch eine Besonderheit wird ihnen rasch klar. Jeder hat drei Leben. Danach heißt es Game Over.
Die Vier haben also nur eine Chance. Sie müssen das Spiel spielen und am Ende gewinnen. Nur dann können sie nach Hause zurückkehren. Dazu müssen sie zunächst herausfinden, worin ihre Aufgabe besteht, Animositäten und Vorurteile begraben und zusammenhalten.

Kritik

Jumanji ist eine lose Fortsetzung des Films des Jahres 1995. Vorwissen ist nicht vonnöten, denn der Film erklärt die Dinge selbst dann, wenn die Handlung selbsterklärend ist. Die Story ist eine Mischung aus Körpertausch, Rollentausch, Weltentausch, Abenteuer, Action und Gameverfilmung. Es ist, aufgrund der vielen Anlehnungen, nicht ganz falsch zu sagen es ist Indiana Jones light, denn die Erzählung nutzt aus jedem Genre ein bisschen und ist schlussendlich nur bedingt etwas Eigenständiges. Das ist abhängig von Geschmack und Anspruch nichts Schlechtes. "Jumanji: Willkommen im Dschungel" ist gut zu konsumierende, harmlose Action.

Der Film zielt auf eine junge Zielgruppe ab. Es gibt Witze, die im Körpertausch resultieren. Der schmächtige Nerd ist plötzlich Dwayne Johnson und bewundert erst einmal eingehend seinen Körper. Umgekehrt ist Fridge, der in der Realität die Statur eines Kühlschranks hat, plötzlich ein schwächlicher Wissenschaftler. Bethany, die Queen-Bee steckt im Körper von Jack Black und findet es aufregend einen Penis zu haben, weil der das Pinkeln vereinfacht. Der Nerd Martha ist eine Art Lara Croft, was ganz schick ist. Außerdem gibt es Witze, die darin wurzeln, dass die Erwachsenen (in deren Körpern Teenager stecken) wie Teenager auftreten und typische Pubertäts-Probleme lösen. Da gibt es Probleme mit dem ersten Kuss, weil Mann und Frau nicht wissen, wie man das anstellt. Wenn zwei Männer, von denen einer in der Realität eine Frau ist, einander umarmen, dann schauen die anderen seltsam. Einen direkten Schwulenwitz will man nicht daraus machen, aber befremdlich finden es die Teens schon. Komik, die den großstädtischen Dschungel und den realen vergleicht spart der Film aus. Körperliche Komik, die daraus entsteht, dass Teenager die Körper von Erwachsenen steuern, gibt es leider ebenfalls nicht. Es wäre vorstellbar, dass Dwayne Johnson erst einmal lernen muss seine Muskelmassen zu bewegen. Alles in allem ist die Darstellung der Schauspieler annehmbar.

Inkonsequent ist die Handlung hinsichtlich des Umstands, dass vier Teenager in ein Konsolenspiel gesogen worden sind. So können die NSC (Nichtspielercharaktere) nur so reagieren, wie es das Spiel vorsieht. Fraglich erscheint, dass Alex (Nick Jonas) das verlorene Teil ist, welches das Quartett finden muss. Das bedeutet, dass die Programmierer des Spiels davon ausgegangen sind, dass ein Spieler in das Spiel gesogen wird und danach mindestens eine weitere Person, die ebenfalls in das Spiel versetzt wird, den zuerst eingesaugten Spieler suchen muss.
Andere Umstände sind nur halbherzig umgesetzt. So ist es in Games bestimmter Genres üblich, dass die Spielfigur nur eine begrenzte Anzahl an Leben hat und Extraleben zurückgewinnen kann. Diese Regel fehlt in Jumanji. Zudem vermisse ich eine Handlung, die stärker einem Game entspricht. Für einen Mix aus Game und Actionfilm liegt der Schwerpunkt zu klar auf dem Abenteuerfilm. Diese Widersprüche sind insgesamt zu verschmerzen und werten den Film nicht ab.

Fazit
Alles in allem ist "Jumanji: Willkommen im Dschungel" ein netter Actionfilm mit kleinen Schwächen, etwa in zu langen Szenen. Die Umsetzung in 3D gefällt.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %

Original Filmtitel: Jumanji: Welcome to the Jungle
Land: USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 120
Genre: 3D • Abenteuer • Action • Fantasy • Komödie
Verleih: Sony Pictures
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 21.12.2017

Regie: Jake Kasdan
Drehbuch: Chris McKenna • Erik Sommers • Scott Rosenberg • Jeff Pinkner

Schauspieler: Dwayne Johnson (Dr. Bravestone) • Kevin Hart (Moose Finbar) • Jack Black (Professor Shelly Oberon) • Karen Gillan (Ruby Roundhouse) • Rhys Darby (Nigel) • Bobby Cannavale (Van Pelt) • Nick Jonas (Alex) • Alex Wolff (Spencer) • Ser'Darius Blain (Fridge) • Madison Iseman (Bethany) • Morgan Turner (Martha) • Sean Buxton (Jogger) • Mason Guccione (Gamer) • Marin Hinkle (Spencers Mutter) • Tracey Bonner (Fridges Mutter)

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