Kinofilm

Kingsman - The Golden Circle

Hinter der unauffälligen Fassade des Herrenausstatters Kingsman aus Großbritannien stecken in Wahrheit die Kingsmen und Kingswomen. Eine geheime Organisation, die für das Gute kämpft. Sie ahnen nicht, dass es auch in den Staaten eine ähnliche Firma gibt. Mit anderem Namen und Mitstreitern, die weniger Wert auf Stil legen als vielmehr auf einen rauen Umgangston.

Damit die zwei Schwester-Organisationen zueinander finden, gibt es einen Donnerschlag. Ein Angriff, der praktisch aus dem Nichts kommt und mit einem Schlag ist die Organisation dem Erdboden gleichgemacht. Nur Eggsy und Merlin überleben die Anschläge. In der veränderten Situation sind ungewohnte Maßnahmen notwendig und sie suchen Hilfe bei ihren Kollegen in den Staaten. Doch in Amerika sind die Neuankömmlinge zunächst nicht willkommen.
Derweil spinnt die größenwahnsinnige Drogenbaronin Poppy (Julian Moore) weiter finstere Pläne. Erst ließ sie die Kingsmen töten, nun hat sie es auf alle Drogenkonsumenten der Welt abgesehen. Doch ergibt es Sinn, dass eine Drogenhändlerin ihre Kunden tötet? Nicht das einzige Rätsel, das die Agenten lösen müssen.

Kritik

Der Film beginnt mit einem rasanten Kampf während einer Autofahrt. Die stark überzogene Action anzusehen macht Spaß. Und sie lässt die Frage aufkommen, kann der Film das noch steigern? Nun, er will es nicht und setzt auf die richtige Entscheidung, auf die fulminante Action eine ruhige Phase folgen zu lassen. Dieses Konzept setzt die Dramaturgie bis zum Filmende fort. Action und Spielfilm-Handlung wechseln einander ab.

Damit liegen Freud und Leid nahe beieinander. Das beginnt beim Grundsätzlichen. Leider fehlt dem Film die klare Entscheidung, ob er eine Agentenfilm-Parodie oder ein Agentenfilm mit viel Humor sein will. Das ist schade, denn einige überdrehte Ideen, zünden nicht. Julianne Moore spielt Poppy. Eine komplett durchgeknallte Verbrecherin, die mit eiserner Härte eine bonbonbunte Fantasiewelt regiert. Zudem ist sie eine der erfolgreichsten Geschäftsfrauen der Welt und leidet darunter, dass kaum jemand von ihrem Erfolg weiß. Diese Idee ist klasse. Die Umsetzung ist es weniger, denn Poppy tritt wie Püppi auf, die unfreiwillige Parodie auf durchgeknallte Superschurken.

Julianne Moore ist allerdings nicht die Einzige, die weniger zeigt als in anderen Filmen. Insgesamt fallen die ruhigeren Szenen gegenüber der Action ab. Sie vermitteln den Eindruck, dass es dem Film schwerfällt Emotionen zu transportieren. Selbst Merlins Opfer macht weder einen heroischen Eindruck, noch berührt sein Ausscheiden aus dem Dienst. Taron Egerton als Eggsy ist stets gefasst und stilsicher und gleichzeitig eine Figur mit wenig Ausstrahlung. Gleiches gilt für seine Mitstreiter Mark Strong und Colin Firth. Zudem ist die Gewichtung der Rollen seltsam. Halle Berry übernimmt eine undankbare und unergiebige Rolle im Innendienst. Noch härter trifft es Channing Tatum, dessen Gastauftritt ausgesprochen kurz ausfällt. Über die genannten Schwächen tröstet die durchgängig gelungene Stilisierung nur bedingt hinweg.

Die Kämpfe machen wirklich Laune; eben weil sie komplett überzeichnet sind. Beispielsweise schneidet ein elektrisches Lasso Gegenstände oder menschliche Körper sauber in zwei Hälften. Die britischen Agenten ziehen mit Gadgets in den Kampf, die ihren Landsmann James Bond vor Neid erblassen lassen würden. Auffällig ist der Umstand, dass sie blutlos ablaufen. Wahrscheinlich sollte damit die FSK besänftigt werden, die den Film trotzdem erst ab 16 Jahren freigibt.

Fazit
Mit dem britischen Understatement nimmt es die Handlung zu genau. Gegenüber der fulminanten Action fallen die ruhigen Sequenzen ab.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 60 %

Land: USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 141
Genre: 3D • Action • Komödie
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 16 Jahren

Kinostart: 21.09.2017
Heimkino: 28.02.2018

Regie: Matthew Vaughn
Drehbuch: Jane Goldman • Matthew Vaughn

Schauspieler: Taron Egerton (Eggsy) • Edward Holcroft (Charlie) • Gordon Alexander (Fahrer) • Mark Strong (Merlin) • Hanna Alström (Tilde) • Calvin Demba (Brandon) • Thomas Turgoose (Liam) • Tobi Bakare (Jamal) • Julianne Moore (Poppy) • Keith Allen (Charles) • Tom Benedict Knight (Angel) • Colin Firth (Harry Hart) • Michael Gambon (Arthur) • Sophie Cookson (Roxy) • Björn Granath (König von Schweden) • Channing Tatum (Tequila) • Halle Berry (Ginger) • Jeff Bridges (Champ) • Pedro Pascal (Whiskey) • Elton John (Elton John)

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