Kinofilm

Planet der Affen: Survival

War for the Planet of the Apes

Die Flucht in den Wald stellt für die Affen keinen Ausweg dar, denn die Menschen verfolgen und töten sie mit erbarmungsloser Härte. Wie es scheint, gibt es für die Primaten keinen Platz und kein Recht zu leben.

Den Grund für den ungezügelten Hass offenbart der Film erst später, zunächst bleiben die Gründe nebulös. Nur eines ist klar: Die treibende Kraft hinter der Hetzjagd ist der Colonel (Woody Harrelson), der lange Zeit ein Phantom bleibt. Gleichzeitig ist er der Mensch, auf den Caesar, der Anführer der Affen, seinen gesamten Hass projiziert. Und als die Menschen seine Frau und seinen Sohn töten, hat er nur noch eines im Sinn: Persönlich den Colonel zu töten. Während der Rest der Affenpopulation ihr Heil in der Flucht sucht, bricht er mit einer kleinen Gruppe auf, um die Rache zu vollenden.

Kritik

"Der Planet der Affen" kann im Jahr 2017 auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Roman wurde 1963 von Pierre Boulle geschrieben. 1968 kam die erste Verfilmung ins Kino, der 1970, 1971 und 1972 Fortsetzungen folgten. Der Stoff ruhte bis Tim Burton das Thema im Jahr 2001 neu interpretierte. Dieser eher schwachen Umsetzung folgte keine Fortsetzung. Erst 2011 begann mit "Planet der Affen: Survival" eine neue Filmreihe. Die weitergesponnen wurde unter den Titeln "Planet der Affen: Revolution" aus dem Jahr 2014 und "Planet der Affen: Survival" in 2017.

"Revolution", der dritte Teil der Filmreihe, ist im Kern ein klassisches Rachedrama, das als Rahmen einen Krieg nutzt. Während die Motive der Menschen bis ungefähr zur Filmmitte im Dunkel bleiben, ist die Motivation des obersten Affen klar. Dementsprechend wird die Handlung aus der Perspektive der Fellträger erzählt. Sie nehmen die Rolle ein, die man eigentlich von den Menschen erwartet. Ihr Verhalten ist human, während die Menschen, repräsentiert von einer Einheit Soldaten, wie Bestien auftreten. Auf diese Weise vertauscht der Film geschickt die Rollen.

Affe Caesar hat aufgrund der Mutation die menschliche Sprache erlernt, der Rest der Primaten nutzt zur Verständigung neben Lauten eine Gebärdensprache. Das ist sehenswert umgesetzt, hat jedoch den Haken, dass der Film über weite Teile die Gebärden in Untertitel übersetzt. Und nicht jeder Zuschauer wird es als motivierend empfinden, die Untertitel zu lesen. Gefallen können ohne Zweifel die Masken, das Make-up und die Spezialeffekte, die dem Stand der Zeit entsprechen.

Die Handlung zeigt ihre Geschichte in epischer Länge, was zu der einen oder anderen Länge führt. Sie passt zu dem insgesamt ruhigen Charakter des Films, wirft am Ende jedoch die Frage auf, ob eine kürzere Fassung nicht die knackigere wäre? Empfindliche Naturen können sich an den biblischen Szenen stoßen. So erinnern die Kreuzigungen, die Auspeitschung und schlussendlich der Auszug ins gelobte Land nicht nur entfernt an Bibelfilme. Mich stört das nicht.

Eine weitere Besonderheit ist, mit welcher Ausdruckskraft die Darsteller spielen. Während die tierischen Charaktere durchaus stark auftreten, fällt Woody Harrelson als durchgeknallter Colonel etwas ab. Er lässt selbst bei Eiseskälte sein Fenster offen stehen und tritt mit nacktem Oberkörper ins Freie. Doch das verleiht ihm keine übermenschliche Härte. Zudem fehlt seiner Darstellung die Gefährlichkeit, die ein vom Wahn gezeichneter Mensch transportieren kann.

Fazit
"Planet der Affen: Survival" ist sehenswert. Er nutzt bekannte Motive, wie etwa die des Krieges (Gefangenenlager, Überläufer und Verräter), und ist doch ein eigenes Werk. Die Optimierung für 3D ist in den anfänglichen Szenen, die im Wald spielen, gelungen, während sie später in der freien Wildbahn nachlässt. Durchgängig verleiht 3D dem Film eine plastische Tiefe.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 70 %

Original Filmtitel: War for the Planet of the Apes
Land: USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 140
Genre: 3D • Drama • Fantasy • Krieg • Science-Fiction
Verleih: 20th Century Fox
FSK-Freigabe ab: 12 Jahren

Kinostart: 03.08.2017

Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Mark Bomback • Matt Reeves • Rick Jaffa • Amanda Silver

Schauspieler: Andy Serkis (Caesar) • Woody Harrelson (Colonel) • Steve Zahn (Bad Ape) • Karin Konoval (Maurice) • Amiah Miller (Nova) • Terry Notary (Rocket) • Ty Olsson (Red Donkey) • Michael Adamthwaite (Luca) • Toby Kebbell (Koba) • Gabriel Chavarria (Preacher) • Judy Greer (Cornelia) • Sara Canning (Lake) • Devyn Dalton (Cornelius) • Aleks Paunovic (Winter) • Alessandro Juliani (Spear)

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