Kinofilm

Overdrive

Der Erfolgsformel "Rassige Frauen, tolle Autos und markige Männer" fügt Overdrive einen Punkt hinzu: Stil. Reicht das für die Pole-Position? Die Brüder Andrew (Scott Eastwood) und Garrett (Freddie Thorp) wissen, was gut ist. Naja. Eigentlich sind sie nur Halbbrüder und bei Frauen liegt Garrett bisweilen falsch.

Doch in einer Sache irren sie nie: Autos. Ihr Herz schlägt für alles, was gut, teuer und alt ist. Und als gerissene Ganoven wollen sie den Coup ihres Lebens landen. Doch wie es scheint, haben sie den falschen beklaut, denn Jacomo Morier (Simon Abkarian) ist so sauer, dass er die zwei am liebsten auf der Stelle erschießen würde. Um ihren Hals zu retten, bieten ihm die Jungspunde einen wahnwitzigen Deal an: Sie wollen Moriers Gegenspieler Max Klemp (Clemens Schick) ausrauben und Morier die Beute überlassen. Doch Klemp, für den ein Auto mehr wert ist als ein Menschenleben, ist kein einfaches Opfer. Und plötzlich ist den Jungs auch noch die Polizei auf den Fersen und Garrett ist wieder einmal frisch verliebt. Für den Hickhack, den die Brüder liebend gerne austragen, ist also keine Zeit, denn es geht um Kopf und Kragen.

Kritik

Die Eröffnungsszene von "Overdrive" gefällt. Mit wenigen Kameraeinstellungen vermittelt sie das Gefühl von Côte d'Azur, Luxus und Stil. Dann kommen die auffällig jungen Ganoven ins Bild und der Gesamteindruck wird getrübt. Wie Gentleman-Gauner sehen sie nicht aus und handeln auch nicht so. Sie haben zwar eine Vorliebe für Oldtimer, doch die wirkt ein bisschen aufgesetzt. Dieser Eindruck, dass das Szenario nicht ganz stimmig ist, setzt sich fort, denn nach und nach wird der Stil mehr und mehr vernachlässigt und die Handlung setzt auf Winkelzüge, die im Ergebnis nicht so clever ausfallen wie gedacht. Und immer öfter stelle ich mir die Frage: Womit will der Film punkten?

Nun. "Overdrive" schielt in erster Linie auf "Fast and Furious". Kann allerdings schon hinsichtlich der Autorennen nicht mit dem großen Vorbild mithalten. Dafür fehlt es dem Film an packenden Rennszenen sowie an der Häufigkeit. Ein Fakt, den die Handlung weder mit Stil noch mit der Story wettmacht. Die am Ende aufgedröselte Mischung aus Schlitzohren, hereingelegten Verbrechern und Lovestory überzeugt nur eingeschränkt. So bleiben die Charaktere zu blass. Scott Eastwood und Freddie Thorp treten nicht wie vertraute Halbbrüder auf. Im besten Fall wirken sie wie Freunde. Im schlechtesten Fall spielen die Darsteller ganz allgemein gesprochen nebeneinander her. Dass die Lovestory keine Funken versprüht wäre leichter zu verschmerzen, bekäme sie weniger Gewicht und blieben die Frauen in ihren Auftritten nicht so reduziert.

Aufgrund der genannten Punkte springt der Begeisterungsfunke nicht über. Nicht zuletzt missfällt mir die Logik. So passt es nicht zusammen, dass man einerseits die Schönheit von Oldtimer preist und dann respektlos mit ihnen umgeht - etwa indem man auf sie schießt. Weshalb für den finalen Coup eine ganze Gruppe an Fahrern angeheuert wird, verstehe ich nicht, denn je weniger Menschen von einem Verbrechen wissen, desto besser.

Fazit
"Overdrive" bietet ein ordentliches Szenario. Für einen Autorennfilm vielleicht etwas zu ordentlich.
Filmkritik: Thomas Maiwald
Wertung: 50 %

Land: Frankreich • USA
Jahr: 2017
Laufzeit ca.: 96
Genre: Action • Krimi
Verleih: Universum Film
FSK-Freigabe ab: -

Kinostart: 29.06.2017

Regie: Antonio Negret
Drehbuch: Michael Brandt • Derek Haas

Schauspieler: Scott Eastwood (Andrew Foster) • Freddie Thorp (Garrett Foster) • Ana de Armas (Stephanie) • Clemens Schick (Max Klemp) • Gaia Weiss (Devin) • Simon Abkarian (Jacomo Morier) • Abraham Belaga (Laurent Morier) • Moussa Maaskri (Panahi) • Fabian Wolfrom (Max Klemp, jung) • Tom Leeb • Kaaris (Franck) • Magne-Håvard Brekke (Kuhn) • Philippe Ohrel (Bodyguard) • Frédéric Anscombre (Depaul) • Pierre-Marie Mosconi (Closson)

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