Kinofilm

LoLo - Drei ist einer zu viel

Das ist falsch verstandene Mutterliebe. Er sei die Liebe ihres Lebens, erinnert Sohn Lolo seine begriffsstutzige Mutter, die ihm das als Kleinkind gesagt hatte. Und der Sohn hat es nicht vergessen - seit seinem siebten Lebensjahr duldet der Sohn keinen Mann im Leben der Mutter. Mit List und Tücke schlägt er alle Kandidaten in die Flucht. Wie wird es dem aktuellen Urlaubsflirt ergehen?

Für Violette (Julie Delpy) sieht die Welt momentan wenig rosig aus. Sie ist gemeinsam mit ihrer besten Freundin Ariane (Karin Viard) zum Ausspannen in einem Hotel, doch die Entspannung will sich nicht einstellen. Kein Wunder befindet Ariane, denn es fehlt an entspannendem Urlaubs-Sex. Dass der ausgerechnet in der Gestalt von Jean-René (Dany Boon) naht, will die zickige Violett zunächst nicht wahrhaben. Doch die erste Nacht überzeugt sie. Mann und Frau wollen mehr und nach einer Woche ist die Liebe groß.
Der Abschiedsschmerz weilt nicht lange, denn Jean-René will sowieso nach Paris ziehen. Also steht weiteren Treffen nichts im Weg. Es sei denn man fragt Violettes Sohn Lolo (Vincent Lacoste). Der wohnt mit seinen zwanzig Jahren noch immer im Hotel Mama und ekelt jeden Bewerber aus Violettes Leben. Und tatsächlich gelingt es ihm Jean-René in die Flucht zu schlagen. Doch der ist Lolo auf die Schliche gekommen und selbst die verblendete Violette muss einsehen, dass ihr Sohn ein verkappter Satansbraten ist.

Kritik

Der Kinofilm "Lolo" eröffnet gefällig. Es wird viel über weibliche Sexualität gesprochen und gewitzelt. Dann beginnt das Ringen der zwei Männer und es steht nicht mehr die Frage im Raum, ob eine Frau mit Mitte Vierzig noch ein Anrecht auf ein erfülltes Sexleben hat, sondern ob eine Frau dieses Alters noch attraktiv ist? Julie Delpy findet in der Rolle der Violette ihren Hintern zu dick. Zudem keimt Angst vor Nähe auf. Somit folgt die Handlung einerseits einem Roten Faden, denn auf das Kennenlernen folgt die Phase des Infragestellens. Andererseits zerfasert die Handlung, denn es stehen nicht mehr Mann und Frau im Vordergrund, sondern zwei Konkurrenten, die um dieselbe Frau buhlen.
Leider wird die Handlung zudem lustloser, das Drehbuch witzloser und Lolos Streiche werden immer derber bis sie kriminell werden. Für den anfänglich gefälligen und dann stark nachlassenden Humor lohnt der Kauf der Kinokarte nicht. Kein gutes Zeichen für eine Komödie.
Und auch dramaturgisch ist "Lolo" nicht gelungen: Wendungen erfolgen ohne große Kunst. So klärt die beste Freundin die Hauptdarstellerin über die Machenschaften ihres Sohnes auf. Das dazu notwendige Wissen hat sie von ihrer Tochter, die gemeinsam mit Lolo dieselbe Schule besuchte. Weshalb der Junior über einen Zeitraum von 13 Jahren nicht auffiel bleibt ohne Erklärung. Und es macht den Eindruck, als sei es beim Drehbuchschreiben auf einfache Lösungen angekommen.

Für die Leistungen der Darsteller lohnt der Gang ins Kino ebenfalls nur bedingt, denn es wird weniger gespielt als vielmehr geredet. Julie Delpy (Drehbuch, Hauptrolle und Regie) bleibt ausdrucksarm. Dany Boon sorgt für einen Anteil an Komik; ansonsten liefert er Text ab. Vincent Lacoste gibt den Schelm mit dem verschmitzten Blick. Nach der x-ten Wiederholung ist der jedoch abgenutzt und er wirft die Frage auf, weshalb er in so vielen Szenen bis auf die Unterhose nackt ist?

Fazit
Alles in allem macht "Lolo" einen uninspirierten, lieblosen Eindruck. Die Figuren agieren wie in einer TV-Soap als Dauer quasselnde Personen. Der Humor macht anfangs Spaß und dann Pause. Sich bietende Chancen bleiben ungenutzt. So wäre es möglich gewesen, Lolo seine eigene Medizin zu verabreichen und ihn ebenfalls aus der Wohnung zu ekeln.
Filmkritik / Meinung: Thomas Maiwald

Wertung: 50 %

Credits

Original Film-Titel: Lolo

Land: Frankreich 2015

Laufzeit in Minuten ca.: 100

Kinostart / Filmstart: 17.03.2016

Regie: Julie Delpy

Drehbuch: Julie Delpy

Schauspieler (Besetzung): Julie Delpy, Dany Boon, Vincent Lacoste, Karin Viard

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