Kinofilm

London has fallen

Eine mit kleinen Witzen aufgelockerte Materialschlacht. Die könnte gut annehmbares Popcorn-Kino sein - doch die vielen handwerklichen Schwächen trüben den Genuss, denn auch Action braucht mehr als eine Killermaschine und Dutzende heranstürmende Terroristen, die sterben wie die Lemminge.

Als die Staatsoberhäupter der Welt nach London gerufen werden, um bei der Beerdigung eines Politikers beizuwohnen ist allen klar, dass die Konzentration von derart vielen Entscheidungsträgern ein gefundenes Fressen für die böse Seite der Macht ist. Doch niemand will wahrhaben, dass die Totenglocken für viele läuten werden. Und so beginnt ein generalstabsmäßiges Abschlachten; auch die deutsche Bundeskanzlerin beißt schnell ins Gras. Allerdings ist der Plan nur so gut wie seine schwächste Stelle. Und die bedeutet, dass man Mike (Gerard Butler) unterschätzt hat. Dessen Job besteht darin, das Leben des Präsidenten (Aaron Eckhart) der Vereinigten Staaten von Amerika zu schützen. Und dieser Aufgabe kommt er ohne zu zögern nach.

Kritik

Der Auftakt zu "London has fallen" ist passabel gemacht. Schnell ist klar, wer hier gut und wer böse ist. Die Rollen sind zwar etwas klischeehaft angelegt aber akzeptabel. Im Nahen Osten die Bösen, die nach Rache dürsten und im Westen die Guten. Stellvertretend für Letztere werden der Präsident der USA und sein Bodyguard vorgestellt. Sie werden als gute Freunde eingeführt und die Handlung auf die menschliche Ebene gezogen. Kaum sind die Zwei, die wirklich überzogen kumpelhaft miteinander umgehen, in London gelandet, beginnt das große Sterben. Das ist anfangs noch rasant und nur die Effekte mit denen Londoner Wahrzeichen in die Luft fliegen sind etwas mau.
Und es kommen erste Zweifel auf. Kommt die Wende? Leider nicht. Mister President und Mike kämpfen um ihr Leben und anstelle von Komplexität werden die Szenen brutaler. Auf der überlangen Flucht metzelt Bodyguard Mike die Angreifer dutzendweise nieder. Selbst in komplett ausweglosen Situationen gelingt es ihm den Weg freizuschießen, zu prügeln oder zu stechen.
Das machen andere Actionfilme nicht viel anders, doch in "London has fallen" ist alles eine Spur zu reduziert. Die Action ist nicht wirklich gut inszeniert, die Dialoge sind Käse, die Figuren Abziehbilder und die Logik hat Feierabend. So stehen die Londoner Polizei und der MI6 dem Geschehen auffällig planlos, kopflos und tatenlos gegenüber. Und auch die Staaten, deren Staatsoberhäupter ermordet wurden, halten ein Eingreifen nicht für notwendig?!

Sie alle ebnen den tapferen Amerikanern den Weg für einen Alleingang. Und der weist zu viele fragwürdige Elemente auf. Er bietet beispielsweise überflüssige Kommentare. Darin werden nicht nur die Szenen übergreifenden Zusammenhänge im Klartext erklärt, sondern auch Dinge angekündigt. Da wird der Präsident gewarnt, dass in soundsoviel Minuten die Rakete in den Hubschrauber einschlagen wird.
Die Dramaturgie versucht den Zuschauer auf der menschlichen Ebene anzusprechen. Doch dazu braucht es mehr als einen Präsidenten, der derart menschelt, dass er schon farblos ist. Wie soll ein solcher Mann die Geschicke einer Nation lenken? Ebenso reicht es nicht aus der Kampfmaschine Mike eine schwangere Ehefrau an die Seite zu stellen, um ihn menschlicher erscheinen zu lassen. Zumal die Aufgabe der Schwangeren nur darin besteht angsterfüllt zuhause auf die Rückkehr des Gatten zu warten. Diese Ehe kommt über den Status eines Klischees nicht hinaus. Nicht zuletzt ist die Botschaft, dass die USA vor nichts und niemanden in die Knie gehen, arg fragwürdig.

Fazit
Rache ist eine tolle Triebfeder. Dabei spielt es letzten Endes keine Rolle mehr, wer angefangen hat. Hauptsache man ist auf der Seite der Guten, denn wenn Zwei das Gleiche tun ist, es noch lange nicht Dasselbe.
Filmkritik: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2015

Laufzeit in Minuten ca.: 99

Kinostart / Filmstart: 10.03.2016

Regie: Babak Najafi

Drehbuch: Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt, Christian Gudegast, Chad St. John

Schauspieler (Besetzung): Gerard Butler, Aaron Eckhart, Morgan Freeman, Angela Bassett, Melissa Leo

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