Kinofilm

Legend

Der handwerklich sauber inszenierte Gangsterfilm von Brian Helgeland, legt viel Wert auf Stil und erzählt die Geschichte der Brüder Kray, die im London der Nachkriegszeit Karriere machten. Mehr dazu in der Kritik.

In den 1950. Jahren beginnt in London die kriminelle Karriere der Zwillingsbrüder Kray (Doppelrolle: Tom Hardy). Während Reggie, genannt Reg, eine Mischung aus Gentleman und Gauner verkörpert, ist sein Bruder Ron ein schlichtes Gemüt, der seit einem traumatischen Erlebnis im Zweiten Weltkrieg psychisch gestört ist.
Die Brüder beginnen als kleine Fische, betreiben einen Nachtclub und lassen Dealer Tabletten verkaufen, zudem erpressen sie Schutzgelder. Der Handel mit harten Drogen oder Prostitution gehört nicht zu ihrem Geschäft. Nach und nach übernehmen sie weitere gewinnbringende Clubs und Kasinos, indem sie deren Besitzern offen drohen. Verkaufen oder es gibt Saures.

Ihre Machenschaften geraten in eine Schieflage als Ron die letzten sechs Monate einer Haftstrafe absitzt. Reggie, den der Rest der Gang wegen seiner Unberechenbarkeit und Brutalität fürchtet, ruiniert derweil die Geschäfte. Nach seiner Entlassung ist Ron geschockt und es kommt zum offenen Konflikt unter den Brüdern. Weiterhin gefällt es Ron nicht, dass Reggie sich in Frances (Emily Browning) verliebt. Ihr verspricht er ehrlich zu werden, was ihm jedoch nicht dauerhaft gelingt.
Scotland Yard sitzt den Brüdern von Anfang an im Nacken. Doch ihre Verbrechen sind stets gering genug, dass sie immer wieder glimpflich davon kommen. Zudem pflegen sie gute Beziehungen zur Politik. Erst als sie im Affekt töten, kann Scotland Yard zuschlagen.

Kritik

Der Kinofilm "Legend" beruht auf Tatsachen; erzählt jedoch eine stilisierte Variante der Geschichte. Der klare Schwerpunkt des Films liegt darauf einen stilistisch runden Gangsterfilm zu bieten. Das ist durchweg gelungen.
Etwas schade und der Spannung abträglich ist, dass die Darstellung auf eine Weiterentwicklung der Charaktere verzichtet und die Inszenierung stattdessen mit feststehenden Rollen arbeitet. Der Gentleman, der Schläger, die hübsche Gangsterbraut.
Weiterhin mangelt es an Vertiefung. Worin der starke Zusammenhalt der Zwillingsbrüder wurzelt bleibt unerklärt. Es kann in ihrer Herkunft der Arbeiterklasse begründet sein. So gehen die Brüder gerne mal bei Mom eine Tasse Tee trinken. Die dann stilecht mit Lockenwicklern, Unterrock und offenem Hausfrauenkittel in der Küche hantiert. Auf ihre Jungs lässt sie nichts kommen. Solche Momente sind schön beobachtet; wie auch das Lokalkolorit. Die offensichtliche Verwendung einer Rückprojektion (einem Trick, der eine Autofahrt vortäuscht) passt ebenfalls gut ins Bild. Ebenso wie die starken Akzente des englischen Originals.

Die Handlung erzählt ruhig und überwiegend gleichförmig die Geschichte von Anfang bis zum Untergang. Die Liebesgeschichte zwischen Ron und Frances bekommt darin relativ viel Raum; obwohl sie inhaltlich wenig bietet. Die Dramaturgie ist - für einen Gangsterfilm - auffällig sauber. Keine schmutzigen Geschäfte und Gewalt wird zunächst sparsam eingesetzt; zur Steigerung jedoch auch ausgesprochen ekelig dargestellt.

Die Darsteller bleiben in ihrem Ausdruck begrenzt. Besonders fällt das bei Emily Browning als Frances auf, die wenig mehr zeigt als hübsch oder verschmitzt zu lächeln. Tom Hardy fehlt es in seiner Doppelrolle ebenfalls an Vielfalt. Als Reggie gibt er den Höflichen, der jedoch auch nicht zögert einem Mann die Nase zu brechen. Während der unterbelichtete, homosexuelle Ron im Vergleich zu seinem Bruder abfällt und mit seiner offenen Art wiederholt für Lacher sorgt.
Etwas viel des Guten ist der übermäßige Einsatz von Musik, die der Zeit entspricht. Ebenfalls ausufernd sind die Dialoge.

Fazit
"Legend" ist ein stilistisch gelungener Gangsterfilm, den nur wenig von der Spitzenklasse trennt. Die ruhige Darstellungsweise passt zur behandelten Zeit. Die Spieldauer von 131 ist mutig.
Filmkritik / Meinung: Thomas Maiwald

Wertung: 70 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Großbritannien / Frankreich 2015

Laufzeit in Minuten ca.: 131

Kinostart / Filmstart: 07.01.2016

Regie: Brian Helgeland

Drehbuch: Brian Helgeland

Schauspieler (Besetzung): Tom Hardy, Emily Browning, David Thewlis, Chazz Palminteri, Tara Fitzgerald und Taron Egerton

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