Kinofilm

Black Mass

Die Geschichte eines Kleinganoven, dem es gelingt ein Gangsterboss zu werden. Seine Karriere beginnt als kleiner Fisch: Hier einen Spielautomaten manipulieren, dort Schutzgeld erpressen. Das setzt Whitey Bulger (Johnny Depp) mit brutaler Härte durch. Wenn einer seiner Männer versagt oder quer treibt, dann wird er umgebracht. Doch es ist nicht allein die psychopathische Art mit der Whitey regiert, er hat einen der zu ihm aufschaut und ihn deshalb deckt: John Connolly will beim FBI groß rauskommen. Dazu gibt er vor, Beziehungen zu haben, die ihm wertvolle Tipps liefern. In der Praxis deckt er Whitey mit fingierten Berichten. Doch der Schwindel droht aufzufliegen.

Kritik

Der Kinofilm "Black Mass" ist eigentlich die Geschichte eines Trios. Whitey, John und Billy sind gemeinsam im Süden der USA aufgewachsen. Dieser Umstand schweißt sie für den Rest ihres Lebens zusammen. Und das, obwohl sie unterschiedliche Lebenswege einschlagen und in höchst unterschiedlichen Berufen Karriere machen. Billy Bulger (Benedict Cumberbatch) geht in die Politik und wird Senator. Sein Bruder James Bulger (Johnny Depp) ist ein Verbrecher. Während John Connolly (Joel Edgerton) der charakterlich Schwächste ist und beim FBI Karriere auf Umwegen macht. Die Beziehung der ungleichen Brüder untersucht der Film nicht und verschenkt diesen Spannungsbogen. Nur im Abspann wird erwähnt, dass James sein politisches Amt verliert, als bekannt wird, dass er mit seinem flüchtigen Bruder Kontakt hält.

Leider ist das Weglassen symptomatisch für den Film. Whitey, der den Mittelpunkt der Handlung bildet ist verheiratet und hat einen Sohn. Als der an einer verschleppten Infektion stirbt, zerbricht die Ehe. Was der Zuschauer erst viel später in einem Nebensatz erfährt. Dass Whitey zwei Gesichter hat, ist zu selten Gegenstand der Handlung. Er lässt seine Männer die Einkaufstaschen einer alten Frau tragen. Und kurz darauf schlägt er einen seiner Männer tot. Derart verschenkt das Drehbuch viel Potenzial.
Es konzentriert sich auf die Darstellung der harten Männer. Und die gibt es nicht nur bei den Verbrechern, sondern die Ermittler des FBI sprechen dieselbe Sprache. Es hat den Eindruck, als würde in jedem dritten Satz jemand aufgefordert es sich selbst zu machen. Selbst wenn Verbrecher und Männer beim FBI so reden, ist es für den Zuschauer auf Dauer eintönig, denn die Männer könnten die Seiten wechseln, ohne dass es auffiele.

Zudem mangelt es am Spannungsbogen. Die Handlung wird als Rückschau aufgezogen. Mitglieder von Whiteys Gang treten zum Verhör an und erzählen, was geschehen ist. Das arbeitet der Film chronologisch ab. Eine Zuspitzung findet statt, indem die Morde gegen Filmende ekeliger werden und in Nahaufnahme gezeigt. Trotzdem bleibt die Handlung gleichförmig; und vermittelt den Eindruck, das Geschehen könne auch eine Stunde länger dauern.

Fazit
"Black Mass" ist ein typischer, düsterer Gangsterstreifen. Es ist schön Johnny Depp mal wieder in einer anderen Rolle als der des Clowns zu sehen - doch die Besetzung mit bekannten Gesichtern reißt es leider nicht raus.
Filmkritik / Meinung: Thomas Maiwald

Wertung: 50 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2015

Laufzeit in Minuten ca.: 122

Kinostart / Filmstart: 15.10.2015

Regie: Scott Cooper

Drehbuch: Mark Mallouk, Jez Butterworth

Schauspieler (Besetzung): Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Dakota Johnson, Kevin Bacon, Peter Sarsgaard, Jesse Plemons, Rory Cochrane, David Harbour, Adam Scott

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