Kinofilm

Crimson Peak

Guillermo del Toro bringt ein viktorianisches Schauermärchen auf die Leinwand. Mit vielem was dazugehört. Ansehnlichen Kostümen, einer tragischen Liebe und wabernden Geistern. Seine Schauspieler-Crew ist erfahren - doch packen kann der Film nicht trotz allem Spuken, Schmachten und Ränke schmieden.

Gleich zu Filmbeginn unterrichtet Edith (Mia Wasikowska) den Zuschauer darüber, dass sie weiß, dass es Geister wirklich gibt. Und dann beginnt das Gruselmärchen. Edith ist die einzige Tochter eines reichen Bauunternehmers aus den USA. Sie ist selbstbewusst, zielstrebig und hat einen großen Traum: Eines Tages eine echte Schriftstellerin zu werden. Doch wie es scheint erwartet man von einer Frau romantische Geschichten und keine über Geister.

Als Edith auf den verarmten Sir Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) trifft, ist sie schnell von ihm angetan. Im Gegensatz zu ihrem Vater ahnt sie nicht, dass Thomas keine lauteren Absichten hegt. Sie intensiviert den Kontakt zu ihm und seiner seltsamen Schwester Lucille (Jessica Chastain), die Thomas nicht von der Seite weicht.
Nach dem überraschenden Tod ihres Vaters steht einer Hochzeit nichts mehr im Weg und die frisch vermählte Edith zieht nach England in ein verfallenes Herrenhaus. Auch dort ist Lucille stets mit von der Partie. Ständig muss sie ihren Ehemann mit seiner Schwester teilen. Und so sehr sie sich auch Mühe gibt, die Kälte des Hauses ergreift bald von ihr Besitz und etwas Böses lauert in den alten Mauern.

Kritik

Der Kinofilm "Crimson Peak" hat schöne Seiten und bietet das, was ein Film des Genres bieten muss. Die eingefangenen Bilder sind hübsch komponiert. Das verfallende Herrenhaus ist düster und abweisend und versinnbildlicht den finanziellen sowie den moralischen Verfall und Untergang der Familie Sharpe. Wenn Mia Wasikowska des Nachts durch die finsteren Gänge irrt, mit einem Kerzenleuchter in der Hand, dann ist das nett anzusehen. Auch die farblichen Kontraste der Kleider der konkurrierenden Frauen sind schön umgesetzt. Etwas eigenwillig wirkt irgendwann der Umstand, dass Wasikowska stets Puffärmel trägt; selbst ihr Nachthemd hat gigantische Puffärmel.

Enttäuschend ist die Handlung. Man weiß von Anfang an, dass die Geschwister nichts Gutes im Schilde führen und ahnt worin Thomas' Zwiespalt besteht. Mit der Verlagerung des Schauplatzes nach Großbritannien müsste der Film anziehen; die Spannung steigen und die Erzählung eine Bandbreite bekommen. Doch es tritt nur das Grauen hinter dem schönen Schein deutlicher hervor und die Hintergründe werden beleuchtet. Wer darauf hofft, dass die Story eine zweite Ebene enthüllt wird enttäuscht. Die Geschichte bleibt solide und ohne Raffinesse.

Schade ist weiterhin, dass die Darsteller so austauschbar spielen. So funkt es zwischen Edith und Thomas nicht. Sie machen keinen frisch verliebten Eindruck. Weshalb Edith die Motivation fehlt nach England zu ziehen und die Strapazen zu ertragen. Als Schauspielerin schlägt sich Mia Wasikowska tapfer. Tim Hiddleston in der Rolle des Verführers fehlen Durchtriebenheit und Charisma - stattdessen ist er eine ausgesprochen unscheinbare Erscheinung. Jessica Chastain als seine diabolische Schwester und treibende böse Kraft tritt ebenfalls zahnlos auf. Die Geistererscheinungen überzeugen ebenfalls nicht. Die Tinten-Schleier sind noch ganz nett, ansonsten erinnern sie an eine Geisterbahn.

Fazit
"Crimson Peak" macht wenig falsch und nichts Besonderes. Im Ergebnis sticht der Film nicht aus der Masse heraus. Die Leistungen der Darsteller überzeugen kaum und die anspruchsarme Handlung erfüllt nur die grundlegenden Erwartungen. Es mangelt an Romantik, Spannung und Grusel.
Filmkritik / Meinung: Thomas Maiwald

Wertung: 50 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: USA 2014

Laufzeit in Minuten ca.: 118

Kinostart / Filmstart: 15.10.2015

Regie: Guillermo del Toro

Drehbuch: Guillermo del Toro, Matthew Robbins, Lucinda Coxon

Schauspieler (Besetzung): Mia Wasikowska, Jessica Chastain, Tom Hiddleston, Charlie Hunnam

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