Kinofilm

Er ist wieder da

Das gleichnamige Buch ist ein Bestseller. Da liegt die Verfilmung nahe. Und sollte nur die Hälfte der Buchkäufer ins Kino gehen, ist die Millionenmarke übersprungen. Was das deutsche Volk an dem Roman von Timur Vermes findet, kann ich nicht beurteilen, weil ich das Buch trotz mehrfacher Empfehlungen nicht las. Das Sehen des Films motiviert nicht dazu dieses Versäumnis nachzuholen. Was nicht heißen soll, dass das Buch vielleicht witzig ist - im Gegensatz zum Film.

Der beginnt mit der Rückkehr von Adolf Hitler. Plötzlich ist er wieder da. Liegt in einem kleinen Park in Berlin auf dem Boden - und weiß nicht so recht was geschehen ist. Nach einer kurzen Phase der Orientierung geht er mit dem glücklosen Journalisten Fabian Sawatzki (Fabian Busch) auf eine Tournee durch Deutschland. Sawatzki will den Führer porträtieren, während der ein offenes Ohr fürs Volk hat und sich anhört, was den Menschen aktuell auf den Nägeln brennt.
Das Filmmaterial wird dann im Film doch nicht verwertet, weil es Adolf Hitler gelingt als Komiker Karriere zu machen. Ein Berliner Privatsender entdeckt sein Potenzial und lässt ihn auf die Deutschen los. Hitler merkt bei all seinem Schwadronieren nicht, dass man ihn für eine Witzfigur hält.

Kritik

Dramaturgisch ist der Kinofilm "Er ist wieder da" in zwei Hälften eingeteilt. Die erste zeigt Oliver Masucci in seiner Rolle als Adolf Hitler wie er ganz normalen Menschen begegnet. Er spricht mit Passanten, lässt sich fotografieren, besucht Stammtische oder die Parteizentrale der NPD. Masucci beweist dabei ein großes Maß an Schlagfertigkeit und Eloquenz. Allerdings wirkt es befremdlich, dass ein Kinofilm einen Gutteil seiner Laufzeit mit diesen Szenen bestreitet. Diese Art von Stoff passt besser ins Fernsehprogramm als ins Kino. Und auch die Szenen, in denen er als Talkgast bei Fernsehshows auftritt beziehungsweise You-Tube-Stars über Hitler fabulieren sind Füllmaterial.

Besser wird der Kinofilm dann, wenn er einem Drehbuch folgt, leider auch nicht. Die Entlarvung der internen Querelen eines deutschen Privatsenders sind das Übliche und zu allem Überfluss schlecht gespielt. Der Humor ist szenenweise vorhersehbar und er lahmt. Es werden olle Kamellen dargeboten. Eine doofe Lovestory fehlt ebenfalls nicht; sorgt allerdings auch nicht für Witze. Fabian Busch ist bemüht den kleinen Trottel zu geben - doch das ist nicht seine Stärke.
Dass dann Hitler ein weiteres Buch schreibt und die Handlung zu Film im Film wird, trägt zum Gelingen des Ganzen nicht bei. Dasselbe gilt für seine durchweg gesprochenen Gedanken.

Fazit
Ich bin der Meinung, dass es an der Zeit ist, den Deutschen das Kainsmal zu nehmen. Wenn der Film dazu einen Beitrag leistet - bitte. Schade ist nur, dass dem Kinofilm eine Handlung fehlt. Die Deutschlandreise sorgt bei mir für einige Schmunzler, doch das was Hitler entlarvt, könnte auch ein anderer Beobachter sagen. Der Humor ist insgesamt platt und viele Witze haben einen Bart.
Filmkritik / Meinung: Thomas Maiwald

Wertung: 40 %

Credits

Original Film-Titel: "

Land: Deutschland 2015

Laufzeit in Minuten ca.: 115

Kinostart / Filmstart: 08.10.2015

Regie: David Wnendt

Drehbuch: David Wnendt, Mizzi Meyer

Schauspieler (Besetzung): Oliver Masucci, Fabian Busch, Christoph Maria Herbst, Katja Riemann, Franziska Wulf

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